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Grausame Eskalation in Syrien: «Ist das ein Krieg? Es ist kein Krieg. Es ist ein Massaker»



Wegen der Eskalation der Kämpfe in Syrien wächst international die Besorgnis. Die im Zentrum Syriens gelegene Stadt Ost-Ghuta hatte zuvor eine der blutigsten Angriffswellen seit Beginn des Konflikts mit 250 Toten und 1200 Verletzten innerhalb von 48 Stunden erlebt.

Die UNICEF veröffentlichte ein Statement, das aus nur einem Satz bestand und die Sprachlosigkeit über die Gräueltaten zum Ausdruck bringt:

Image

Ost-Ghuta am Stadtrand von Damaskus ist eine der letzten von Rebellen kontrollierten Gegenden in Syrien und seit Monaten von Regierungstruppen eingeschlossen. Über Wochen durften keine Hilfslieferungen in das Gebiet. Es mangelt an Essen, Arzneien und Benzin (mehr zur Lage in Ost-Ghuta, der «Hölle am Rand von Damaskus»).

In den vergangenen Tagen wurden auch mehrere Krankenhäuser bombardiert. Die britische Zeitung Guardian zitiert einen Arzt in Ost-Ghuta, der vom «Massaker des 21. Jahrhunderts» spricht: «Ist das ein Krieg? Es ist kein Krieg. Es ist ein Massaker.»

This photo released Tuesday Feb. 20, 2018, provided by the Syrian Civil Defense group known as the White Helmets, shows members of the Syrian Civil Defense group carrying a man who was wounded  during airstrikes and shelling by Syrian government forces, in Ghouta, a suburb of Damascus, Syria. Intense Syrian government shelling and airstrikes of rebel-held Damascus suburbs killed at least 100 people since Monday in what was the deadliest day in the area in three years, a monitoring group and paramedics said Tuesday. (Syrian Civil Defense White Helmets, via AP)

Dieses Foto wurde am 20. Februar 2018 veröffentlicht und zeigt Mitglieder der «Syrian Civil Defense» (weisse Helme), die einen Verwundeten in Ghuta bergen. Bild: AP/Syrian Civil Defense White Helmets

Auch UNO-Generalsekretär António Guterres zeigte sich am Dienstag (Ortszeit) «zutiefst beunruhigt» über die Lage in dem Rebellengebiet. Besonders die Folgen für die Zivilbevölkerung machten ihm Sorgen, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric in New York.

Ost-Ghuta sei Teil der Deeskalationsvereinbarung von Astana, so Dujarric. Der UNO-Generalsekretär erinnere alle Parteien an deren Verpflichtungen. Garantie-Mächte des Abkommens sind Russland, der Iran und die Türkei.

Die Vereinten Nationen hätten wiederholt ein Ende der Kämpfe gefordert, um die Lieferung humanitärer Hilfsgüter zu ermöglichen sowie Kranke und Verwundete aus der Region schaffen zu können, so der Sprecher. Der Generalsekretär dringe darauf, die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur zu schützen.

epaselect epa06544187 Injured children are treated at a hospital in rebel-held Douma, Eastern Ghouta, Syria, 19 February 2018. At least 85 people were killed in heavy bombing by forces allegedly loyal to the Syrian government.  EPA/MOHAMMED BADRA

Kinder in einem Spital in Douma, Ost-Ghuta, aufgenommen am 19. Februar 2018. Bild: EPA/EPA

«Das Grauen von Aleppo droht sich nun wenige Kilometer von Damaskus entfernt zu wiederholen.»

Ein Sprecher des deutschen Aussenministeriums

Auch das US-Aussenministerium zeigte sich über die jüngsten Berichte aus Ost-Ghuta beunruhigt. Die «Belagern-und-Aushungern»-Taktik der syrischen Regierung verschlimmere das humanitäre Desaster vor Ort, sagte Sprecherin Heather Nauert am Dienstag (Ortszeit) in Washington.

«Das Grauen von Aleppo droht sich nun wenige Kilometer von Damaskus entfernt zu wiederholen. Und wieder werden vor allem unschuldige Zivilisten, darunter viele Kinder, Opfer der zerstörerischen Gewalt des syrischen Regimes und seiner Unterstützer», erklärte ein Sprecher des deutschen Aussenministeriums. «Wir fordern das Regime auf, seine Angriffe sofort einzustellen und endlich humanitären Zugang zu gewähren!» Zugleich kritisierte er, dass die von der Türkei angekündigte Blockade der von Kurden kontrollierten Region um Afrin zu weiterem Leid unter der Zivilbevölkerung führen werde.

In dem Gebiet im Norden Syriens bombardierte die türkische Armee am Dienstag weiter, nachdem dort syrische Regierungskräfte zur Unterstützung kurdischer Truppen eingerückt waren, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete.

Angst vor grösserer Eskalation

In Afrin wächst mit der Konfrontation die Sorge vor einer grösseren Eskalation zwischen der Türkei und Syrien. Am Dienstag rückten dort zunächst erste syrische Regierungskräfte ein, wie die Kurdenmiliz YPG bestätigte. Diese sollten sich an der Verteidigung der Einheit Syriens und der Grenzen beteiligen.

Die Türkei sieht in der Miliz den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie. Die YPG ist aber zugleich mit der US-geführten Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») in Syrien eng verbündet.

Der Bürgerkrieg in Syrien hatte im März 2011 mit Protesten gegen die autoritäre Regierung von Machthaber Baschar al-Assad begonnen. Die Region Ost-Ghuta gehört zu den letzten Gebieten, die noch unter Kontrolle von Rebellen stehen. Dominiert werden sie von islamistischen Milizen.

Ost-Ghuta ist seit Monaten von Regierungstruppen eingeschlossen. Rund 400'000 Menschen sind dort fast vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage. Über Wochen durften keine Hilfslieferungen in das Gebiet. Das habe zu einem schlimmen Mangel an Nahrungsmitteln geführt, sagte der regionale UNO-Nothilfekoordinator, Panos Moumtzis. «Die humanitäre Lage der Zivilisten in Ost-Ghuta ist dabei, ausser Kontrolle zu geraten.» (meg/spon/sda/dpa)

13 Gesichter von syrischen Flüchtlings-Kindern: Wo ist meine Zukunft?

«Jemand muss uns hier einfach schützen»

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • blaubar 23.02.2018 19:32
    Highlight Highlight Interessant ist auch, dass hier einige kritische und anständige Kommentare nicht mehr veröffentlicht werden. Schade, ich dachte Watson sei die einzige Plattform, die alle Meinungen zulässt. Gespannt ob wenigstens der hier veröffentlich wird...
  • ezclips 22.02.2018 00:18
    Highlight Highlight Ein sehr interessanter Hintergrundbericht von Frontline (PBS-En) über die Entwicklung der Konfrontation zwischen Iran und Saudi Arabien:
    https://www.pbs.org/wgbh/frontline/film/bitter-rivals-iran-and-saudi-arabia/
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 21.02.2018 12:00
    Highlight Highlight Wahnsinn, und keiner tut was. :'(
  • Juliet Bravo 21.02.2018 11:18
    Highlight Highlight Jetzt kommen dann wieder jene Kommentatoren, die behaupten, Assad sei ein Friedensbringer, Putin ein Freund der Zivilbevölkerung, die Rebellen allesamt Taliban/IS, die Kinder auf den Fotos von den Amis gekauft und die Weisshelme eine jüdische Verschwörung von George Soros.
    • Sebastian Wendelspiess 21.02.2018 15:01
      Highlight Highlight Naja man kann gewisse Sachen auch einfach ausblenden. Die White Helmets haben klar eine Nähe zu den Terroristen. Dazu gibts genug Belege. Die Rebellen sind meist islamistisch geprägt, das leugnet mittlerweile auch niemand mehr.
    • blaubar 21.02.2018 16:32
      Highlight Highlight Es fehlt noch was: Die USA wären auf Friedensmission.
  • meine senf 21.02.2018 09:31
    Highlight Highlight Ein schrecklicher Kreislauf:

    Wer traumatisiert ist, sich um Leben und Kindheit betrogen fühlt und aufgrund der Umstände wohl auch kaum Bildung bekam, eignet sich hervorragend als Kanonenfutter, Selbstmordattentäter oder Folterknecht für die nächste Terrororganisation oder das nächste Folterregime.
  • Linus Luchs 21.02.2018 09:31
    Highlight Highlight Vor 100 Jahren endete ein Krieg, der etwa 20 Millionen Menschen das Leben kostete. Der nächste Krieg forderte rund 50 Millionen Opfer. Mit dem Holocaust erreichte die Grausamkeit eine unfassbare Dimension. Danach war die internationale Politik halbwegs gewillt, durch regulative Einrichtungen solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern. Heute erleben 400‘000 Menschen in Ost-Ghuta die Hölle, Zehntausende werden in Afrin belagert. Assad, Erdogan, Putin, Rohani, Trump… – noch immer regieren Irre, die bereit sind, mit Kriegen Politik zu machen und Menschen aus Macht- und Geldgier zu opfern.
    • walsi 21.02.2018 15:04
      Highlight Highlight Die "Rebellen" (extreme Islamisten) könnten auch aufgeben. Dann wäre der Krieg sofort vorbei. Wenn es also nur darum geht den Frieden herzustellen, ist die Lösung also bekannt.
    • Liselote Meier 21.02.2018 15:54
      Highlight Highlight Naja da vergisst du aber so einiges nach dem 2. WK. Kalter Krieg und dessen Stellverterkriege wie z.B. Korea, Vietnam, Afghanistan usw.

      Die Dekolonisationskriege wie z.B. Indochina, Algerien, Rhodesien usw.

      Kriege werden besser "verkauft", ist das einzige was sich geändert hat.
  • Dirk Leinher 21.02.2018 09:14
    Highlight Highlight Vergleichen wir die gegenwärtige Situation in Aleppo mit der in Rhakka sehen wir, dass Aleppo tatsächlich befreit wurde und wieder lebt, während Rhakka immer noch eine leblise Ruinenstadt ist, wo niemand auch nur gedenkt zu investieren damit die Bevölkerung wieder leben kann.
    In Ost-Ghouta wird es wohl eher wie in Aleppo rauskommen was allemal besser ist als das was in Rhakka abging. Auch in der Berichterstattung wird identisch wie über Aleppo mit massivster Propaganda berichtet.
    • Tierra Y Libertad 21.02.2018 15:50
      Highlight Highlight Getöte Zivilisten in Raqqa: 1333 in Aleppo: 23604. Ich bezweifle, dass die Menschen in Aleppo weniger gelitten haben, als die aus Raqqa. Dass Aleppo im unterschied zu Raqqa wieder lebt, liegt daran, dass die Regionalregierung im Norden wegen dem Handelsembargo der Türkei und der KRG keine Baumaterialien importieren kann. Ausserdem war die Hälfte Aleppos schon immer unter der Kontrolle der Regierung und wurde kaum bedchädigt.
    • Echo der Zeit 21.02.2018 18:40
      Highlight Highlight Rhakka und Aleppo kann man so gar nicht vergleichen. Informieren sie sich über die Geografische Lage der Städte, Ethnien, Lage vor dem Bürgerkrieg, Wirtschaftliche Bedeutung, War die Ganze Stadt während dem Konflikt, von einer Kriegspartei besetzt - usw ...
    • Dirk Leinher 23.02.2018 09:38
      Highlight Highlight 1333 Zivilisten? ! Selbst gezählt!
      Waffen kommen immer an, bei Baumaterialien wird es schwierig?
      Das zeigt dass es nur am Willen liegt. Offensichtlich WILL man kämpfen, aber man hat keinen WILLEN zu bauen.
  • Stop Zensur 21.02.2018 08:40
    Highlight Highlight Das ist sie nun also, die traurig ironische Quittung der (hier erwünschten) Zurückhaltung der Starken.
    • durrrr 21.02.2018 13:36
      Highlight Highlight Als die "Starken" das letzte Mal im nahen Osten intervenierten um Verbrecher Saddam zu stoppen, war es auch niemandem Recht. Die Mehrheit zeigte sich empört und diffamierten die Amis als Kriegstreiber. Man kann es als westliche Grossmacht also nur auf zwei Arten machen: entweder falsch oder verkehrt....
    • blaubar 21.02.2018 13:42
      Highlight Highlight Witzbold!
    • Z&Z 21.02.2018 14:16
      Highlight Highlight Auf die Gefahr hin, für meine unsensible Aussage abgestraft zu werden; Ihr alle solltet genügend Intelligenz zusammenbringen, um zu erkennen, dass das mit den "Starken" nicht so einfach ist. Hinter dem ganzen Geschehen in dieser Erdregion gibt es eine komplizierte und weit verzweigte Geschichte mit verschiedenen Akteuren, was zu der heutigen Situation führt. Es wurden viele Fehler gemacht und es gibt keine einfache Lösung für die aktuelle Situation (sprich, es gäbe sie schon, nur will die niemand anstreben, ausser natürlich den direkten Opfern, aber das interessiert ja Keinen).
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