Schweiz

Kinder und Jugendliche zu wenig gut vor häuslicher Gewalt geschützt

Kinder und Jugendliche zu wenig gut vor häuslicher Gewalt geschützt

14.02.2022, 12:4214.02.2022, 12:42
Häusliche Gewalt, Symbolbild
Bild: Shutterstock

In jedem zweiten Fall von häuslicher Gewalt sind Kinder mitbetroffen. Der Schlussbericht zum Projekt «Häusliche Gewalt und die Kinder mittendrin» ortet im Kanton St. Gallen Handlungsbedarf: Immer wieder fallen betroffene Kinder und Jugendliche durch die Maschen des Kindesschutz-Netzes.

Im November 2017 startete das vierjährige Projekt «Häusliche Gewalt und die Kinder mittendrin». Das Ziel, den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen, die von Gewalt in Ehe und Partnerschaft der Eltern betroffen sind, besser gerecht zu werden, sei erreicht worden, heisst es in einer Mitteilung des Kantons St. Gallen vom Montag.

Durchschnittlich 700 Kinder erleben jährlich eine Polizeiintervention aufgrund häuslicher Gewalt, tätlichen Konflikten oder eskalierenden Streitsituationen zu Hause, wie es weiter heisst. Manchmal sind die Kinder mitten im Geschehen. Um zu verhindern, dass Gewalt als Konfliktverhalten von Generation zu Generation weitergegeben wird und um ihren Bedürfnissen besser gerecht zu werden, wurden betroffene Kinder und Jugendliche während der vierjährigen Projektzeit in den Fokus gestellt.

Handbuch vorstellen

Es bestehe Handlungsbedarf im gesamten System Kindesschutz, heisst es weiter. Das Projekt habe gezeigt, dass zum Teil unterschiedliche Auffassungen darüber bestünden, wer für was zuständig sei. Diese Kompetenzkonflikte könnten dazu führen, dass von einer Polizeiintervention unmittelbar betroffene Kinder und Jugendliche durch die Maschen fallen. Dies soll in Zukunft verhindert werden.

Die Koordinationsstelle Häusliche Gewalt wird im 2022 an regionalen Veranstaltungen diesen Handlungsbedarf mit den Gemeinden und mit den Kindes- und Erwachsenenbehörden sowie mit Fachstellen und Behörden thematisieren und die Inhalte des Handbuchs vertieft vorstellen. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Die Erfindung der Sächsi­schen Schweiz
Der Schweizer Künstler Adrian Zingg fand in Sachsen Gebirge und Felsen, welche ihn an seine Heimat erinnerten. Er hielt sie in seinen Zeichnungen fest, machte sie berühmt und gab der Region einen Namen, der bis heute besteht: «Sächsische Schweiz».
Wie stark die Kunst mit der Entwicklung des Tourismus in den Alpen ab dem späten 18. Jahrhundert verknüpft ist, ist heute gut bekannt. Den kulturgeschichtlichen Hintergrund bildete die literarische und philosophische Entdeckung der Alpen. Die touristische Erschliessung folgte auf dem Fuss. Schriftsteller und Philosophen wie Salomon Gessner, Jean-Jacques Rousseau oder Immanuel Kant priesen die eindrückliche Gebirgslandschaft. Die Alpen wurden zur Projektionsfläche für das «Erhabene» und das «Ursprüngliche». Damit kultivierte man eine neue Verbundenheit mit der Natur. Sie ersetzte den Verlust eines unmittelbaren, bäuerlichen Bezugs infolge von Industrialisierung und Verstädterung.
Zur Story