Schweiz
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Shoppers are reflected on a fashion boutique window as they walk through the capital city's popular shopping mall in Beijing, Thursday, Oct. 19, 2017. China's economic growth edged down in the latest quarter but was buoyed by strength in retail spending and exports. (AP Photo/Andy Wong)

In der Schweiz sind immer mehr junge Mädchen auf Diebestour.  symbolBild: AP

Nagellack hier, Armreif dort – immer mehr Teenie-Mädchen landen vor dem Jugendrichter

Ob Diebstahl oder Schwarzfahren, bereits jedes vierte Mädchen im Teenageralter wurde wegen Delikten geschnappt. Viele zeigen sich reuig. 



Zwar prügeln sich Mädchen weniger als ihre männlichen Kollegen, dafür ­fahren sie überproportional oft schwarz oder sind als Langfinger unterwegs. 

Das zeigt eine neue Auswertung der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich, die der Sonntagszeitung vorliegt. So ist der Anteil straffälliger Mädchen im Kanton Zürich mittlerweile auf 25  Prozent angestiegen. 

Hast du schon mal was geklaut?

Schweizweit wurden letztes Jahr 1382 junge Mädchen verurteilt. Ein Nagellack hier, ein Armreif dort – Kleinigkeiten mitlaufen zu lassen, statt dafür zu bezahlen, scheint für viele Teenager normal zu sein. «Scham oder moralische Bedenken haben die wenigsten», sagt Ivica Petrušić, Geschäftsführer der Zürcher Jugendförderung Okaj.

«Eine aus der Clique packt Kleinigkeiten in den Läden einfach ein. Sie meint, weshalb zahlen, wenn man etwas auch nehmen könne. Als ich dann mit meiner Freundin unterwegs war, kam das Adrenalin, und wir probierten es auch», gab eine 14-Jährige dem Blatt weiter zu Protokoll.

Die straffälligen Mädchen kommen aus allen Schichten und sind meist zwischen 15 und 17 Jahre alt. Allerdings gehen auch immer jüngere Mädchen auf Diebestour. Sie suchen Nervenkitzel und Anerkennung. «Die Girls können sich mit solchen Taten innerhalb der Clique profilieren», sagt Soziologin Rahel Heeg.

Klauen als «Entwicklungsprozess»

Doch warum steigt die Kriminalität der Mädchen, während Jugenddelinquenz insgesamt rückläufig ist? Der Oberjugendanwalt kann nur spekulieren: «Zum einen ­treten Mädchen heute gleichberechtigter auf, und zum andern geniessen sie mehr gesellschaftliche Freiräume.» Deliktisches Verhalten gehöre heute bei Mädchen zum Entwicklungsprozess dazu.

Auf die schiefe Bahn geraten allerdings die wenigsten. Häufig reicht eine Vorladung der Jugendanwaltschaft, um sie zur Vernunft zu bringen. Als wichtig erachtet Urs Kiener, Jugendpsychologe von Pro Juventute, dass Eltern bereits kleine Delikte ernst nehmen. «Sie sollten mit den Kindern den Diebstahl thematisieren», sagt er. Es sei für den Verlauf der weiteren Jugendjahre entscheidend zu vermitteln, was Recht und Unrecht sei.

(amü)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Frausowieso 22.10.2017 17:09
    Highlight Highlight Ich habe als Mädchen auch ein paar Mal Kleinigkeiten gestohlen. Als andere Mädchen jedoch anfiengen Kleider zu stehlen, wurde mir unwohl. Nach 3-4 "Erfolgserlebnissen" hab ichs dann gelassen. Es ging mir mehr darum es auszuprobieren. Meinen Eltern wärs auch aufgefallen, wenn ich auf einmal ein neues Parfüm o.ä. gehabt hätte. Da wir noch nicht so viel Geld bekamen, wär ich sofort aufgeflogen
  • Herbert Anneler 22.10.2017 15:19
    Highlight Highlight Alles hat zwei Seiten: Die Atomenergie, die Globalisierung, das Glücksstreben, die Selbstverwirklichung, die Frauenemanzipation... Umsicht ist eine gute Lebensbegleiterin.
  • Don Sinner 22.10.2017 14:17
    Highlight Highlight Mehr erwischt und angezeigt, heisst nicht, dass es mehr tun als vorher/früher.
  • Sir Konterbier 22.10.2017 14:05
    Highlight Highlight Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass eine Soziologin die Jugendlichen wirklich versteht, wenn sie von "Girls" spricht.
  • Jura111 22.10.2017 10:22
    Highlight Highlight Sehr geschickte Wahl der Fotos?!
    Benutzer Bild
  • Kunibert der Fiese 22.10.2017 09:23
    Highlight Highlight Jesses.. schwarzfahren.. um himmelswillen, steckt dir mädchen lebenslang hinter gitter !!1!!1 😒
    • Mutzli 22.10.2017 12:26
      Highlight Highlight @RosaL Weil ein Gefängnisaufenthalt ja viel billiger wäre als ein weiteres entgangenes Trambillet? Was ist denn das nun, Konsilogik? Hauptsache rumpoltern, egal was es kostet?
    • Hattori_Hanzo 22.10.2017 12:49
      Highlight Highlight Schwarzfahren hat kaum was mit der politischen Gesinnung zu tun denke ich. Und in meinen Augen kann Schwarzfahren tatsächli ausversehen passieren. Z.b. wenn man lange ein Abo hatte und sichs nicht gewönt ist ein Billet zu lösen kann dies schnell mal vergessen gehen. Die Buse ist natürlich dann gerechtfertigt. Dies 1 zu 1 mit vorsätzlichem Ladendiebstahl in einen Topf zu werfen scheint mir aber auch übertrieben.
    • Kunibert der Fiese 22.10.2017 15:11
      Highlight Highlight @grumpy

      Der chaffeur der linienbusse erhält seinen lohn vom kanton. Zudem ist mal schwarzfahren wohl halb so schlimm wie jemandem die brieftasche klauen oder mord.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 22.10.2017 08:54
    Highlight Highlight Wenn die SBB App funktioniert und der Zug gleich kommt sodass die Zeit zum Billetkaufen nicht mehr reicht, heisst es eben schwarzfahren oder den nächsten Zug nehmen. Je nach Reiseziel kann das bedeuten, dass man eine Stunde länger unterwegs ist.
    Ganz perfid ist auch, wenn man über die App ein Billet kauft und der Nachtzuschlag nicht korrekt berechnet wird, womit man auch zum Schwarzfahrer wird. Die SBB kennen da kein Pardon.

    Daher kann man Schwarzfahren in manchen Fällen nicht per se als Delikt bezeichnen - eher als mangelnde Bereitschaft gerichtlich gegen die SBB vorzugehen.
    • öpfeli 22.10.2017 10:05
      Highlight Highlight Ironie?

      Man weiss, dass man ein Zugbillet braucht. Heute haben wir den Luxus, dass wir es auf dem Weg zum Bahnhof lösen können via App. Vor der App- Zeit musste man früher los gehen, dann konnte es schon mal knapp werden.
      Es schadet nicht sein Hirn zu gebrauchen und mitzudenken. Wenn das Bilett gelöst hat kurz checken ob alles stimmt, dann siehst du auch, ob der NZ richtig berechnet wurde.
    • Gustav.s 22.10.2017 10:09
      Highlight Highlight Beim nicht korrekt berechnen seh ich auch den Fehler bei der Bahn.
      Aber wenn die Zeit nicht reicht bist DU zu spät, ob man nun eine App benutzt oder die Karte am Automat/Schalter bezieht.
    • Karl Müller 22.10.2017 11:10
      Highlight Highlight Das glaube ich nicht, dass die SBB da kein Pardon kennen. Mir wurde mal eine Nachtzuschlagsbusse erlassen, nachdem ich mich schriftlich über die Unverhältnismässigkeit beklagt hatte. Reine Kulanz, denn rechtlich hatte ich nichts zu beanstanden. Vielen Leuten wurde die NZ-Busse erlassen, weil sie sich über unzureichende Informierung beklagten. Aber bei einer fehlerhaften App sollen sie hart bleiben?
    Weitere Antworten anzeigen
  • SanchoPanza 22.10.2017 06:57
    Highlight Highlight Frage: heisst es tatsächlich "deliktisches" Verhalten wies im Text steht? Nicht "delinquentes" Verhalten?!
    • Crissie 22.10.2017 12:17
      Highlight Highlight siehe Google

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