Die Schweiz spielt in architektonischen Meisterwerken – die Besonderheiten der WM-Stadien
Durch die vielen Spielorte und grossen Arenen ist die Gesamtkapazität der Plätze in den Stadien so hoch wie nie zuvor, der Reiseaufwand für Fans und Mannschaften aufgrund der grossen Distanzen enorm. Zusammengerechnet sollen die Stadien Platz für etwa eine Million Fans bieten. Zwischen den Spielorten Vancouver und Miami liegt eine Distanz von etwa 4500 Kilometern Luftlinie. Eine Auswahl der bedeutendsten WM-Spielorte.
Das historische Stadion
Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika steigt im historischen Aztekenstadion in Mexico City, das sich während der WM Mexiko-City-Stadion nennt. Mit dem «Jahrhundertspiel» im WM-Halbfinal 1970 zwischen Italien und Westdeutschland (4:3 n.V.), dem WM-Final 1986 zwischen Westdeutschland und Argentinien (2:3) oder Diego Maradonas «Hand Gottes» in Argentiniens Viertelfinal der WM 1986 gegen England (2:1) blickt das Stadion auf eine bedeutende Historie zurück.
Unter seinem neuen Namen Estadio Banorte (benannt nach einem Sponsor) bietet das Stadion Platz für etwa 83'000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Neben der Eröffnungspartie werden hier zwei weitere Gruppenspiele und zwei K.o.-Partien ausgetragen. Nach Umbauarbeiten zur WM wurde das Stadion im März 2026 neu eröffnet. Die Bauarbeiten im Herzen von Mexico City führten zu Kritik. Anwohnerinnen und Anwohner sorgen sich Medienberichten zufolge unter anderem um Gentrifizierung und steigende Mieten im Wohnviertel am Aztekenstadion.
Das Finalstadion
Hier wird nach mehr als fünf Wochen Spielzeit am 19. Juli der neue Weltmeister gekrönt. Das MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, (während der WM New-York-New-Jersey-Stadion genannt) hat an der WM eine Kapazität von 82'500 Plätzen. Im Ranking der grössten Fussballstadien Europas wäre dies Platz 4 hinter dem Camp Nou in Barcelona (99'354), dem Wembley-Stadion in London (90'000) und dem Atatürk-Stadion in Istanbul (83'000).
Im Normalbetrieb beheimatet das Stadion die beiden Football-Teams New York Giants und New York Jets.
Das Stadion wurde im Jahr 2010 nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet – Medienberichten zufolge lagen die Baukosten bei knapp 1,6 Milliarden Dollar. Viele Fans erreichen das Stadion, das rund acht Kilometer ausserhalb von New York liegt, mit dem Auto: Der Parkplatz vor dem MetLife Stadium ist für rund 30'000 Autos ausgelegt. Auch der Final der ersten Ausgabe der Klub-WM zwischen Chelsea und Paris Saint-Germain fand im Sommer 2025 in East Rutherford statt.
Das Grösste und das Kleinste
Das grösste Stadion an der WM ist das 94'000 Zuschauer fassende Dallas Stadion in Arlington im US-Bundesstaat Texas. Die Heimstätte der Dallas Cowboys im American Football ist Schauplatz von neun WM-Partien – so viele wie an keinem anderen Ort. Unter anderem findet einer der Halbfinals dort statt. Die Arena kann mit seinem verschliessbaren Dach an die Wetterbedingungen vor Ort angepasst werden.
Weniger als halb so viele Zuschauerinnen und Zuschauer haben im Stadion in Toronto Platz. Mit einer Kapazität von immer noch etwa 45'000 Sitzen ist das Toronto-Stadion (BMO Field) der kleinste Spielort der WM. Für die WM wurde das Fassungsvermögen des Stadions am Lake Ontario um mehr als 17'000 Plätze aufgestockt. In Toronto finden insgesamt sechs WM-Spiele statt.
Das Vulkanstadion
Das Stadion im mexikanischen Spielort in Zapopan ist ein architektonischer Hingucker. Es wird von einer etwa 20'000 Quadratmeter grossen Rasenfläche umrundet und hört auf den Rufnamen «El volcán» – «Der Vulkan». Als eines von drei Stadien im Gastgeberland Mexiko ist das Vulkanstadion der einzige Spielort der WM, in dem kein K.o.-Spiel stattfinden wird.
Neben seiner Architektur ist das Stadion nordwestlich der Stadt Guadalajara für seine Nachhaltigkeit bekannt. Über das Spielfeld und das Dach wird Regenwasser in einem grossen Wassertank gesammelt, das im Anschluss unter anderem für die Bewässerung des Platzes genutzt wird.
Die Schweizer Spielstätten in der Vorrunde
Die Schweizer Nationalmannschaft bestreitet ihre Gruppenspiele an der Westküste Nordamerikas. Den Auftakt macht die Partie gegen Katar am 13. Juni in der San Francisco Bay Area in Santa Clara, gut 65 Kilometer südlich vom Stadtzentrum San Franciscos. Die Heimstätte der San Francisco 49ers im American Football gehört zu den neueren Stadien, an der WM fasst sie 71'000 Zuschauer.
Spiel 2 gegen Bosnien-Herzegowina findet fünf Tage später ebenfalls im Bundesstaat Kalifornien statt – in Inglewood, einer Stadt im Los Angeles County rund 650 Kilometer weiter südlich von San Francisco. Das Fassungsvermögen des SoFi Stadium beträgt 70'000 Zuschauer. Für das dritte Spiel am 24. Juni gegen Co-Gastgeber Kanada reist das Nationalteam mehr als 2000 Kilometer nordwärts nach Vancouver. Die BC Arena, ein vor mehr als 40 Jahren erbautes architektonisches Meisterwerk am Ufer des False Creek, bietet Platz für 54'000 Zuschauer.
(nih/sda/dpa)
