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Jeweils die BESTE Version (die du noch nicht kanntest) deiner Lieblingssongs

Zum Teil sind's Covers, zum Teil das Original – immer aber die coolste Version.
16.05.2022, 15:10

In unserem allseits beliebten «sauschwierigen Originalversionen-Quiz» war schon die eine oder andere Perle darunter ...

... doch da ging es immer um die erste aufgenommene Version eines Songs und nicht zwingend um die, naja, beste Version. Letzteres kann mitunter durchaus ein Cover sein. Oder wiederum umgekehrt: Das kaum bekannte Original schlägt die Hitversion um Längen. Deshalb folgt nun eine kuratierte Playlist! Immer die geilste Version eines Songs, fachgerecht erforscht und empfohlen von unserem hauseigenen Doctor Rock. Los geht's!

«WOMANIZER» – Eric McFadden

Dass Britney mitunter auf talentierte Songwriter zurückgreifen kann, weiss man bereits seit «Baby One More Time». Ihr 2008er Hit «Womanizer» erwies sich als derart catchy, dass diverseste Künstler wie Franz Ferdinand oder Lily Allen ihre Versionen davon versuchten. Niemand aber besser als der Singer-Songwriter und Sessionmusiker Eric McFadden aus San Francisco.

«TAINTED LOVE» – Gloria Jones

Ach, wie viele Versionen dieses Songs gibt es? Derart viele, dass etliche Menschen meinen, der 1981er Synthpop-Hit von Soft Cell sei die Originalversion. Weit gefehlt! Das Original ist ein Soul-Floorfiller aus den Sixties und bis heute die weitaus geilste Version ever. Ende.

«THE FIRST CUT IS THE DEEPEST» – P.P. Arnold

Und das, liebe Kinder, nennt man SINGEN.

P.P. Arnold aus Los Angeles war 1966 nach ihrer Tournee als Backingsängerin für The Ike and Tina Turner Revue nach London geflohen, wo sie eine erfolgreiche Solokarriere begann. Eines ihrer ersten Hits war dieser Song, der im Mai 1967 veröffentlicht wurde. Die Komposition entstammt der Feder Cat Stevens, der den Song bereits 1965 geschrieben hatte, um ihn für andere Künstler zu promoten (Cat Stevens nahm ihn selbst aber erst Anfang Oktober 1967 als eigene Performance auf, und er erschien erst auf seinem zweiten Album).

«KOMM GIB MIR DEINE HAND» – The Beatles

  • Du kennst es von: The Beatles ... ja schon, aber in der Originalversion, «I Want To Hold Your Hand», oder? ZIS IS ABER ZE GERMAN VERSION, JA?
  • Aufdrehen:

Diese deutschsprachige Aufnahme kam zu einer Zeit, als es für Künstler üblich war, fremdsprachige Versionen ihrer Songs für ausländische Märkte aufzunehmen. Nun, Beatles-Songs kennt jeder. Zu Recht – das sind schlicht gute Lieder. Doch an einer Party diese, zugegebenermassen etwas weniger gute, dafür sehr charmante deutsche Übersetzung zu bringen, kommt immer gut an.

«JUMPIN' JACK FLASH» – Ananda Shankar

Ohhhhhh yeah baby! Was Ananda Shankar (Neffe des grossen Ravi Shankar) hier 1970 erschuf, ist ein wundersamer Psych-Rock-Crossover erster Güte. Rolling-Stones-Rock'n'Roll mit klassischer indischer Sitar und Moog-Synthesizer gefällig? Und wie!

«MISIRLOU» – Jewrhythmics feat. Joe Fleisch

Bei «Misirlou» handelt es sich bekanntlich um ein altes Volkslied aus dem östlichen Mittelmeerraum. Der ursprüngliche Autor ist nicht bekannt, aber arabische, griechische und jüdische Musiker spielten es bereits in den 1920er Jahren. 1963 nahm Gitarrist Dick Dale seine ikonische Surf-Version auf und seither ist der Track eine feste Grösse der globalen Popkultur, was unter anderem wohl auch diese doch sehr, sehr stylische Synth-Pop-Version auf Jiddisch möglich machte.

«ENOLA GAY» – The Treble Spankers

Dass gewisse musikalische Subkulturen sich an Chart-Hits versuchen, liegt in der Natur der Sache. Reggae-Versionen diverser Balladen, Rockabilly-Versionen von Disco-Tracks oder – wie hier – Surf-Versionen von New-Wave-Songs. Die niederländischen Treble Spankers verleihen diesem Atombomben-Klagelied von OMD eine entschieden kalifornische Note (boah, einen solchen Satz wollte ich schon immer schreiben).

«CALL ME» – The Hillbilly Moon Explosion

  • Du kennst es von: Blondie
  • Und nun dreh' das hier auf:

Und das hier ist SCHAMLOSE EIGENWERBUNG, DU SCHUFT! Mä. Von mir aus. Aber hey, wenn ich's nicht gut gefunden hätte, hätte ich's auch nicht aufgenommen. Der Ansatz hier war eines dieser «was wäre gewesen, wenn»-Gedankenexperimente. Konkret: Wie hätte die Debbie-Harry-Komposition «Call Me» geklungen, wie wäre sie instrumentiert gewesen etc., wenn sie 1958 aufgenommen worden wäre. Dazu noch Emanuelas Leadstimme und schon hat man einen Kracher sondergleichen. Bitte sehr.

«LOUIE LOUIE» – The Sonics

Wie gesagt, das FBI führte zwei Jahre lang eine Untersuchung durch, um festzustellen, ob das Lied «Louie Louie» in der Version der Kingsmen als Gefährdung der nationalen Sicherheit einzustufen sei. Crazy, aber wahr. Dabei war die 1963er-Hit-Version der Kingsmen gewiss etwas rabaukig, aber letztlich eine wörtliche Coverversion von Richard Berrys simplem R'n'B-Track aus dem Jahr 1957. Aber just darin widerspiegelt sich die subversive Kraft des Rock'n'Rolls: Auch ein inhaltlich harmloser Song kann gefährlich klingen. Und keiner mehr als «Louie Louie» in der Version der Sonics von 1966. Da wurde von der fröhlichen Original-Akkordprogression kurzerhand auf eine wesentlich bedrohlichere umgesattelt. Dazu eine überlaute Fuzz-Gitarre und Gerry Roslies crazy Leadstimme. So geht Punk.

«MY WAY» – Sid Vicious

Wenn wir schon bei Punk sind: Es gibt kaum einen punkrockigeren Moment als jene Szene aus dem Sex-Pistols-Film «The Great Rock'n'Roll Swindle»: Bassist Sid Vicious performt «My Way» und erschiesst dann die Bonzen in den vorderen Rängen. Der Song wurde ursprünglich 1967 als französisches Chanson «Comme d'habitude» geboren und bekam darauf vom kanadischen Schmusesänger Paul Anka einen englischen Text verpasst. In der Folge wurde daraus Frank Sinatras Erkennungslied. Doch Punk-Ikone Sid Vicious machte es wörtlich «auf seine Weise». Paul Anka meinte dazu, er sei von der Sex-Pistols-Version «verunsichert» gewesen: «Es klang sehr seltsam. Aber am Ende habe ich das Gefühl, dass er [Sid Vicious] es aufrichtig meinte.»

«LONELY BOY» – Taggy Matcher & Birdy Nixon

Okay, wir hatten Surf-Versionen, Rockabilly-Versionen, Punk-Versionen ... Nun also die Abteilung Reggae. Ein Musikstil, der das Konzept des Remixes und der Mashups regelrecht erfand, eignet sich bestens, um einem guten Song ein wenig ‹Irie› einzuhauchen. Und was der mysteriöse Taggy Matcher und Sänger Birdy Nixon mit diesem Black-Keys-Kracher anstellen, ist grossartig.

«007 – A FANTASY BOND THEME» – Barry Adamson

«In case there's trouble, or we're under attack
Have no fear, because Bond is black»

Schön subversiv, wie Adamson hier mit unseren Erwartungen, was diese Über-Ikone des Britishness darstellen soll, spielt. Dabei liegt er stilistisch voll und ganz richtig: James Bond hatte schon immer eine starke Jamaika-Connection, wurden ja die meisten Ian-Fleming-Romane in seinem Haus Goldeneye in der Oracabessa-Bucht auf Jamaika geschrieben. Und auch der erste Bondfilm «Dr. No» spielt auf der karibischen Insel. So gesehen passt der Ska-Groove perfekt.

«JACKSON» – Nancy Sinatra & Lee Hazlewood

Johnny Cash und June Carters Duett war nicht die erste Aufnahme dieses Songs, doch der erste veritable Hit, erreichte er im Februar 1967 Platz #2 auf den Country-Charts. Diese einiges tanzbarere Version von Nancy & Lee folgte einige Monate später im selben Jahr und knackte die Top 20. Und ausserdem ist das Video Hammer. Die Mode sowieso.

«AFTER LAUGHTER» – Wendy Rene

Jaja, schon gut: Hier handelt es sich nicht um eine Coverversion per se, sondern um ein Sample, auf dem ein Ariana-Grande-Song aufbaut. Blöd nur, dass man sich bei besagtem Ariana-Song stets nervt, dass der gesampelte Track nicht weiterläuft. Also sucht man den Originalsong ... und stellt alsbald fest: Wow. Wie geil ist denn das?

«THE TIDE IS HIGH» – The Paragons

  • Du kennst es von: Blondie. Und von Atomic Kitten (wenn du Pech hast).
  • Okay, nun dreh' das hier mal auf:

Ach, wie gut ich mich erinnern mag, als anno 2002 MTV-Moderatoren und Radio-DJs verzapften, der damals aktuelle Hit der englischen Girlgroup Atomic Kitten sei in Wahrheit eine Coverversion; das Original sei von Blondie aus dem Jahr 1980. Worauf ich selbstredend die Klugscheisser-Trompete auspackte: Törötörötörö! Das Original ist von John Holt und seinen Paragons aus Jamaika, IMFALL. Und es ist unglaublich cool.

«FEVER» – Little Willie John

  • Du kennst es von: Elvis. Oder von Peggy Lee. Und von 100'000 Möchtegern-Jazz-Sängern und -Sängerinnen, die als sexy rüberkommen wollen.
  • Diese Version aber hat es in sich:

Klar, der Song eignet sich wunderbar dafür, nur mit Kontrabass, Leadstimme und Fingerschnippen vorgetragen zu werden. Doch diese Originalversion mit Rhythm'n'Blues-Vollbesetzung ist nun mal unglaublich groovy. Und Little Willie John ist ohnehin eine dieser Jahrhundertstimmen, von denen es nur wenige gibt.

IHR SO?

Welche Covers oder Originalversionen von Songs kennt ihr, die eigentlich cooler als die gemeinhin bekannte Version sind?

Ab in die Kommentarspalte damit!

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229 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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LURCH
12.04.2021 21:51registriert November 2019
Naja, Debbie Harry ist dann doch ein bisschen hoch gegriffen für die Hillbilly's.
Wenn es schon eine Britisch-Italienische cowork Produktion von Call Me sein muss, gibt's nur eine Version.
😜
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Scrat
13.04.2021 11:11registriert Januar 2016
Ebenfalls eine Hammer-Cover-Version: Sound of Silence von Disturbed.
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Nüsslisalat
13.04.2021 08:01registriert Januar 2021
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