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Trump-Sprecherin droht Dänemark mit Militäreinsatz – Rubio relativiert

Trump-Sprecherin droht Dänemark mit Militäreinsatz – Rubio relativiert

Im Streit mit Dänemark über Grönland erhöht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Druck und droht offen mit einem Militäreinsatz.
07.01.2026, 04:0507.01.2026, 04:05

«Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige aussenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung», teilte Regierungssprecherin Karoline Leavitt mit. Konkreter wurde sie nicht.

epa12585719 White House Press Secretary Karoline Leavitt responds to a question from the news media during the daily press briefing at the White House in Washington, DC, USA, 11 December 2025. Secreta ...
Karoline Leavitt ist bekannt für ihre provokanten Aussagen.Bild: keystone

Trump habe deutlich gemacht, dass es «eine nationale Sicherheitspriorität der Vereinigten Staaten» sei, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen, hiess es weiter von Leavitt. Die Kontrolle über Grönland sei entscheidend, «um unsere Gegner in der Arktis abzuschrecken».

Rubio rudert zurück

US-Aussenminister Marco Rubio relativierte die öffentlichen Aussagen Leavitts laut dem «Wall Street Journal» in einer Sitzung mit US-Abgeordneten. Dort habe er gesagt, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten. Das Ziel sei stattdessen ein Kauf Grönlands.

Secretary of State Marco Rubio listens as President Donald Trump speaks at his Mar-a-Lago club, Monday, Dec. 22, 2025, in Palm Beach, Fla. (AP Photo/Alex Brandon)
Marco Rubio
Marco Rubio sagte gegenüber Abgeordneten, die USA planten keine Militärinvasion in Grönland.Bild: keystone

Das berichtete auch die «New York Times» und schrieb zudem unter Berufung auf Beamte, dass Präsident Donald Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb gebeten der Insel habe. Trump hatte einen solchen Plan bereits während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht.

Trump verweist auf China und Russland

Vor Weihnachten hatte Trump bei den Grönland-Besitzansprüchen auch auf China und Russland verwiesen. Der US-Präsident hatte gesagt, wenn man sich Grönland entlang der Küste anschaue, sehe man überall russische und chinesische Schiffe. Es gehe nicht um Mineralien oder Öl, davon habe die USA selbst genug.

Trump hatte bereits 2019 in seiner ersten Amtszeit einen Besitzanspruch auf Grönland geäussert. Die Dänen hatten zunächst an einen Scherz geglaubt. Seitdem hat der US-Präsident seine Ansprüche auf die Arktisinsel mehrfach erneuert und dabei auch militärische Gewalt nicht ausgeschlossen, um Grönland unter seine Kontrolle zu bringen. An einen Scherz glaubt man in Dänemark seit längerem nicht mehr.

Trump hatte Fokus auf Grönland gelegt

Trump hatte in den vergangenen Tagen in Interviews bekräftigt, die USA bräuchten Grönland für die nationale Sicherheit. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller bezeichnete den US-Anspruch sogar als «offizielle Position der US-Regierung». Beide Äusserungen folgten auf den US-Militäreinsatz in Venezuela und die weltweite Sorge, Trump würde seinen Blick nun auch auf weitere Regionen werfen.

Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer grössere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Aussen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark – durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. Ein grosser Teil der rund 57'000 Grönländer wünscht sich die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark. (sda/dpa/con)

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129 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Celtic Swiss
07.01.2026 05:58registriert Juni 2024
Hey Trump!

Bessere Idee als Grönland:

ruSSland hat riesige Ressourcen und auch dort herrscht ein brutaler Diktator.

Spez-OP im Kreml?!?
Es wäre höchste Zeit!
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devilazed
07.01.2026 05:37registriert Februar 2014
Hmmm, irgendwie kommt es langsam wieder nahe an die zustände vom 2.Weltkrieg, nur diesmal ist der damalige 'Befreier' der 'Agressor'!
Der Trump soll sich mal um sein eigenes Land kümmern! Hoffe, Karma schlägt bald zu!
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rodolofo
07.01.2026 05:42registriert Februar 2016
"Erwachsene" wie Rubio und Kellogh gehören zu den Täuschungsmänovern des "Riesen-Babys" Trump.
Er weiss genau, dass er die vom Kongress verlangte Freigabe der für ihn vernichtenden Epstein-Files nur verhindern kann, wenn er sein Ablenkungs-Spektakel auf das nächst höhere Level hievt und jetzt wöchentlich weitere Länder übernehmen und Staatsführer kidnappen muss!
Stelle ich mir sehr stressig vor, vor allem für einen so alten, weissen Mann mit oranger Übertünchung...
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