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Mario Fehr: Der Zürcher SP-Regierungsrat steht nach der Veröffentlichung eines Artikels in einer Onlinezeitung in der Kritik.
Mario Fehr: Der Zürcher SP-Regierungsrat steht nach der Veröffentlichung eines Artikels in einer Onlinezeitung in der Kritik.
Bild: KEYSTONE

«Habe einen Schlag verspürt»: Mario Fehr spricht im Kantonsrat über die Bierdusche

23.04.2018, 17:42

Heute Morgen stand im Zürcher Kantonsrat die Bierdusch-Affäre um Mario Fehr zur Debatte. Dabei äusserte sich der SP-Regierungsrat erstmals dazu, seit das Onlinemagazin «Republik» vergangene Woche harsche Kritik an ihm übte. 

Die Alternative Liste (AL) reichte im Kantonsrat eine schriftliche Anfrage ein und wollte genau wissen, «wie sich das Ganze ereignet hat».

Er habe «einen Schlag verspürt», sagte Fehr heute Morgen über den Vorfall der mittlerweile ein Jahr zurückliegt. Er sei von «Kopf bis zur Hose» nass gewesen, jemand habe ihm nach dem Spiel des FC Winterthur einen Becher Bier über den Kopf geschüttet. Dies berichtet der Tages-Anzeiger

Auf Anraten der Kapo gehandelt

Fehr meinte heute Morgen, er habe lange gezögert, bis er Strafanzeige eingereicht habe. Es sei die Kantonspolizei gewesen, die ihn zu diesem Schritt geraten habe. Als Sicherheitsdirektor ist Fehr deren oberster Chef.

Der SP-Regierungsrat bezeichnete den Angriff als «mittelalterliches Stammesritual», welches ihm fremd sei, «auch wenn es von Journalisten offenbar goutiert wird.»

Den implizierten Vorwurf des Amtsmissbrauches wies Fehr von sich. Die Polizei hätte auch bei einer normalen Privatperson die gleichen Ermittlungshandlungen vorgenommen.

Fehr zog die Anzeige gegen den Angreifer, welcher der Sohn einer gewählten SP-Magistratin ist, zurück. Dies nachdem sich der Bierduscher bei ihm entschuldigt und 30 Franken für die Anzugsreinigung überreicht hatte. Fehr: «Ich wollte den beruflichen Werdegang eines jungen Mannes nicht durch ein Strafverfahren gefährden.»

SVP erzürnt

Dies erzürnte jedoch anwesenden SVP-Mitglieder im Kantonsrat. Man sei nicht der Auffassung, dass man Bierduschen einfach so hinnehmen müsse, so Fraktionschef Jürg Trachsel. Eine Strafanzeige sei deshalb schon «okay». Der Rückzug der Anzeige «gegen den verzogenen Sohn einer Couleurschwester und Gesinnungsgenossin» sei jedoch «Säuhäfeli-Säudeckeli-Verhalten in Reinkultur». (cma)

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