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In Juchitan soll es Menschen geben, die weder Mann noch Frau sind. Wir haben sie gefunden

Thomas Schlittler
Thomas Schlittler



In Juchitan gibt es nichts, was Touristen anzieht. Auch meine Freundin Lea, mein Kumpel Tschügge und ich reisen nur deshalb in die südmexikanische Kleinstadt, weil wir auf dem Weg Richtung Osten irgendwo schlafen müssen.

Als wir «Juchitan» googeln, stossen wir jedoch unverhofft auf ein aussergewöhnliches Phänomen: In der 75'000-Einwohner-Stadt soll es ein drittes Geschlecht geben, das in der Gesellschaft vollständig akzeptiert sei. Bei den sogenannten Muxes (ausgesprochen: Musches) handelt es sich biologisch gesehen um Männer, die sich aber als Frauen fühlen und sich auch dementsprechend kleiden.

Eine Gesellschaft, die kein Problem damit hat, dass es neben Mann und Frau noch etwas anderes gibt? Und das ausgerechnet im streng katholischen Mexiko? Unser Fahrer Eder, der uns nach Juchitan bringt, bestätigt uns, was wir gelesen haben: «In Juchitan leben mehrheitlich Zapoteken. Und bei diesen mexikanischen Ureinwohnern sind Muxes seit je ein fester Bestandteil der Kultur. Ihr werdet sie sehen, wenn ihr in Juchitan durch die Strassen läuft.»

Nach dem ersten Spaziergang durch die Stadt sind wir dann aber etwas enttäuscht. Wir begegnen bei weitem nicht an jeder Strassenecke einem Muxe. Nur einmal glauben wir einen Mann in Frauenkleidern zu erkennen. Wir fragen deshalb im Hotel, wie wir einen Muxe kennenlernen können. Die Rezeptionistin verweist uns an Herrn Ramirez, den Direktor des Hauses der Kulturen.

Der freundliche ältere Mann nimmt sich gerne Zeit für uns und erklärt: «Nicht alle Muxes tragen Frauenkleider – oder zumindest nicht immer.» Vor ein paar Jahren sei zum Beispiel ein Bankangestellter zur schönsten Muxe gekürt worden. «Das hat in der Stadt zu reden gegeben», sagt Ramirez mit einem Grinsen. Denn die meisten Leute hätten diesen Mann nur in Anzug und Krawatte gekannt und nicht gewusst, dass er ein Muxe ist. «Probleme hatte er deswegen aber nicht.»

Herr Ramirez ist Zapoteke und sichtlich stolz darauf, dass es in seiner Kultur Platz hat für ein drittes Geschlecht. Er verschweigt aber nicht, dass auch hier in Juchitan nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist: «Es gibt auch bei uns Leute, die ein Problem haben mit dem dritten Geschlecht – vor allem Religiöse. Es ist aber eine Minderheit.» Die offizielle katholische Kirche in Juchitan sei relativ tolerant: «Beim alljährlichen Muxe-Fest findet immer auch ein Gottesdienst für die Muxes statt.»

Am Ende des Gesprächs greift Herr Ramirez zum Telefon, um Biniza anzurufen, eine Muxe. Er kritzelt eine Adresse auf ein Blatt Papier und streckt es uns nach dem Telefonat entgegen: «Sie wartet hier auf euch. Aber ihr werdet ihr etwas bezahlen müssen. Muxes reden nicht umsonst mit Journalisten.»

Ein Moto-Taxi bringt uns für 15 Pesos (75 Rappen) in ein wenige Minuten entferntes Wohnquartier. Als der Taxifahrer eine ältere Frau fragt, ob sie eine Binizia kenne, läuft eine grossgewachsene, stark geschminkte Dame in einem bunten Sommerkleid auf die Strasse. «Ich bin hier!», ruft Binizia. Wir folgen ihr in ein unscheinbares Gebäude, das sich als Bar entpuppt.

Woche 88 – Fahrer-Selfies

Bevor sie sich mit einer grossen Flasche Corona zu uns setzt, fragt sie uns mit einem selbstbewussten, verführerischem Blick: «Wie viel seid ihr bereit, für mich zu bezahlen?» 100 Pesos sind ihr zu wenig. Auch bei 150 Pesos macht sie eine Handbewegung nach oben. Schliesslich einigen wir uns auf 200 Pesos (10 Franken).

Das ist viel Geld in Mexiko. Unsere erste Frage an Binizia lautet deshalb: «Bist du berühmt?» «Natürlich», sagt sie etwas divenhaft. Sie wirkt dabei aber nicht unsympathisch oder arrogant. Wir haben jedoch das Gefühl, dass sie ein bisschen mit uns spielt. Sie geniesst die Aufmerksamkeit und kokettiert mit dem, was sie ist. Zudem besteht sie darauf, dass wir sie «una muxe» nennen und nicht «un muxa». «Un muxa ist jemand, der sich als Frau fühlt, aber keine Frauenkleider trägt», erklärt sie uns.

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Interview mit einer Muxe: Binizia trägt bereits Frauenkleider, seit sie 13 Jahre alt ist. bild: thomas schlittler

Es sind Aussagen wie diese, die uns im Verlaufe des Gesprächs immer verwirrter machen. Unsere beschränkten Spanischkenntnisse tragen das ihre dazu bei. Zumindest wird uns aber klar, dass es offensichtlich keine abschliessende Definition gibt für Muxas. Einige stehen auf Männer, andere auf Frauen. Einige leben in festen Beziehungen, andere wechseln ständig die Partner. Einige haben ganz normale Jobs auf dem Markt oder in einem Büro, andere verdienen ihr Geld mit Prostitution.

Bei Binizia ist es ein Mix aus allem: Sie arbeitet für eine Organisation, die sich für die Rechte von Transgender einsetzt. Sie kellnert hier in der Bar. Und manchmal lässt sie sich für Sex bezahlen. Als Prostituierte sieht sie sich aber nicht: «Ich gehe nur mit jemandem ins Bett, wenn ich Lust habe. Ich kann immer frei entscheiden und den Preis selbst festlegen.»

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Die Diva will 200 Pesos für das Gespräch. Es lohnt sich – auch wenn wir teilweise ziemlich verwirrt sind. bild: thomas schlittler

Binizia trägt bereits Frauenkleider, seit sie 13 Jahre alt ist. Sie muss ihre Identität nicht verstecken. Ein völlig normales Leben kann sie aber offenbar trotzdem nicht führen. Als wir sie fragen, was ihr grösster Traum ist, antwortet sie nämlich: «Ich würde gerne einen festen Freund haben, der sich in der Öffentlichkeit mit mir zeigt.» Das sei nicht einfach, weil die meisten Männer ihre Vorliebe für Muxes nur im Verborgenen ausleben würden. Hinter verschlossenen Türen.

«In Juchitan lebt es sich für Transgender wie mich zwar deutlich besser als in anderen Regionen Mexikos. Ein Paradies ist es aber auch hier nicht.»

Binizia

Abschliessend meint Binizia deshalb: «In Juchitan lebt es sich für Transgender wie mich zwar deutlich besser als in anderen Regionen Mexikos. Ein Paradies ist es aber auch hier nicht.»

Image

«Ich hätte gerne einen festen Freund»: Binizia. bild: thomas schlittler

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gaudenz 06.02.2017 18:37
    Highlight Highlight Hallo Zusammen
    Wie gefährlich ist es für Individualtouristen in Mexico? Ich möchte Mexico mit dem Motorrad auf eigene Faust bereisen. Hat irgendjemand Erfahrungen in Mexico gemacht?
    Grüsse
    Chasper
    • Pasionaria 07.02.2017 04:54
      Highlight Highlight Nun, generell ist es nicht gefaehrlicher in Mexico zu reisen, als in anderen Laendern. Allerdings ist leider auch Fakt, dass nicht alle Gegenden zu bereisen, empfehlenswert sind.
      Folgende Staaten sollte ein Alleinreisender meiden: Michoacan, Guerrero, Coahuila, Tamaulipas, Durango, Morelos, Chihuahua, Nuevo Leon, Sinaloa.
      Vorallem sollten Sie weder nachts noch auf abgelegenen Strassen fahren, und wo moeglich Quota Autobahnen (gegen ein kleines Entgeld) benutzen.
      Es toent nach vielen Staaten, aber es verbleiben noch deren 22 wunderbare mit ganz tollen Menschen.
      Nichts wie los und viel Spass!
    • Thomas Schlittler 17.02.2017 06:11
      Highlight Highlight Lieber Gaudenz
      Wir hatten in den zwei Monaten in Mexiko absolut keine Probleme. Selbst in Michoacan, Chihuahua und Sinaloa, die einen schlechten Ruf haben, lief bei uns alles reibungslos ab. Wir haben nur eine Vorsichtsmassnahme getroffen: Nur bei Tageslicht reisen bzw. trampen. Eine Garantie, dass alles gut geht, gibt es natürlich nie. Ich würde das "Risiko" aber auf jeden Fall eingehen. Mexiko ist extrem abwechslungsreich und es warten ganz viele tolle Menschen darauf, dich kennenzulernen. ;-) LG
  • 8004 Zürich 06.02.2017 12:02
    Highlight Highlight Da kommt ein Journalist nach Juchitan und schreibt keine Silbe über den wohl interessantesten und bemerkenswertesten Umstand dieser Region, welcher zudem weltweit extrem selten anzutreffen ist. Das verstehe, wer will...
    Aber eben, wie Du geschrieben hast, "zuerst googeln". Ihr hattet wohl wirklich 0Plan, was Juchitan ist. Jetzt habe ich mir diese wiki auch mal angeschaut und siehe da: Zuerst ist vom Matriarchat die Rede, dann noch einmal vom Matriarchat, dann von wechselnden Geschlechterrollen und dann am Schluss noch von einem "dritten Geschlecht". Das nenne ich mal subjektive Wahrnehmung...
    • Pasionaria 07.02.2017 04:44
      Highlight Highlight Was Sie aussagen, hat tatsaechlich etwas auf sich....
    • Thomas Schlittler 17.02.2017 06:26
      Highlight Highlight Lieber 8004 Zürich
      Es stimmt, ich habe bis vor ein paar Wochen tatsächlich noch nie von Juchitan gehört. Als ich die Stadt googelte, stiess ich aber natürlich auch auf die ganze Geschichte mit dem Matriarchat. Ich habe lange überlegt, ob und wie ich das Thema aufgreifen soll. Ich habe mehrere Artikel darüber gelesen, unter anderem von Veronika Bennholdt-Thomsen. Schlussendlich habe ich mich aber dagegen entschieden, über das (angebliche) Matriarchat zu schreiben.
    • Thomas Schlittler 17.02.2017 06:29
      Highlight Highlight Erstens, weil ich in anderen Artikeln gelesen hatte, dass die Frauen von Juchitan bestreiten, dass in ihrer Stadt matriarchale Strukturen existieren. Und zweitens (viel wichtiger!), weil ich es mir nicht zutraute, in den wenigen Tagen, die wir in Juchitan hatten, ernsthaft dieser komplexen Frage nachzugehen. Auf den ersten Blick war Juchitan für mich nämlich eine Stadt wie jede andere. Vielleicht abgesehen davon, dass es auf dem Markt auffällig viele Frauen hatte. Das ist in anderen Städten teilweise aber auch der Fall - zum Beispiel hier in San Lucas Toliman (Guatemala), wo ich gerade bin.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasionaria 05.02.2017 21:24
    Highlight Highlight Thomas Schllittler
    Uebrigens naehme mich noch wunder, habt Ihr ueberhaupt und wenn ja, in wie fern, bemerkt, dass Juchitán ein Matriarchat ist?
    • Thomas Schlittler 17.02.2017 06:33
      Highlight Highlight Nein, wir haben nicht wirklich etwas davon gemerkt, auch wenn wir im Vorfeld darüber gelesen hatten (siehe ausführliche Antwort an 8004 Zürich)
  • Pasionaria 05.02.2017 07:35
    Highlight Highlight Danke, immer sehr angenehm und interessant die Artikel zu lesen.
  • Pasionaria 05.02.2017 07:35
    Highlight Highlight Zu erwaehnen waere noch, dass sich Juchitán nicht nur wegen seines toleranten Verhaltens gegenueber Muxes auszeichnet, sondern es gilt schlechthin als Stadt des Matriarchats.
    Hier sind die Frauen Stammhalterinnen und Oberhaeupter der Familie. Es sind die Toechter, die beim Tod der Eltern, den Familienbesitz erben.
    Das Wirtschats- und Handelsleben wird von den Frauen bestimmt. Die Maenner kuemmern sich vorwiegend um Haus und Feld.
    Interessanterweise ist Juchitán weitgehend von der wirtschaftl. Krise, die in Mexico herrscht, verschont geblieben!
    Hat das eine Bedeutung....?

  • norsk 05.02.2017 01:36
    Highlight Highlight Guter Artikel!
    Was mich noch wundernimmt: Wie ist es da mit Frauen die sich als Männer fühlen?
    • Thomas Schlittler 17.02.2017 06:38
      Highlight Highlight Vielen Dank. Das soll auch akzeptiert sein. Die nennt man dann "Marimachas". Die genaue Einordnung ist aber nicht so einfach. Es gibt kein starres System.
  • SanchoPanza 04.02.2017 19:53
    Highlight Highlight Danke Thomas für deinen Bericht und deine freundliche Herangehensweise an das Thema, das leider sogar hier auf Watson polarisiert.
    • Thomas Schlittler 17.02.2017 06:40
      Highlight Highlight Vielen Dank, lieber Sancho. Ich habe in Mexiko (Guanajuato) übrigens ein Museum über dich und deinen Meister Don Quijote besucht. Waren ein paar ziemlich witzige Bilder dabei ... ;-)
    • SanchoPanza 17.02.2017 11:35
      Highlight Highlight haha, witziger Zufall :-)
  • Mariolino 04.02.2017 19:33
    Highlight Highlight Sehr interessanter Beitrag, obwohl ich Mexiko ausgiebig bereist habe, hatte bis anhin noch nichts von den muxes vernommen. Eine ähnliche Akzeptanz solcher Transsexueller, kathoey genannt, kann man in Thailand vorfinden, wo man sie (ausserhalb der Prostitution) v.a. in Dienstleistungsberufen antrifft (Service, Coiffeursalons etc.). Es gab sogar eine thailändische Airline (P.C. Air), die gezielt kathoey als Flugbegleiter rekrutierte.
  • .:|Caballito de Mantequilla|:. 04.02.2017 15:40
    Highlight Highlight Muxen - was für ein geiler Name. Dolald T. aus Washington und Christoph B. aus Zürich sowie Reicep E. aus Ankara können ein Lied von den Muxen-Sirenen singen (alle 3 möchten anonym bleiben und sind unterwegs nach Mexico)
  • Mr. Raclette 04.02.2017 14:46
    Highlight Highlight Was soll das. Solche laufen hier auf unseren Strassen zuhauf herum.
    • Fox Devil Wild 04.02.2017 16:37
      Highlight Highlight Also ich habe noch nie von mexikanischen Muxes in der Schweiz gehört. Bin auch noch keinen begegnet. Aber anscheinend hab ich da was verpasst. Gott sei dank schreibt Watson auch für Leute wie mich, die anscheinend hinterm Mond leben, spannende Artikel.
    • Mia_san_mia 05.02.2017 14:39
      Highlight Highlight @DieKeksiSissi: Das sind Typen in Frauenkleidern... Was ist daran speziell?
    • m.e. 06.02.2017 14:49
      Highlight Highlight dass sie akzeptiert werden.
  • SwissMafia 04.02.2017 13:29
    Highlight Highlight ich hab mich schon auf einen Federer hat gewonnen jubel gefreut von dir in deinem nächsten beitrag. jetzt bin ich schon ein bisschen entäuscht ;P
    • Mia_san_mia 04.02.2017 17:18
      Highlight Highlight Ja so ein Thema bräuchte es echt nicht...
    • SwissMafia 04.02.2017 19:38
      Highlight Highlight also ich will hier nicht auf mimimi machen aber ich versteh die blitze nicht so ganz. ich finde das einen super beitrag und bin auch voll und ganz für gleichberechtigung und finde solche beiträge wichtig. wollte damit nur sagen das ich eine kleine federer nachricht erwartet habe da wir ja wissen das thomas ein riesen fan ist. das ist scho alles :)
    • Thomas Schlittler 04.02.2017 19:52
      Highlight Highlight Sorry, aber ich schreibe nie zweimal über das gleiche Thema... ;-) Aber wir haben selbstverständlich mit Federer gejubelt. Wahrscheinlich haben wir sogar das ganze Hostel aufgeweckt... :-D
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  • trxr 04.02.2017 13:25
    Highlight Highlight dreht es so wie ihr wollt. Es sind Männer in Frauenklamotten, kein drittes Geschlecht.
    • Thomas Schlittler 04.02.2017 19:39
      Highlight Highlight Lieber trxr, das sehen die Leute vor Ort aber anders. Nicht nur die Muxes ... LG
    • Mia_san_mia 05.02.2017 21:45
      Highlight Highlight Egal wie es die Lwute dort sehen, es ist genau so wie trxr es sagt ist es.
    • Fox Devil Wild 06.02.2017 00:07
      Highlight Highlight Es gibt Sichtweisen die sind so eingeschränkt dass es eine Blamage ist. Und das ist genau so wie ich es sage ist es!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Daniel Martinelli 04.02.2017 12:38
    Highlight Highlight Als ob Transen was besonderes wären, die es nur in Mexico gibt...
    • JasCar 04.02.2017 15:00
      Highlight Highlight Es geht nicht darum, WO es Transgender Menschen gibt, sondern WIE damit umgegangen wird.
      Und da sind wir in der Schweiz noch weitweg von Normalität und Akzeptanz. Und das, obwohl die Religion in Mexiko einen höheren Stellenwert hat als hier. Sie sind wohl einfach ganz allgemein offener, toleranter... lasst Trump die Mauer bauen, Mexikos Kultur muss geschützt werden 😉
      Grüsse mir mein geliebtes Mexico, ich hoffe, dass ich eines Tages wieder zu Besuch sein kann. Viva Mexico
    • Thomas Schlittler 04.02.2017 19:43
      Highlight Highlight Lieber Daniel Martinelli
      Ich sehe es wie JasCar: Es geht nicht darum, dass es in Juchitan Männer gibt, die sich als Frauen fühlen. Das gibt es überall auf der Welt. Aber das Spezielle ist, dass die Muxes hier breit akzeptiert sind - und das im stockkonservativen Mexiko. Das finde ich spannend - und darum geht es im Artikel.
      LG Thomas
    • Pasionaria 05.02.2017 07:47
      Highlight Highlight JasCar
      Es freut mich, dass Sie auch Mexico Fan sind. Es gibt so manche Gruende dafuer.

      ".... obwohl die Religion in Mexiko einen höheren Stellenwert hat als hier." - dies stimmt nur vordergruendig. Natuerlich gibt es einige/viele Glaeubige, aber der Durchschnitt der Menschen nimmt die Religión nicht so Ernst. Nur wenn es ihnen etwas bringt > Glueck (resp. sie meinen es > gracias a Dios > erhalten zu haben), aber meistens kuemmern sie sich einen alten Hut darum.
      Muessten die Menschen in Mexico Kirchensteuern bezahlen, waeren max. noch 1/3 oder sogar noch weniger davon katholisch!
  • lilie 04.02.2017 12:29
    Highlight Highlight Wieder ein superspannender Artikel! Danke dafür!

    Von den Muxe habe ich auch schon gehört. Es ist sehr interessant, dass ihr sogar mit einer sprechen konntet! Das Konzept scheint recht kompliziert zu sein, aber es ist doch schön zu sehen, dass Menschen mit abweichendem Geschlechtsempfinden/sexuellen Präferenzen einen Platz in der Gesellschaft finden.

    Ich finde, Binizia sieht selbstbewusst aus und wie jemand, der sich wohl in seinem Körper fühlt. :)

    Was mich noch interessiert: Wie habt ihr euer Angebot an Binizia festgelegt? Ich wär komplett überfordert. Habt ihr vorher jemanden gefragt?
    • Thomas Schlittler 04.02.2017 19:47
      Highlight Highlight Dein Eindruck von Binizia täuscht nicht. Sie scheint sich wirklich wohl zu fühlen in ihrem Körper.

      Das mit dem Angebot für Binizia war nicht ganz einfach. Habe aber einfach den ersten Betrag genannt, der mir in den Sinn kam. Es war ein bisschen wie beim Verhandeln auf dem Bazar ... ;-)
  • Tilman Fliegel 04.02.2017 11:59
    Highlight Highlight Eigentlich ziemlich ähnlich, wie ich es auf den Philippinen kennen gelernt habe. Die Transgender werden dort einfach gay genannt, in eindeutiger Abwandlung wie der Begriff im englischsprachigen Raum sonst verwendet wird. Im Dorf meiner Frau war der/die bekannteste Gay Fleischverkäufer auf dem Markt. Die Jungen wissen häufig schon vor der Pubertät, dass sie Gay sind und die Toleranz in der Gesellschaft dafür ist ziemlich hoch.

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