Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Steuernachforderung nach Cum-Ex-Fällen in Deutschland bereits über eine Milliarde



In one of Germany's biggest tax fraud trial, two British investment bankers stand in the courtroom in Bonn, Germany, accused of helping dubious transactions with massive tax losses for the state of around 440 million Euro, on Wednesday, Sept. 4, 2019. (Marius Becker/dpa via AP)

Bild: AP

Der deutsche Staat holt sich nach Angaben des Finanzministeriums nach den Cum-Ex-Betrugsfällen immer mehr Steuern zurück. Bis Ende 2019 seien 51 Cum-Ex-Fälle rechtskräftig abgeschlossen worden.

In diesem Zusammenhang seien 1.1 Milliarden Euro zurückgefordert beziehungsweise entsprechende Erstattungsanträge abgelehnt worden, hiess es in einer aktuellen Antwort des Finanzministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken, die der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag. Das Ministerium berief sich dabei auf eigene Abfragen bei den Finanzbehörden der Länder und beim Bundeszentralamt für Steuern.

In die Cum-Ex-Geschäfte sind zahlreiche Banken auf der ganzen Welt verwickelt. Der Schaden für den Steuerzahler geht in die Milliarden. Bei diesen Geschäften liessen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragssteuer auf Aktiendividenden mit Hilfe von Banken mehrfach erstatten. Dazu verschoben sie um den Stichtag der Dividendenzahlung herum untereinander Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch.

In Deutschland gab es zuletzt Razzien beim Bankenverband BdB, der Interessensvertretung der privaten Geldhäuser. Nach Erkenntnissen der Bundesregierung ist in den Steuerskandal eine vierstellige Zahl an Personen verwickelt. Mehr als 100 Banken auf vier Kontinenten mit circa 1000 Verantwortlichen seien von Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden betroffen.

«Noch immer ist ein erheblicher Teil der kriminellen Cum-Ex-Erträge nicht eingetrieben, weil es an Personal in den Bundesländern fehlt», kritisierte der Linken-Finanzpolitiker Fabio De Masi. (aeg/sda/awp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tavares 13.08.2020 22:54
    Highlight Highlight Wäre mal intressant zu wissen, wie es in der Schweiz aussieht?
  • Raber 13.08.2020 11:58
    Highlight Highlight Gut so. Dieser ganze Cum-Ex -Fall zeigt wie vermodert und gierig viele Witschaftsbosse sind. Da wird jedes Schlupfloch genutzt um sich selber zu bereichern und dem Staat, also uns, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wiederlich!

Volkswagen entschädigt Opfer der Militärdiktatur in Brasilien

Volkswagen entschädigt Opfer des früheren Militärregimes in Brasilien. Nach eigenen Angaben unterzeichnete der Konzern mit verschiedenen Staatsanwaltschaften nach längerer Vorbereitung nun ein entsprechendes Abkommen.

Demnach sollen ehemalige VW-Mitarbeiter, die während der Diktatur von 1964 bis 1985 Menschenrechtsverletzungen erlitten haben, Schadenersatz erhalten. In einer Untersuchung waren dem Konzern unter anderem Repressalien gegen Oppositionelle in den brasilianischen Fabriken vorgeworfen …

Artikel lesen
Link zum Artikel