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Stink-Bakterien: Forscher identifizieren Gene für Achselschweiss

Starke Stinker: Thioalkohole im Achselschweiss
Starke Stinker: Thioalkohole im AchselschweissBild: Shutterstock

Stink-Bakterien: Forscher identifizieren Gene für Achselschweiss

02.04.2015, 21:0602.04.2015, 21:06

Wenn es unter den Armen müffelt, sind schweisshungrige Bakterien schuld. Britische Mikrobiologen haben nun die schlimmsten Stinker unter ihnen ermittelt und jene Gene bestimmt, die zum üblen Geruch führen. Die Resultate könnten helfen, schonendere Deos zu entwickeln.

Das Team um Dan Bawdon von der Universität York hat unter 150 Achsel-Bakterienstämmen jene identifiziert, die die kräftigsten Geruchsstoffe produzieren. Dabei handelt es sich um sogenannte Thioalkohole, die schon in kleinsten Mengen stark stinken. Aus ihnen besteht etwa auch das Stinktier-Sekret.

Mit Menschenschweiss gefüttert

Dann entschlüsselten die Forschenden, welche Gene die Eiweisse herstellen, die Thioalkohole erzeugen. Um zu beweisen, dass diese Gene für die Geruchsbildung verantwortlich sind, pflanzten die Forscher sie in das geruchsfreie Laborbakterium E. coli ein.

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Mit Menschenschweiss-Molekülen gefüttert, hüllten die Test-Bakterien das Labor tatsächlich in üble Gerüche. «Dies eröffnet neue Möglichkeiten, die Geruchsbildung durch neuartige Substanzen zu hemmen, die gezielt Schlüsselproteine in der Entstehungskette blockieren», sagte Bawdon in einer Mitteilung der Hochschule.

Herkömmliche Deos können Hautflora stören

Herkömmliche Deos und Antitranspirantien wirken unspezifisch, indem sie entweder die Schweissbakterien töten oder die Schweissdrüsen hemmen. Dabei wird aber auch die natürliche Hautflora gestört, was bei vielen Menschen zu Entzündungen führt. Die Forscher hoffen nun, Substanzen zu entwickeln, die lediglich die Thioalkohol-Produktion hemmen.

Die Wissenschaftler präsentierten ihre Ergebnisse am Montag an der Jahreskonferenz der britischen Mikrobiologengesellschaft in Birmingham. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Konsumgüterkonzern Unilever. (dhr/sda)

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Die Bernerin Elsa Roth war Rennfahrerin, Skilehrerin und Funktionärin. Sie gründete den Schweizerischen Damenskiclub mit und führte ab 1939 die Geschäfte des nationalen Skiverbands während fast 35 Jahren. Heute ist ihr Name nur wenigen ein Begriff.
Roth kam am 15. Februar 1906 als fünftes Kind einer Berner Burgerfamilie zur Welt. Ihr Vater war Wirt, die Mutter wird in den Akten als «Privatière» bezeichnet. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs sie in der Stadt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater auf. Hans Dinkelmann war unter anderem Nationalrat für die Radikalen (heute: FDP) und später Mitglied der Generaldirektion der SBB. Roth besuchte die Sekundarschule in Bern und absolvierte eine Fortbildungsklasse an der städtischen Mädchenschule mit den Schwerpunkten Erziehungs- und Haushaltungskunde. Danach ging sie als 17-Jährige für einen einjährigen Sprachaufenthalt nach England.
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