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Zeljko Komsic wurde anstelle von Dragan Covic gwählt und wird die Kroaten im dreiköpfigen Staatspräsidium in Bosnien-Nerzegowina vertreten. 
Zeljko Komsic wurde anstelle von Dragan Covic gwählt und wird die Kroaten im dreiköpfigen Staatspräsidium in Bosnien-Nerzegowina vertreten. 
Bild: EPA/EPA

«Eine nie gesehene Krise»: Herzegowina-Kroaten erleiden Wahlschlappe in Bosnien

08.10.2018, 03:3508.10.2018, 08:22

Die Wahl des dreiköpfigen Staatspräsidiums in Bosnien-Herzegowina hat den Kroaten in der Herzegowina eine schwere Niederlage beschert. Statt ihres jahrelangen Führers Dragan Covic wird der Kroate Zeljko Komsic ins höchste Amt des kleinen Balkanstaates einziehen.

Dies teilte die staatliche Wahlkommission am Montagmorgen in Sarajevo mit. Der Unterlegene kündigte an, jetzt sei «eine nie gesehene Krise» möglich. Schon im Wahlkampf hatte der Nationalist Covic angekündigt, im Falle einer Niederlage wolle seine Nation die politischen Gremien im ganzen Land lahmlegen.

Dragan Covic freut sich gar nicht über das Wahlergebnis. 
Dragan Covic freut sich gar nicht über das Wahlergebnis. 
Bild: AP/AP

In Bosnien-Herzegowina machen die muslimischen Bosniaken rund die Hälfte der Bevölkerung aus. Die orthodoxen Serben stellen ein Drittel, die katholischen Kroaten als kleinstes Volk rund 15 Prozent. Im Staatspräsidium muss jeweils ein Vertreter aller drei Nationen vertreten sein.

Zwar hätten fast alle Landsleute für ihn gestimmt, begründete Covic seine Position. Doch hätten die Bosniaken den aus Sarajevo stammenden Kroaten Komsic durchgesetzt, der als moderat gilt. «Ihr könnt für die Kroaten nicht ihren Präsidenten wählen», sagte Covic mit Blick auf die Bosniaken.

Für bürgerlichen Staat

Für die Muslime wird Sefik Dzaferovic ins Präsidium einziehen, berichtete die Wahlkommission weiter. Er gehört der grössten muslimischen Partei SDA an. Die Serben sind danach in Zukunft mit ihrem langjährigen Führer Milorad Dodik vertreten. Während diese beiden Spitzenpolitiker für die Rechte ihres jeweiligen Volkes kämpfen, tritt der Sozialdemokrat Komsic für einen bürgerlichen Staat ein.

Sefik Dzaferovic
Sefik Dzaferovic
Bild: AP/AP

Für ihn steht der Einzelne im Mittelpunkt und nicht die Nation. Folgerichtig sagte er am Wahlabend: «Ich werde allen Bürgern dienen, auch wenn sie mich nicht gewählt haben».

Obwohl nur etwas mehr als die Hälfte der 3,4 Millionen Wähler an der Abstimmung teilgenommen hatte, dauerte es mehr als fünf Stunden nach Schliessung der Wahllokale, bis die Wahlkommission erste Ergebnisse mitteilte. Resultate für das ebenfalls gewählte Bundesparlament, die Parlamente der beiden fast selbstständigen Landesteile und ihre Präsidenten sollen erst im Laufe des Montags folgen, kündigte die Kommission an. (sda/dpa)

In Bosnien kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unruhen:

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Schwere Unruhen in Bosnien
quelle: ap/ap / amel emric
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Diesem jungen Bosnier gelang ein sensationeller Weltrekord:

Video: watson
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