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Asiatische Händler zahlen in der Schweiz bis zu 50 Millionen Franken zu wenig Mehrwertsteuern. Bild: shutterstock

Trotz neuem Gesetz: So schummeln AliExpress, Wish und Co. bei der MWST



Seit dem 1. Januar 2019 müssen bei Online-Bestellungen auch ausländische Lieferanten Mehrwertsteuer in der Schweiz bezahlen. Zuvor galt die Steuerpflicht erst ab 200 Franken. Mit der Gesetzesänderung sollte die Benachteiligung von hiesigen Händlern aufgehoben werden. Diese waren bisher bei Kleinbestellungen von der Steuerpflicht nicht ausgenommen.

Eine «Blick»-Recherche zeigt aber, dass die beiden grössten chinesischen Shops das Gesetz geschickt umgehen. AliExpress und Wish bezahlen nicht nur keine Mehrwertsteuer – sie gelten auch nicht als «steuerpflichtige Versandhändler».

Da sind sie nicht die einzigen: Auf der von der Eidgenössischen Steuerverwaltung veröffentlichten Liste findet sich kein einziger Onlineshop aus Asien. Dadurch würden jährlich rund 50 Millionen Franken Mehrwertsteuern entgehen.

Viele kleine Händler

Das neue Gesetz gilt nur für ausländische Händler, die in der Schweiz einen jährlichen Umsatz vor mehr als 100'000 Franken erwirtschaften. Weder AliExpress noch Wish fallen in diese Kategorie – sie bieten lediglich eine Plattform an, über die unzählige Händler ihre Produkte vertreiben und schlussendlich auch in die Schweiz liefern.

Marcel Dobler (FDP/SG) waehrend der Beratungen zu Beginn der 50. Legislatur am ersten Tag der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 30. November 2015 im Nationalratssaal in Bern.  (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Marcel Dobler Bild: KEYSTONE

Jene Firmen, die Mehr als 100'000 Franken Umsatz machen, müssen sich selbstständig bei der Steuerverwaltung anmelden – doch das tut wohl keiner freiwillig. FDP-Nationalrat Marcel Dobler kritisiert, dass damit «dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet» werde.

Testkäufe von «Blick» haben zudem ergeben, dass der Warenwert bewusst falsch deklariert wird. Tatsächlich wurden nur 20 bis 50 Prozent des Preises auf der Lieferung vermerkt.

Massnahmen gefordert

Dobler will deshalb neue Vorstösse im Parlament vorbringen. Auch Patrick Kessler, Präsident vom Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV), stört sich an der Gesetzeslücke. Er fordert, dass «die Marktplätze in die Pflicht genommen» werden. Man soll da ansetzen, wo das Geld fliesse.

Die Schweiz steht keinesfalls alleine da – auch im übrigen Europa herrscht das gleiche Problem. Kessler hofft deshalb, dass eine Lösung auf EU-Ebene gefunden werden kann, wie der «Blick» berichtet. (vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bosshard Matthias 08.03.2019 11:42
    Highlight Highlight Jedes mal schreibe ich den Händlern in Ali nach dem Einkauf sie sollen den richtigen Warenwert hinschreiben ich habe kein problem damit die MWST zu bezahlen und der Zoll ist ja nicht Blöd und was passiert.. Sendung kommt mit kleinem falschen Warenwert wie immer. Fazit man kann hier regulieren was man will die Händler in Fernost Interessierts nicht.
  • andy y 07.03.2019 15:39
    Highlight Highlight Die Erwähnten schummeln nicht, sie nutzen einfach GesetzesLücken aus. Sie können ja nix dafür das die Schweizer Regierung nicht fähig ist gleich von Anfang an Gesetze zu erlassen die Hand und Fuß haben
  • Faebuuuu 07.03.2019 11:40
    Highlight Highlight Sehe kein problem in den Shops,
    Ich kaufe generell nur dinge die ich in der schweiz nicht bekommen kann, was halt einfach so fast ziehmlich alles ist was ich für mein hobby brauche.
    • Mario Conconi 08.03.2019 23:03
      Highlight Highlight Was hast den du für ein interessantes Hobby?
  • G. Schmidt 07.03.2019 10:19
    Highlight Highlight Das war ja vorauszusehen!

    Das Gesetz schütz nun die inländischen E-Shops Giganten Microspot und Digitec vor den europäischen E-Shops...

    Das Alibaba-Subshops nicht bezahlen war ja vorauszusehen!
  • Gogl Vogl 07.03.2019 09:29
    Highlight Highlight Hört auf billige und unnötige Sachen aus China zu kaufen. Je mehr Geld wir der KP China in den Rachen stopfen, um so mehr müssen wir mit ihrem kranken System konkurieren.

    Ich verzichte lieber oder zahle mehr, anstatt mir von den Repräsentanten westlicher Demokratien anhören zu müssen, dass der Neoliberalismus alternativlos gerworden sei.

    Wer ab diesen Schummeleinen heult, ist schlicht selber schuld. Man kennt die Chinesen und den Rest der Welt auch schon ein Weilchen... Dieses Welthandels- und Geldsystem treibt uns noch alle in den Untergang...
    • G. Schmidt 07.03.2019 12:31
      Highlight Highlight @Gogl Vogl

      Ja sie bezahlen lieber den Zwischenhändler in der Schweiz, damit er Ihnen den selben Mist 10-mal teurer verkaufen kann?
    • Harri Hirsch 07.03.2019 13:57
      Highlight Highlight Naja, die meisten Gadgets die du teuer in hiesigen Online-Shops und Läden kaufst sind...

      *tusch*

      ...Made in China
    • andy y 07.03.2019 15:40
      Highlight Highlight Na dann fangen SIE mal damit an und werfen ihr Handy weg
    Weitere Antworten anzeigen
  • bebby 07.03.2019 09:27
    Highlight Highlight Es ist eigentlich logisch, dass asiatische und auch deutsche kmu sich nicht bei einer ausländischen Steuerbehörde eines Kleinstaats registrieren. Wieso sollten Sie? Letztlich wird der Empfänger gebüsst.
    • Ökonometriker 07.03.2019 10:22
      Highlight Highlight Wenn man als deutsches KMU in die Schweiz exportiert und die MWSt. nicht bezahlst, dann wird nicht der Empfänger gebüsst, sondern das KMU.

      Als schweizerisches KMU muss man beim Geschäften mit chinesischen Kunden auch aufpassen, dass man sich an die Gesetze hält - sonst wird's teuer.
  • inmi 07.03.2019 09:16
    Highlight Highlight Diese Kampagne von den Schweizer Abzock Shops geht mir auf den Kecks. Die zusätzlichen MwST Einnahmen sind vernachlässigbar. Es geht einfach darum, die ausländische Konkurrenz fernzuhalten. Damit die Typen in der Schweiz sich als Mittelsmänner dazwischen schalten können.
  • arBeitErmiTfiSch 07.03.2019 09:11
    Highlight Highlight Ist das jetzt Jammern auf hohem Niveau? Der Schweiz gehts doch gut, sagen wir mal so, ein normaler Arbeiter kommt mit dem Lohn grad so aus, kann alles zahlen was so anfällt, 40 Jahre hat er in der Schweiz alles eingekauft, jetzt kommen Asiatische Onlinehänder, und dort kann man Portofrei alles bestellen was einem so gefällt, und zudem gibt es in der Schweiz so einiges was es eben nicht gibt, vieles wird uns vorenthalten (laaaaangweilig), ich habe einen speziellen Geschmack und dort werde ich fündig. Endlich kann der normale Abreiter dort einkaufen wo alle Detailhändler schon ewig einkaufen...
  • Bruno S.1988 07.03.2019 08:31
    Highlight Highlight Was?! Das kommt jetzt überraschend! Die kleinen chinesischen Shops die auf Aliexpress und Wish verkaufen haben sich nicht freiwillig bei den Schweizer Behörden für ihre ausstehenden MWST Zahlungen gemeldet?
    Man kann doch wohl davon ausgehen, dass in China die Unternehmen locker über 100'000 im Jahr umsetzen mit dem Verkauf von Handy Hüllen und Ladekabel!
    ...Mal im ernst, es sollte von Anfang an jedem klar sein, dass das Ganze bloss eine pseudo Lösung war.
  • blabla ohne news 07.03.2019 08:20
    Highlight Highlight jo nei aber au. oder: weshalb sollte ich bei digitec für denselben artikel 8mal mehr bezahlen?
  • mrmikech 07.03.2019 08:10
    Highlight Highlight "sie bieten lediglich eine Plattform an" - und dieses plattform ist ihr produkt, womit sie gewinn machen. Wie dumm sind denn unsere politiker?
  • Lucas29 07.03.2019 07:26
    Highlight Highlight Aliexpress und co einfach in der Schweiz verbieten. Die liefern sowieso nur Schrott...
    • Lucas29 07.03.2019 22:46
      Highlight Highlight Der Unterschied: Wenn du es hier kaufst unterstützst du die "heimische" Wirtschaft
    • Raffaele Merminod 08.03.2019 08:42
      Highlight Highlight Lucas29: Ich soll also das Produkt was die "heimische" Wirtschaft in China einkauft, bei der "heimischen" Wirtschaft für das zehn- oder zwanzigfache des Preises kaufen?
      Ich soll also der "heimischen" Wirtschaft Geld schenken? Warum?
  • s_rosenthaler 07.03.2019 07:22
    Highlight Highlight Na das wäre ganz einfach zu lösen. MWST und Steuern sind in dem Land zu entrichten, in dem die Leistung erbracht wurde. Aber solange Reiche und Grosskonzerne sich teure Spezialisten zur „Steueroptimierung“ leisten können und auch noch genug fürs Schmieren, ähhh Lobbyieren natürlich😂 in der Politik übrig haben, wird sich da nix ändern...
    • rodman 07.03.2019 08:08
      Highlight Highlight Wo wird denn nun die Leistung bei solcheb Produkten erbacht? Fiktives Beispiel:
      Design und Idee= USA
      Produktion Herstellung Einzelteile = Bangladesh, Indien und Vietnam
      Produktion Zusammenbau = China
      Marketing = USA und China
      After-Sale = Call center in Indien
      Finanzierung= Europa
      Etc etc.

      Und wo ist nun die Leistung genau erbracht worden? Beim Verkauf in CH?

      Dieses Problem nennt man Transfer Pricing (Problem auch für Firmen, weil ihnen 30 unabhängige Steuerämter sagen, warum sie einen grösseren Kuchenanteil besteuern). Die OECD hat dies mit BEPS reglementiert - enges Steuerkorsett.
    • s_rosenthaler 07.03.2019 09:19
      Highlight Highlight Dies liesse sich Beispielsweise mittels Blockchain lösen. Solch komplexe Produkketten müssten segmentiert und dann nach einem Verteilschlüssel anteilmässig auf die jeweiligen Länder aufgeteilt werden. Würde auch zu mehr Transparenz für den Verbraucher führen, wenn er nachvollziehen könnte, was beispielsweise für ein iPhone wo erbracht und versteuert wird.
    • rodman 07.03.2019 09:44
      Highlight Highlight Das Problem ist nicht das Tracking (heute gibt es bereits einen country by country Dekkarationsprozess. Das Problem ist, dass die Bewertung und Entschädigung von allen Staaten anders gemacht wird (aufgrund Fiskalinteresse). Die Amerikaner haben interesse, dass bei Apple die Wertschöpfung des Managements hoch bewertet wird, die Iren wollen die Patente möglichst hoch bewerten, China sagt, dass ohne die perfekte Verarbeitung die Marke apple nichts wert sei (die dann wieder in den USA kontrolliert wird) und indien sagt, dass der Kundendienst wertwoll ist. Die Läden verkaufen erst das Produkt
    Weitere Antworten anzeigen
  • oliversum 07.03.2019 07:16
    Highlight Highlight Digitec-Dobler will halt einfach die Konkurrenz ausschalten und chinesische Billighandys als einziger überteuert in der Schweiz verkaufen.
  • roger_dodger 07.03.2019 07:11
    Highlight Highlight Super Gesetz. Die Händler müssen sich registrieren. Trotzdem wurde meine letzte Bestellung aus Deutschland noch verzollt. Wieso wird die MWST nicht gleich vom Händler bezahlt?
  • MaskedGaijin 07.03.2019 06:47
    Highlight Highlight Marcel Dobler ist übrigens Gründungsmitglied und Ex-CEO von Digitec...
  • sleepalot 07.03.2019 06:13
    Highlight Highlight In Deutschland werden die Plattform Betreiber in die Verantwortung genommen (Amazon, Ebay etc.). Aktuell muss eine Anmeldebestätigung hinterlegt werden, das der Verkäufer für Umsatzsteuer registriert ist.

    Löst nicht alle Probleme, aber ist ein Anfang...

    https://www.it-recht-kanzlei.de/bescheinigung-22-ustg-marktplat.html
  • Roterriese #DefendEurope 07.03.2019 05:46
    Highlight Highlight Wish und aliexpress sind auch keine Händler sondern Verkaufsplatformen...
  • Ichsagstrotzdem 07.03.2019 05:38
    Highlight Highlight Outsch, unsere in Grenzen und Territorien aufgeteilte Verwaltungs-Welt kommt mit der Digitalisierung und Globalisierung nicht mit!
    Liebe FDP, wie lösen wir das Problem? Beim Steuerwettbewerb habt ihr doch auch gute Ideen, oder?
    • MaxHeiri 07.03.2019 07:25
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