DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Du denkst, nur Rap-Songs strotzen vor Gewalt? Dann hör nochmals genau hin

12.03.2019, 06:5412.03.2019, 07:30

In den Texten von Liedern aus der Pop-Musik stecken einer US-Studie zufolge ähnlich häufig Anspielungen auf Gewalt wie in Rap- oder Hip-Hop-Songs. Aufgrund der oft fröhlichen Melodien seien diese Inhalte bei Popsongs aber meist schwieriger auszumachen.

«Anders als Rap oder Hip-Hop tendiert die Pop-Musik zu einem fröhlicheren, erhebenden Sound, der Zuhörer hineinziehen soll. Aber das kann problematisch sein, wenn die Texte dazu Gewalt und frauenfeindliches Verhalten propagieren», sagte Cynthia Frisby von der journalistischen Fakultät der Universität von Missouri in Columbia.

Animiertes GIFGIF abspielen
Hoops.
Bild: tenor.com

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Elizabeth Behm-Morawitz analysierte Frisby mehr als 400 Songs, die zwischen 2006 und 2016 weit oben in den US-Charts gelandet waren – unter anderem aus den Genres Rap, Hip-Hop, Rock, Pop, Country, Heavy Metal und R&B. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscherinnen im Fachjournal «Media Watch».

Hier erschiesst ein Mann den Lover seiner Freundin:

«Wake Up Call» von Maroon 5

In den Texten der Rap- und Hip-Hop-Songs fanden die Wissenschaftlerinnen zwar die meisten Obszönitäten, bei den Anspielungen auf Gewalt lagen die Texte der Pop-Songs aber gleichauf. Country-Musik enthielt demnach die wenigsten gewaltverherrlichenden oder frauenfeindlichen Inhalte. Insgesamt enthielten rund ein Drittel aller untersuchten Songs Textstellen, die Frauen abwerten oder erniedrigen.

Rihanna, Maroon 5 und Gwen Stefani

Als Beispiel führen die Wissenschaftlerinnen den Hip-Hop-Song «Love the Way You Lie» (2010) von Eminem und Rihanna an, in dem es um häusliche Gewalt gehe. «Wake Up Call» (2007), ein Pop-Song der Band Maroon 5, handele von einem Mann, der den Liebhaber seiner Freundin erschiesst. Und im Pop-Song «Hollaback Girl» (2004) von Gwen Stefani gehe es um eine Prügelei zwischen Mädchen.

Prügeleien bei Gwen Stefani

«Hollaback Girl»

Da Pop-Musik eines der beliebtesten Genres bei Teenagern sei, könnten solche Texte möglicherweise Auswirkungen auf deren Verhalten haben, warnen die Forscherinnen. Sie raten Eltern, darauf zu achten, was die Kinder gerne für Musik hören und dann gemeinsam über die Inhalte zu sprechen. (sda/dpa)

«... dann hab ich mir eins runtergeholt»

Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer

Musik

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Emma Amour

«Meine Frau betrügt mich offensichtlich und alle wissen es ...»

Lieber Lars

Das ist ganz schön dicke Post, du. Ich weiss gar nicht, wen ich, sofern die Story wahr ist, verstörender finde: deine Frau oder deine Freunde.

Ich kann sehr gut verstehen, dass du dich vor der Konfrontation drückst, weil deine Angst davor, dass alles stimmt und deine Beziehung/Ehe auf einer massiven Lüge aufbaut ist, so gross ist.

Aber was ist die Alternative? Dass du den Kopf in den Sand steckst, sie eventuell weitermacht und du der Dauer-Verarschte bist? Oder: Es stimmt nicht, dein …

Artikel lesen
Link zum Artikel