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Konsum von Fleischersatzprodukten in der Schweiz rückläufig

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Im Schweizer Markt hat eine Verschiebung von Fleischersatzprodukten hin zu Fleischalternativen wie Tofu oder Seitan stattgefunden.Bild: Shutterstock

Der Fleischersatz-Boom ist vorbei – Schweizer setzen auf «Clean Eating»

19.06.2026, 10:4419.06.2026, 10:44

Die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten hat in der Schweiz erheblich nachgelassen. Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft zum Biosegment zeigen laut Tamedia, dass Fleischimitate seltener in den Einkaufskörben der Schweizerinnen und Schweizer landen. Der Konsum von Tofu, Tempeh und Seitan hingegen sei deutlich angestiegen.

Während Fleischimitate 2022 noch rund sieben Millionen Franken Umsatz im Biosegment machten, waren es 2024 nur noch etwa fünf Millionen Franken. Produkte wie Tofu, Tempeh und Seitan stiegen dagegen von 21 auf 26 Millionen Umsatz in der gleichen Jahresspanne.

«Clean Eating» im Trend

Im Markt habe eine Verschiebung hin zu Fleischalternativen stattgefunden, sagt Thomas Brunner, Professor für Konsumentenverhalten an der Berner Fachhochschule, gegenüber Tamedia.

Dass die Nachfrage sinkt, erklärt Brunner damit, dass Fleischersatzprodukte oft teurer sind als Fleisch. Zudem gebe es einen Trend zu Clean Eating: «Konsumenten achten mehr darauf, dass Produkte nicht stark verarbeitet sind», so Brunner.

Trotzdem gehe er nicht davon aus, dass die Zeit der Fleischersatzprodukte irgendwann ganz vorbei sei. Nur die Auswahl werde kleiner. Für Unternehmen komme es nun darauf an, auf eine knappe, natürliche Zutatenliste zu achten, sagt Brunner gegenüber Tamedia.

Start-ups kämpfen

Ende vergangener Woche musste bereits das Berner Start-up Outlawz nach dem Verlust von Regalflächen bei Coop und Lidl Insolvenz anmelden. Das Unternehmen hatte seit 2018 vegane Fleischersatzprodukte wie Bratwürste und Burgerpattys hergestellt. Coop sagt auf Anfrage von Tamedia, man habe Outlawz «bis zuletzt unterstützt. Die schrittweise Reduktion der Regalfläche war auf die zu geringe Nachfrage der Kundinnen und Kunden zurückzuführen.»

Auch Planted steht unter Druck. Der Fleischersatzhersteller muss aufgrund des Nachfragerückgangs sparen und hat seine Belegschaft in den vergangenen Monaten um zwölf Prozent reduziert.

(hkl, mit Material der sda)

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133 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Madison Pierce
19.06.2026 11:10registriert September 2015
Man müsste es nicht "Clean Eating" nennen, aber ich finde das vernünftig.

Vegetarische Produkte sind mehr als nachgeahmtes Fleisch. Ich nehme immer häufiger das vegetarische Menü. Einfach, weil es gut ist. Ich muss nicht den Eindruck haben, ein "fast richtiges Schnitzel" gegessen zu haben.
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Amateurschreiber
19.06.2026 12:23registriert August 2018
Was mich am meisten stört: Die traditionelle, "gutbürgerliche Küche" kennt ganz viele Rezepte, die ohne oder nur mit wenig Fleisch auskommt. Nur bekommt man die nirgends in Restaurants oder Kantinen angeboten. Es gibt eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass ein Menü Fleisch beinhalten muss und als Pausenverpflegung muss es ein Salami- oder Schinkenbrot sein.
Mit der Zeit färbt dies ab und man beginnt selber auch zuhause so zu essen: Jeden Tag brätelt man Fleisch und ein Brunch besteht hauptsächlich aus diversen Packungen Aufschnitt.
Seit ich wieder "wie früher" esse, habe ich abgenommen.
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Garp
19.06.2026 12:02registriert August 2018
Clean eating würde eigentlich bedeuten, alles selber machen und nie auf ein Fertigprodukt zurückgreifen.
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