Gesellschaft & Politik
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An Afghan girl smiles as she disembarks with other refugees and migrants at the port of Lavrio, about 75 kilometers (48miles) south of Athens, Tuesday, Sept. 29, 2020. Greek authorities have moved nearly 1,000 asylum-seekers from eastern Aegean islands to the mainland as part of efforts to improve conditions in overcrowded island camps. Most of the people on a ferry that docked Tuesday at Lavrio, near Athens, were from a temporary facility hastily built on the island of Lesbos to replace a squalid camp that angry residents burned down three weeks ago. (AP Photo/Petros Giannakouris)

Ein mit ihrer Familie geflüchtetes Mädchen aus Afghanistan in einem Camp auf der griechischen Insel Lesbos. Bild: keystone

Schweiz beendet ihre Soforthilfe auf Lesbos



Die Schweiz hat am Mittwoch ihre Soforthilfe auf der griechischen Insel Lesbos beendet. Während rund drei Wochen beteiligte sich die Humanitäre Hilfe des Bundes an der Hilfsaktion für Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten.

Bundesrat Ignazio Cassis dankte am Mittwoch auf Twitter allen Beteiligten. Dank der Soforthilfe der Schweiz erhielten rund 10'000 Menschen wieder Zugang zu Trinkwasser, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwoch mitteilte.

Am 9. September verwüstete ein verheerender Brand das Flüchtlingslager Moria. Tausende Menschen verloren dabei ihre Unterkunft und hatten weder Nahrung noch Trinkwasser. Statt der vorgesehenen 3000 Menschen waren dort 12'000 untergebracht.

«Die Schweiz hat sofort nach dem Brand reagiert und der griechischen Regierung humanitäre Hilfe angeboten», liess sich Cassis in der EDA-Mitteilung zitieren.

Fünf Tonnen Hilfsgüter

Die Hilfe der Schweiz konzentrierte sich zunächst auf die Lieferung von dringend benötigtem Material. Zwischen dem 11. und 15. September transportierte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) fünf Tonnen an Hilfsgütern auf die Insel in der Ägäis.

Darunter waren Zelte, Generatoren, Wasserkanister, Desinfektionskits zur Aufbereitung von Trinkwasser sowie Wasserverteilungsmodule. Weiter lieferte die Schweiz 40’000 Schutzmasken an das Hauptspital von Lesbos als Massnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Die griechischen Behörden begannen rasch mit dem Bau eines neuen Registrierungs- und Aufnahmezentrums. Es wurde eine Woche nach dem Brand in Betrieb genommen und bietet rund 10’000 Flüchtlingen Platz. Fachleute des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) halfen bei der Wiederherstellung des Zugangs zu sauberem Wasser im neuen Zentrum und beteiligten sich an den Kontroll- und Sanierungsmassnahmen.

Schweiz engagiert sich weiter

Manuel Bessler, stellvertretender Deza-Direktor, Delegierter für humanitäre Hilfe und Chef des SKH, besuchte das Lager auf Lesbos am Dienstag, um sich ein genaues Bild der aktuellen Lage zu machen. Die Schweiz werde auch nach ihrer Soforthilfeaktion auf Lesbos engagiert bleiben, sagte er.

Nach dem Abschluss der Soforthilfe setzt die Humanitäre Hilfe ihre Unterstützung für das Hauptspital auf Lesbos fort. Eine weitere Lieferung von Material zum Schutz vor dem Coronavirus ist in Vorbereitung. Zudem ist im Rahmen des COVID-19-Zusatzkredits ein finanzieller Beitrag an das Spital von 250’000 Franken vorgesehen.

Die Aktivitäten der Humanitären Hilfe im Bereich Wasser werden nun der Nichtregierungsorganisation International Rescue Committee übergeben, die ebenfalls vor Ort ist. Zudem stellt das SKH dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef einen Wasserexperten zur Verfügung, um die Uno-Organisation in Abstimmung mit den griechischen Behörden während eines Monats in Wasserfragen zu unterstützen. (sda)

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Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Wie ein Geflüchteter die Situation in Lesbos erlebt

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6 Kommentare
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Anti-Bot
01.10.2020 00:16registriert November 2019
Schön zu hören! So geht konkrete Hilfe und dafür bezahle ich gerne Steuern. 🙌🏻
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6

Analyse

Griechenland setzt Flüchtlinge auf offenem Meer aus – und überlässt sie ihrem Schicksal

So aggressiv hat noch kein europäisches Land auf die Ankunft von geflohenen Menschen reagiert. Was die Hellenen da gerade machen, ist brandgefährlich.

Die Enthüllung der New York Times ist schockierend: Die amerikanische Zeitung berichtete am Wochenende, dass griechische Behörden in den vergangenen Monaten mindestens 31 Mal Flüchtlingsgruppen aus Auffanglagern holten, sie mitten in der Nachts aufs offene Meer hinausfuhren, in Schlauchboote setzten und sie an der griechischen Seegrenze ihrem Schicksal überliessen.

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