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In der Schweiz sind immer mehr junge Mädchen auf Diebestour.  symbolBild: AP

Nagellack hier, Armreif dort – immer mehr Teenie-Mädchen landen vor dem Jugendrichter

Ob Diebstahl oder Schwarzfahren, bereits jedes vierte Mädchen im Teenageralter wurde wegen Delikten geschnappt. Viele zeigen sich reuig. 

22.10.17, 02:30 22.10.17, 09:15

Zwar prügeln sich Mädchen weniger als ihre männlichen Kollegen, dafür ­fahren sie überproportional oft schwarz oder sind als Langfinger unterwegs. 

Das zeigt eine neue Auswertung der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich, die der Sonntagszeitung vorliegt. So ist der Anteil straffälliger Mädchen im Kanton Zürich mittlerweile auf 25  Prozent angestiegen. 

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Schweizweit wurden letztes Jahr 1382 junge Mädchen verurteilt. Ein Nagellack hier, ein Armreif dort – Kleinigkeiten mitlaufen zu lassen, statt dafür zu bezahlen, scheint für viele Teenager normal zu sein. «Scham oder moralische Bedenken haben die wenigsten», sagt Ivica Petrušić, Geschäftsführer der Zürcher Jugendförderung Okaj.

«Eine aus der Clique packt Kleinigkeiten in den Läden einfach ein. Sie meint, weshalb zahlen, wenn man etwas auch nehmen könne. Als ich dann mit meiner Freundin unterwegs war, kam das Adrenalin, und wir probierten es auch», gab eine 14-Jährige dem Blatt weiter zu Protokoll.

Die straffälligen Mädchen kommen aus allen Schichten und sind meist zwischen 15 und 17 Jahre alt. Allerdings gehen auch immer jüngere Mädchen auf Diebestour. Sie suchen Nervenkitzel und Anerkennung. «Die Girls können sich mit solchen Taten innerhalb der Clique profilieren», sagt Soziologin Rahel Heeg.

Klauen als «Entwicklungsprozess»

Doch warum steigt die Kriminalität der Mädchen, während Jugenddelinquenz insgesamt rückläufig ist? Der Oberjugendanwalt kann nur spekulieren: «Zum einen ­treten Mädchen heute gleichberechtigter auf, und zum andern geniessen sie mehr gesellschaftliche Freiräume.» Deliktisches Verhalten gehöre heute bei Mädchen zum Entwicklungsprozess dazu.

Auf die schiefe Bahn geraten allerdings die wenigsten. Häufig reicht eine Vorladung der Jugendanwaltschaft, um sie zur Vernunft zu bringen. Als wichtig erachtet Urs Kiener, Jugendpsychologe von Pro Juventute, dass Eltern bereits kleine Delikte ernst nehmen. «Sie sollten mit den Kindern den Diebstahl thematisieren», sagt er. Es sei für den Verlauf der weiteren Jugendjahre entscheidend zu vermitteln, was Recht und Unrecht sei.

(amü)

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Brikne, 20.7.2017
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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Selbstdenker97 22.10.2017 18:15
    Highlight Das nennt man dann wohl Emanzipation ;)
    2 0 Melden
  • Pond 22.10.2017 17:09
    Highlight Ich habe als Mädchen auch ein paar Mal Kleinigkeiten gestohlen. Als andere Mädchen jedoch anfiengen Kleider zu stehlen, wurde mir unwohl. Nach 3-4 "Erfolgserlebnissen" hab ichs dann gelassen. Es ging mir mehr darum es auszuprobieren. Meinen Eltern wärs auch aufgefallen, wenn ich auf einmal ein neues Parfüm o.ä. gehabt hätte. Da wir noch nicht so viel Geld bekamen, wär ich sofort aufgeflogen
    0 0 Melden
  • Herbert Anneler 22.10.2017 15:19
    Highlight Alles hat zwei Seiten: Die Atomenergie, die Globalisierung, das Glücksstreben, die Selbstverwirklichung, die Frauenemanzipation... Umsicht ist eine gute Lebensbegleiterin.
    3 0 Melden
  • Don Sinner 22.10.2017 14:17
    Highlight Mehr erwischt und angezeigt, heisst nicht, dass es mehr tun als vorher/früher.
    18 4 Melden
  • Sir Konterbier 22.10.2017 14:05
    Highlight Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass eine Soziologin die Jugendlichen wirklich versteht, wenn sie von "Girls" spricht.
    35 5 Melden
  • Dr.Bogyman 22.10.2017 10:52
    Highlight Was wollt ihr eigentlich? Die emantizipieren sich nur. Ist doch ok, Jungs machen das auch ;-)
    12 44 Melden
  • Jura111 22.10.2017 10:22
    Highlight Sehr geschickte Wahl der Fotos?!
    4 29 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 22.10.2017 18:22
      Highlight Warum? Das sind ganz offensichtlich Japan-Touristinnen auf Diebestour. Diese Frauen aus dem Westen sind dafür verantwortlich, dass es in Japan überhaupt eine Statistik zu Diebstählen gibt.
      1 1 Melden
  • Kunibert der fiese 22.10.2017 09:23
    Highlight Jesses.. schwarzfahren.. um himmelswillen, steckt dir mädchen lebenslang hinter gitter !!1!!1 😒
    38 94 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.10.2017 11:05
      Highlight Sozilogik: bezahlen soll ein anderer.
      55 29 Melden
    • grumpy_af 22.10.2017 12:22
      Highlight Jesses... ohne Ticket ins Kino schleichen... halb so wild, der Film läuft ja sowieso...
      Etwa die gleiche Logik. Du arbeitest bestimmt gerne gratis. :)
      27 2 Melden
    • Mutzli 22.10.2017 12:26
      Highlight @RosaL Weil ein Gefängnisaufenthalt ja viel billiger wäre als ein weiteres entgangenes Trambillet? Was ist denn das nun, Konsilogik? Hauptsache rumpoltern, egal was es kostet?
      7 12 Melden
    • Hattori_Hanzo 22.10.2017 12:49
      Highlight Schwarzfahren hat kaum was mit der politischen Gesinnung zu tun denke ich. Und in meinen Augen kann Schwarzfahren tatsächli ausversehen passieren. Z.b. wenn man lange ein Abo hatte und sichs nicht gewönt ist ein Billet zu lösen kann dies schnell mal vergessen gehen. Die Buse ist natürlich dann gerechtfertigt. Dies 1 zu 1 mit vorsätzlichem Ladendiebstahl in einen Topf zu werfen scheint mir aber auch übertrieben.
      25 2 Melden
    • grumpy_af 22.10.2017 14:22
      Highlight Hanzo, du hast den Unterschied selbst benannt. "Vorsätzlich". Wer bewusst schwarz fährt, macht genau das gleiche wie beim Klauen: Etwas nehmen, worauf man kein Anrecht hat.
      12 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.10.2017 14:41
      Highlight @Hattori: "Schwarzfahren hat kaum was mit der politischen Gesinnung zu tun denke ich."

      Ich denke schon - wieso? Schwarzfahren ist eine Revolution gegen den staatlichen Zwang ... gegen das Kapital im Sinne vom Bezahlen für den Bezug einer Leistung. Wer macht das so? Da hast du es.
      6 13 Melden
    • Kunibert der fiese 22.10.2017 15:11
      Highlight @grumpy

      Der chaffeur der linienbusse erhält seinen lohn vom kanton. Zudem ist mal schwarzfahren wohl halb so schlimm wie jemandem die brieftasche klauen oder mord.
      1 2 Melden
    • Truudi 22.10.2017 15:40
      Highlight @Hanzo Das ist mir mal passiert als ich 11 Jahre alt war. Hatte Zuhause einen Riesenstreit und es war auch noch der Todestag meiner Mutter und hatte vergessen zu stempeln. Konnte dem Kontrolleur meine Stempelkarte zeigen, auf der jede Woche um die gleiche Zeit gestempelt war. Die Busse bekam ich dann halt trotzdem.
      1 0 Melden
    • Selbstdenker97 22.10.2017 18:16
      Highlight Es geht doch garnicht darum ob es richtig ist oder nicht.
      Es geht darum das es nichts bringt bei Kleinigkeiten ein riesen Drama zu machen da die Jugendlichen ansonsten nur die Nase voll kriegen von der Gesellschaft und sich ganz von Ihr abwenden checkt das doch mal -.-
      Und was wir dann haben sollte euch allen Bewusst sein...
      1 3 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 22.10.2017 18:27
      Highlight Im Schlaraffenland wird den Mädels eben vorgelebt, dass alles bunt und lustig ist und man alles haben kann. Darum rennen ja schon Minderjährige mit den neuesten Smartphones herum. Wenn sie dann ein bitzli älter sind, merken sie, dass ohne Schlaraffengeld nichts geht. Aber sie wollen trotzdem noch alles haben. Also bedient man sich im Schlaraffenladen halt einfach. Fällt bestimmt nicht auf.

      Konsumismus reloaded. Demnächst im Kino.
      4 1 Melden
    • Tierra Y Libertad 22.10.2017 18:33
      Highlight @RosaL
      Sie befinden sich auf dem Holzweg. Schwarzfahren als Revolution gegen den staatlichen Zwang... ist einfach falsch und lächerlich!
      3 1 Melden
    • Truudi 22.10.2017 21:19
      Highlight Selbstdenker: Ich finde es gut greift man da schon früh ein damit es kein zweites Mal vorkommt.
      0 0 Melden
    • Selbstdenker97 22.10.2017 22:58
      Highlight Nur weil Sie es gut finden heisst es noch nicht das es Sinnvoll ist...
      Wir sind alle auf die gleiche weise gebohren und 98% arbeiten auch alle gleich hart wiso sollen sich dan gewisse oder deren Kinder das Zugbillet nicht leisten können?
      1 0 Melden
  • Ökonometriker 22.10.2017 08:54
    Highlight Wenn die SBB App funktioniert und der Zug gleich kommt sodass die Zeit zum Billetkaufen nicht mehr reicht, heisst es eben schwarzfahren oder den nächsten Zug nehmen. Je nach Reiseziel kann das bedeuten, dass man eine Stunde länger unterwegs ist.
    Ganz perfid ist auch, wenn man über die App ein Billet kauft und der Nachtzuschlag nicht korrekt berechnet wird, womit man auch zum Schwarzfahrer wird. Die SBB kennen da kein Pardon.

    Daher kann man Schwarzfahren in manchen Fällen nicht per se als Delikt bezeichnen - eher als mangelnde Bereitschaft gerichtlich gegen die SBB vorzugehen.
    27 84 Melden
    • öpfeli 22.10.2017 10:05
      Highlight Ironie?

      Man weiss, dass man ein Zugbillet braucht. Heute haben wir den Luxus, dass wir es auf dem Weg zum Bahnhof lösen können via App. Vor der App- Zeit musste man früher los gehen, dann konnte es schon mal knapp werden.
      Es schadet nicht sein Hirn zu gebrauchen und mitzudenken. Wenn das Bilett gelöst hat kurz checken ob alles stimmt, dann siehst du auch, ob der NZ richtig berechnet wurde.
      44 3 Melden
    • Gustav.s 22.10.2017 10:09
      Highlight Beim nicht korrekt berechnen seh ich auch den Fehler bei der Bahn.
      Aber wenn die Zeit nicht reicht bist DU zu spät, ob man nun eine App benutzt oder die Karte am Automat/Schalter bezieht.
      32 0 Melden
    • Karl Müller 22.10.2017 11:10
      Highlight Das glaube ich nicht, dass die SBB da kein Pardon kennen. Mir wurde mal eine Nachtzuschlagsbusse erlassen, nachdem ich mich schriftlich über die Unverhältnismässigkeit beklagt hatte. Reine Kulanz, denn rechtlich hatte ich nichts zu beanstanden. Vielen Leuten wurde die NZ-Busse erlassen, weil sie sich über unzureichende Informierung beklagten. Aber bei einer fehlerhaften App sollen sie hart bleiben?
      2 8 Melden
    • öpfeli 22.10.2017 13:06
      Highlight Karl Müller

      Busse = Unverhältnismässigkeit wenn man kein Billet hat?
      2 0 Melden
    • Rendel 22.10.2017 13:37
      Highlight Wie schön war's, als man beim Kondukteur noch ein Billett lösen konnte, auch wenn es 5 sfr. mehr kostete, wenn es für's Billett lösen nicht mehr gereicht hatte. 😉
      8 0 Melden
    • grumpy_af 22.10.2017 13:44
      Highlight Ich konnte nach einem Konzert in ZH auch kein Billet für den Zug nach Bern lösen, da der Automat keine 100er schluckte, und ich Depp nur diese hatte. Bin zum Gleis gerannt und habe es den beiden Kontrolleuren erklärt, diese meinten ich kann dann im Zug nachzahlen oder sogar gegen 5.- Ticket am nächsten Tag im Zielbhf. Wurde schlussendlich nicht mal mehr kontrolliert, er hat mich beim Vorbeigehen nur angenickt.
      9 0 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 22.10.2017 14:05
      Highlight Smartphone heisst nicht, dass das Smartphone das Denken des Benutzers übernimmt. Daher gilt, auch eine App korrekt zu nutzen will gelernt sein.

      Denn: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
      11 1 Melden
    • Ökonometriker 22.10.2017 15:14
      Highlight Ich finde es anmassend wenn von jedem Teenager erwartet wird zu erkennen, dass die App bei der Berechnung des Billetpreises einen Fehler gemacht hat.

      Hand auf's Herz: Kennt ihr alle Billetpreise zu jeder Tageszeit auswendig und könnt feststellen wenn die App etwas falsch berechnet?
      0 2 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 22.10.2017 18:45
      Highlight @Ökonometriker: Teenager benutzen sowieso viel zu viele Apps. Und ich stelle da schon einen Zusammenhang mit deren kognitiven Fähigkeiten fest.
      0 1 Melden
    • öpfeli 22.10.2017 23:04
      Highlight Du schreibst von NZ. Dieser Preis weiss man spätestens nach dem 1. Ausgang
      0 1 Melden
  • SanchoPanza 22.10.2017 06:57
    Highlight Frage: heisst es tatsächlich "deliktisches" Verhalten wies im Text steht? Nicht "delinquentes" Verhalten?!
    51 3 Melden
    • Crissie 22.10.2017 12:17
      Highlight siehe Google
      2 0 Melden

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