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Die Fab Five mit Karamo, Bobby, Antoni, Tan und Jonathan machen mich momentan glücklicher als alles andere.
Die Fab Five mit Karamo, Bobby, Antoni, Tan und Jonathan machen mich momentan glücklicher als alles andere.bild: getty images
Kommentar

Warum es mich so unfassbar glücklich macht, Queer Eye zu schauen

Guckt Queer Eye. Es ist Balsam für die geschundene Pandemie-Seele.
27.01.2022, 16:3428.01.2022, 14:26

Wir hatten es kürzlich von unseren Guilty-Pleasure-Serien. Wie aus der Kanone geschossen, platzte es aus mir heraus: «Queer Eye!» ICH LIEBE QUEER EYE! Ich habe alle sechs Staffeln geschaut, auch die erst kürzlich erschienene aus Texas, musste bei jeder Folge weinen wie ein Schlosshund und ES MACHT MICH EINFACH SO UNFASSBAR GLÜCKLICH!

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Einige sehr verwunderte Augenpaare meines Redaktionsteams richteten sich auf mich, als es so aus mir herausbrach. Ihren Gesichtern konnte ich ansehen, wie sie dachten: «Haben ihr zwei Jahre Pandemie nun das letzte bisschen Verstand aus dem Gehirn gefressen?» Ganz ehrlich: vielleicht schon. Zumindest ist die Pandemie nicht spurlos an mir und vor allem an meiner Psyche vorbeigezogen. Aber darum hab ich ja zum Glück «Queer Eye». Damit hab ich mich schon durch so manch emotionalen Downburst gerettet.

Für alle, die die Serie nicht kennen. Das Grobkonzept ist Folgendes: Von Schicksalsschlägen gezeichnete Menschen, die sich und oft auch ihre nächsten Angehörigen in letzter Zeit vernachlässigt haben, erhalten Hilfe von den «Fab Five», den fabelhaften Fünf. Das sind vier schwule Männer und eine nicht binäre Person.

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Die Fab Five: Tan, Bobby, Antoni, Kamaro und Jonathan.
Was ist Non-binary?
Nichtbinär oder nicht-binär, Non-binary oder nonbinary ist ein Überbegriff für Menschen, die weder weiblich noch männlich sind. Sie können sich zum Beispiel zwischen diesen beiden Geschlechtern verorten oder ganz ausserhalb davon. Manche nichtbinäre Menschen sind auch gleichzeitig männlich und weiblich oder haben eine Geschlechtsidentität, die sich immer wieder ändert. Andere stellen sich gegen das zweigeteilte, binäre Geschlechtersystem und haben ein Geschlecht, das nichts mit Männlichkeit und Weiblichkeit zu tun hat.

Jeder der Fünf bringt eine bestimmte Expertise mit: Antoni Porowski ist Koch und Ernährungscoach, Tan France ist Designer und Modeprofi, Bobby Berk professioneller Einrichter, Karamo Brown ist für den inneren Frieden und die Psyche zuständig, und Jonathan Van Ness für alles, das mit Styling, Pflege und Hygiene zu tun hat. Mit diesen Fertigkeiten ausgerüstet und einem grossen Team mit exorbitanten finanziellen Ressourcen im Rücken verpassen die Fab Five der Hilfe suchenden Person eine Rundumerneuerung – und verhelfen ihr damit zu einem besseren Leben.

Die Sendung ist super amerikanisch und ihre fünf Stars sind super gay. Mit Komplimenten wird nicht gespart, alles ist «so cute», «nice», «fantastic». Die zu unterstützende Person finden sie uneingeschränkt «beautiful» und «so impressive». Sie nennen sich gegenseitig «queen», «honey» oder «bitch» und sagen sich andauernd, wie sehr sie sich lieben.

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Du findest, das klingt alles fürchterlich oberflächlich? Das Wunderbare ist eben gerade dies: Antoni, Tan, Bobby, Karamo und Jonathan wirken alles andere als künstlich oder platt. Im Gegenteil. Ihnen gelingt es, feinfühlig, aufmerksam und äusserst empathisch auf die Ratsuchenden einzugehen. Sie interessieren sich ehrlich für deren Lebensumstände, binden bei der Lösungssuche Freunde und Familienmitglieder mit ein. Sie handeln niemals übergriffig oder paternalistisch – dies, obwohl es bei «Queer Eye» zum Clash der unterschiedlichsten Realitäten kommt.

So finden sie in der kürzlich erschienenen Texas-Staffel in dem grobschlächtigen Farmer Josh ihren ersten republikanischen Freund. Der Transfrau und Gewichtsheberin Angel verhelfen sie zu mehr Selbstbewusstsein und einem Versöhnungstreffen mit ihrem Vater. Die Ärztin Jereka, die während der Pandemie ein Test- und Impfzentrum aufbaute und sich quasi nonstop für ihre Gemeinde engagiert, erkennt mithilfe der Fab Five, wie wichtig es ist, sich ab und zu Auszeiten zu gönnen.

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Die Fab Five wissen, wo ihre Kompetenz beginnt, aber auch wo diese aufhört. Sie zwingen ihre Protagonisten nicht in unpässliche Kleidung. Sie spornen sie nicht zu unrealistischen Taten an, sondern finden Wege, die Lebensumstände nachhaltig zu verbessern. Schwarzen Personen wird beim Styling nicht in den Afro gegriffen, sondern Menschen aus der Community werden für das Haareschneiden zur Hilfe herbeigezogen.

Es sind solche Details, die dafür sorgen, dass «Queer Eye» nicht wie stumpfes Trash-TV daherkommt, sondern eben ziemlich woke ist – zumindest für Netflix-Verhältnisse. Natürlich ist mir bewusst, dass, so authentisch die Sendung für die Zuschauenden wirken mag, hinter der Serie eine gigantische Produktionsfirma sitzt, mit professionellen Texterinnen, Ausstattern, dass Dialoge geschnitten werden, damit alles perfekt rüberkommt. Doch selbst wenn nicht alles echt ist an «Queer Eye», ist der Rest immerhin wahnsinnig gut geschauspielert. Zumindest ich kauf den Fab Five ihre übermütige Liebe für alle und alles total ab.

Um den Bogen wieder zu schliessen und zurück zur Einleitung zu kommen: Die letzten zwei Jahre waren für viele Menschen nicht einfach. Wer selbst nicht an Covid-19 erkrankte, litt unter den Einschränkungen, viele verloren Angehörige, zerbrachen am Streit mit Familienmitgliedern. «Queer Eye» vermochte mich in diesen Zeiten ein Stück weit durch die Krise zu tragen. Denn es gibt kaum etwas Tröstlicheres, als dabei zuzusehen, wie Menschen glücklich gemacht werden.

Der Trailer der neuen Queer Eye Staffel aus Texas

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mimimimi^2
27.01.2022 17:00registriert Dezember 2017
Danke! Ich liebe Queer Eye!! Es hat mir persönlich auch geholfen, mich selber wieder mehr zu lieben. Es hat also auch ein bisschen etwas therapeutisches ;-)
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Sarabe
27.01.2022 17:51registriert Juni 2016
Mich macht’s auch sehr glücklich und ich heule ebenfalls wie ein Schlosshund😅😭
Berührt mich immer wieder wie sie mit ihren Kandidaten umgehen ♥️
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Prometheus Disk
27.01.2022 19:32registriert Dezember 2020
Super - weil ich habe auch schon kritisches/unschönes mitgekriegt und gelesen. Die Mannen helfen irgendwelchen Menschen nur schon durch ihre Anwesenheit. Sie tuen jedoch mehr und sie tuen gutes, indem sie den Kandidaten zuhören, ihnen Aspekte und Anstösse geben, was wiederum einen Stein ins rollen bringen kann. Zumindest haben all die Leute eine coole Zeit, warum denn nicht?!! Und das sich wirkliche Probleme nicht in einer Woche lösen und weg zaubern lassen, ist logisch und behauptet auch niemand. Ich habe noch nicht viel davon gesehen, aber was sah finde ich Klasse.
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