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Danzigs Bürgermeister Pawel Adamowicz wurde an einer öffentlichen Veranstaltung schwer verletzt. 
Danzigs Bürgermeister Pawel Adamowicz wurde an einer öffentlichen Veranstaltung schwer verletzt. 
Bild: EPA/PAP

Polnischer Bürgermeister schwebt nach Messerattacke in Lebensgefahr

13.01.2019, 23:3014.01.2019, 05:07

Auf offener Bühne ist Danzigs Bürgermeister Pawel Adamowicz bei einer Benefizveranstaltung von einem Mann mit einem Messer schwer verletzt worden. Er schwebt nach einer Notoperation weiter in Lebensgefahr.

«Der Patient lebt», sagte der Chirurg Tomasz Stefaniak nach der fünfstündigen Operation im Universitätskrankenhaus der polnischen Hafenstadt in der Nacht auf Montag. Sein Zustand sei aber «sehr, sehr ernst»: «Die nächsten Stunden werden entscheidend sein.» Demnach wurde der Bürgermeister am Herz und an anderen Organen verletzt.

Pawel Adamowicz
Pawel Adamowicz
Bild: EPA/PAP

Adamowicz war am Sonntagabend bei einer öffentlichen Veranstaltung vor den Augen hunderter Menschen von einem Angreifer niedergestochen worden. Der Mann stürmte bei einer Benefizveranstaltung auf die Bühne und stach mit einem Messer mehrfach auf den 53-Jährigen ein, der seit 1998 Bürgermeister von Danzig ist. Adamowicz wurde vor Ort wiederbelebt und anschliessend ins Spital gebracht.

Racheaktion vermutet

Hinter der Tat wurde eine Racheaktion vermutet. Der Täter soll während des Angriffs gerufen haben, dass er unschuldig in Haft gewesen sei, hiess es unter Berufung auf Augenzeugen. Der 27-jährige Danziger, der Berichten zufolge wegen Banküberfällen eine mehr als fünfjährige Haftstrafe abgesessen hatte, wurde festgenommen. Am Montag will ihn die Staatsanwaltschaft vernehmen. Polnische Politiker verurteilten die Tat.

Adamowicz während der Benefizveranstaltung
Adamowicz während der Benefizveranstaltung
Bild: AP/AP

Adamowicz gehörte bis 2015 der derzeitigen Oppositionspartei Bürgerplattform PO an. Nach Angaben des Warschauer Innenministeriums wurde der Politiker nach dem Angriff reanimiert. Anschliessend kam er ins Krankenhaus und wurde operiert, wie Adamowiczs Sprecherin Magdalena Skorupka-Kaczmarek sagte. Duda schrieb: «Ich habe die Information erhalten, dass es den Ärzten gelungen ist, den Herzschlag des schwer verletzten Bürgermeisters Pawel Adamowicz wiederherzustellen.» Nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand gab es zunächst nicht.

Bei Spendenaktion auf Bühne gestürmt

Der Angreifer hatte Medienberichten zufolge beim Finale einer landesweiten Spendenaktion die Bühne gestürmt und Adamowicz attackiert. Der mutmassliche Täter habe der Bürgerplattform PO die Schuld für seine Haft gegeben, meldete die Agentur PAP unter Berufung auf Videoaufnahmen der Tat.

Der Angreifer hatte Medienberichten zufolge beim Finale einer landesweiten Spendenaktion die Bühne gestürmt und Adamowicz attackiert. Der mutmassliche Täter habe der Bürgerplattform PO die Schuld für seine Haft gegeben, meldete die Agentur PAP unter Berufung auf Videoaufnahmen der Tat.

Auf in polnischen Medien verbreiteten Aufnahmen war zu sehen, dass der Angreifer nach der Tat auf der Bühne blieb und triumphierte, bis er vom Sicherheitspersonal überwältigt wurde. «Er hat sich gefreut», sagte eine Augenzeugin dem Sender TVN24. Der Mann sei nach seiner Haftstrafe noch nicht lange wieder auf freiem Fuss, berichteten Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der Pole soll mit einer Medienakkreditierung in die Nähe der Bühne der Spendengala, auf der Adamowicz eine Rede gehalten hatte, gekommen sein.

Joachim Brudzinski
Joachim Brudzinski
Bild: EPA/PAP

Die Tat während einer bekannten Benefizveranstaltung der Organisation WOSP erschütterte ganz Polen. Bei dem jährlichen Event wird Geld für die Ausstattung von Kinderkrankenhäusern gesammelt. Der Angriff auf das Leben und die Gesundheit Adamowiczs müsse aufs Schärfste verurteilt werden, schrieb Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei Twitter. Innenminister Joachim Brudzinski sprach von einem «Akt der Barbarei».

EU-Ratspräsident Donald Tusk, Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans und der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sprachen Adamowicz ihren Beistand aus. (sda/dpa/afp)

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