Musig im Pflegidach

Haggai Cohen-Milo bei «Musig im Pflegidach», Muri Christoph Biegel

Haggai Cohen-Milo nutzt den Tanz als Spiegelbild seiner Musik

Vergangenen Sonntag hatte das MakeSpeak Ensemble ihre Weltpremiere im Pflegidach in Muri. Sie verbanden Tanz und Musik in einer Dimension, wie es diese noch nie gegeben hat.

15.09.16, 21:36 27.02.17, 11:31

Lara nebel*

* Die Autorin ist Schülerin an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen Schüler auch Konzertberichte, die in die Note mit einfliessen.

Leichte Bewegungen in einer Nebelwand, passend zu einzelnen Klängen auf Kontrabass, Keyboard und Gitarre, liessen das Publikum am Anfang des Konzerts gespannt warten. «Diese Nebelwand stellt das Weltall dar», erklärte Haggai Cohen Milo, der Kontrabassist des Ensembles, im späteren Interview.

Die Blicke zwischen Musiker und Tänzer waren deutlich zu sehen; sie beobachteten sich gegenseitig. Shiran Eliaserov, die Tänzerin, zitterte und schüttelte sich immer mehr. Ihre Arme hob und senkte sie schnell und dann wieder langsam. Daraus folgte eine Intensität und Lebendigkeit der Bewegungen, parallel zu den immer lauter und wieder leiser werdenden Klängen der Musik.

Solch ein Stil wurde noch nie inszeniert. Diese Art der Melodien und des Tanzes ist nicht für jedermann verständlich. Manchmal muteten die Klänge der Musiker und Bewegungen der Tänzer eigenartig an. Unter den Gästen gab es verwirrte Blicke. Karin Anderegg, eine Zuschauerin, meinte: «Die ganze Aufführung war sehr seltsam. Es war nicht wirklich eine Geschichte dahinter, also musste man sich eine Szene oder ein Bild vorstellen.»

Improvisation und Struktur

Vor mehreren Jahren gab Haggai ein Konzert unter Mitwirkung eines Tänzers. Bei diesem Auftritt entwickelte sich die Idee, aus Musik und Tanz eine Einheit zu bilden. Er fand, dass die Dimensionen zwischen dem Tanz und der Musik gross sei und so entstand das Projekt, die Harmonie dieser zwei Elemente herzustellen. «Das gab es zuvor noch nie, es war schwer und wir hatten auch keinen Vergleich», sagte er.

Haggai Cohen-Milo bei «Musig im Pflegidach», Muri

Sie trafen sich mehrmals und probten. Die Teile, die ihnen gefielen, setzten sie in ihren Proben fort, behielten sie weiterhin und entwickelten sich ständig. Es sei 50 Prozent Struktur und 50 Prozent Improvisation.

«Die ganze Aufführung war sehr seltsam.»

Karin Anderegg, Zuschauerin

Auf die Frage, wer die Führung hat im Geschehen, meint Haggai: «Wenn wir bemerken, dass sich etwas in der Bewegung ändert, dann gehen wir mit und passen uns an, so auch die Tänzer, die auf uns reagieren. Es leitet niemand das Spiel.» «Dieses Projekt, so seltsam es sich anhören mag, war noch nicht so schräg wie dasjenige in der Oper in München», erzählte er lachend im Interview.

In den vergangenen zwei Jahren arbeitete der israelische Bassist zusammen mit dem Choreographen Saar Magal für ein Tanz-Theater in der bayerischen Staatsoper. Dies enthielt auch Elemente des MakeSpeak-Projekts.

Ohne grosse Worte

Das Konzert lieferte ein sehr spannendes, wenngleich auch skurriles Ergebnis der Zusammenarbeit der drei Musiker, darunter Mateo Lugo, Gitarrist, und James Shipp am Keyboard und Perkussion und dem Tanzpaar Shiran Eliaserov und André Lewski. Das ganze Spiel war an einem Stück, es gab zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Teilen, jedoch erzählten die Künstler nie etwas dazu.

Trotz skurriler Vorführung gab es für jede Person Momente, die zum Fantasieren verleiteten, um vom Alltäglichen wegzukommen.

Das könnte dich auch interessieren:

Eltern ketteten ihre Kinder an Betten: Polizei befreit 13  Geschwister aus Horror-Haus

So reagiert Sharon Stone auf die Frage, ob sie je sexuell belästigt wurde

History Porn Teil XXVI: Geschichte in 23 Wahnsinns-Bildern

Fall Ansari: Ein schlechtes Date ist kein Übergriff. Und Sex zu wollen kein Verbrechen

«Klugscheisser» brilliert bis zu dieser Frage, bei der KEINER von 3 Jokern hilft

Achtung! Dieses fiese SMS crasht iPhones und Macs 😳

Das war knapp! So viel Glück wie diese 14 Menschen wirst du in deinem Leben nicht haben

So wird «Der Bestatter» aussehen, wenn dem SRF das Geld ausgeht

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Tuck & Patti: Auch nach 38 Jahren eine Harmonie wie am ersten Tag

Einen gelungenen Abschluss vor den Frühlingsferien bot das Duo «Tuck & Patti» vergangenen Sonntag im Dachsaal der Pflegi Muri. Mit ihren ansteckenden Melodien zogen sie das Publikum in ihren Bann.

* Die Autorin ist Schülerin an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

«He’s the love of my life and I know you love him too» – «Er ist die Liebe meines Lebens und ich weiss, ihr liebt ihn auch». So stellte Patti ihren Musikpartner und Ehemann erst in der Mitte des Konzertes vor, worauf das Publikum hell auflachte. Darauf überliess sie Tuck die Bühne, und er zeigte dem ganzen Saal seine …

Artikel lesen