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Dänemarks Christensen steht zu nah an der englischen Mauer.
Dänemarks Christensen steht zu nah an der englischen Mauer.
Bild: keystone

Die Engländer monieren: Damsgaards Freistoss-Treffer hätte nicht zählen dürfen

08.07.2021, 14:0008.07.2021, 15:05

Nur dank eines äusserst umstrittenen Penaltys hat sich England im EM-Halbfinal gegen Dänemark mit 2:1 nach Verlängerung durchsetzen können. Auch am Tag nach dem vermeintlichen Foul an Raheem Sterling ist die Aufregung noch immer riesig: Während sich die Dänen betrogen fühlen und einige Fans gar eine Petition zur Wiederholung des Halbfinals gestartet haben, wird auf der ganzen Welt über Sinn und Unsinn des VAR diskutiert.

Nur in England ist die Gemütslage eine komplett andere: Eine ganze Nation ist der Fussball-Euphorie verfallen und hofft auf den ersten grossen Titel seit 55 Jahren. Trainer Gareth Southgate sagte nach dem Schlusspfiff zwar, dass er verstehen könne, wenn jemand den Elfmeter als «schmeichelhaft» bezeichne. Ansonsten wird das Penalty-Thema auf der Insel am Tag danach aber so gut wie möglich ignoriert.

Stattdessen wird in zahlreichen englischen Medien moniert, dass Dänemarks 1:0-Führung durch den direkt verwandelten Freistoss von Mikkel Damsgaard nicht hätte zählen dürfen. Die dänische Mauer, die vor dem Freistoss neben der englischen positioniert war und sich kurz vor der Ausführung vor die englische schob, um Keeper Jordan Pickford die Sicht zu nehmen, stand demnach zu nah an den englischen Spielern.

Seit Sommer 2019 ist es den Spielern der Freistoss ausführenden Mannschaft nämlich vorgeschrieben, zur Mauer des verteidigenden Teams einen Mindestabstand von einem Meter zu halten. Damit wollte das regelgebende International Football Association Board (IFAB) verhindern, dass es zu Nickligkeiten rund um die Mauerbildung kommt.

Die IFAB-Regel im Wortlaut:

«Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Spieler des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens 1 m (1 yd) zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist.»

Tatsächlich stand Andreas Christensen – der Mann ganz links in der dänischen Stör-Mauer – bei Damsgaards Ausführung näher als einen Meter an der englischen Vier-Mann-Mauer. Der Treffer hätte nach offiziellem Reglement also nicht zählen dürfen, der VAR griff wie später bei der Penalty-Szene mit Sterling aber nicht ein.

Die Beweisbilder:

Das Standbild bei der Ballabgabe.
Das Standbild bei der Ballabgabe.
bild: screenshot
Aus einem anderen Blickwinkel.
Aus einem anderen Blickwinkel.
bild: screenshot

Zwar gab es nach dem 0:1 Proteste von englischen Spielern, allen voran Harry Maguire beschwerte sich bei Schiedsrichter Danny Makkelie. Die Reklamationen drehten sich aber mehr um das vorangegangene Foul von Luke Shaw an Christensen als um die Position der dänischen Mauer. Gut möglich, dass sich die «Three Lions» der relativ neuen und selten gepfiffenen Regel gar nicht richtig bewusst waren. (pre)

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