Schweiz
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CALAIS, FRANCE - JULY 30:   Gendarmerie attempt to prevent people from entering the Eurotunnel terminal in Coquelles on July 30, 2015 in Calais, France.  Hundreds of migrants are continuing to attempt to enter the Channel Tunnel and onto trains heading to the United Kingdom.  (Photo by Rob Stothard/Getty Images) ***BESTPIX***

Die Gendarmerie versucht, Flüchtlinge am Eindringen in den Eurotunnel zu hindern. Bild: Getty Images Europe

Das Märchen vom «Asylchaos»: Bei uns gibt es keine Zustände wie in Calais oder Freital

Die SVP versucht, einen «Asylnotstand» heraufzubeschwören. Dabei hat die Schweiz die Lage im Griff. Auch die Bevölkerung reagiert gelassener als in anderen Ländern Europas.

03.08.15, 10:17 09.11.15, 13:50


In Deutschland brennen die Asylheime. Wiederholt wurden in letzter Zeit Häuser angezündet, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollten, nicht nur im Osten, auch in Bayern und Baden-Württemberg. Zum Synonym für Fremdenhass wurde die sächsische Stadt Freital unweit der Pegida-Hochburg Dresden. Seit Wochen finden dort Proteste gegen eine Asylunterkunft statt, mit rechtsradikaler Beteiligung. Auf das Auto eines Stadtrats der Linken wurde ein Anschlag verübt. Immer mehr Deutsche wollen laut einer Umfrage die Aufnahme von Flüchtlingen begrenzen.

In Calais herrscht Ausnahmezustand. Tausende Flüchtlinge vorab aus Afrika warten auf der französischen Seite des Ärmelkanals auf eine Gelegenheit zur Überfahrt ins «gelobte Land» Grossbritannien. Allein diese Woche versuchten sie in grosser Zahl, in den Eurotunnel zu gelangen. Seit Anfang Juni sollen mindestens zehn Personen bei den oft lebensgefährlichen Fluchtversuchen gestorben sein. Die britische Regierung reagiert mit Härte: Sie will Zäune bauen und die Gesetze verschärfen, um die unerwünschten Einwanderer von der Insel fernzuhalten.

Protestors demonstrate against the accommodation for immigrants in Freital near Dresden, eastern Germany, Friday, June 26, 2015. Members of Pegida, the right-wing movement that staged regular rallies in Dresden and elsewhere against immigrants and Muslims, helped initiate protests and demonstrated against the arrival of the first refugee families. (AP Photo/Jens Meyer)

Anti-Asyl-Protest im sächsischen Freital. Bild: Jens Meyer/AP/KEYSTONE

Die Schweiz ist von den Migrationsbewegungen über das Mittelmeer und vermehrt auch den Balkan ebenfalls betroffen. Das Staatssekretariat für Migration rechnet mit bis zu 30'000 Asylgesuchen in diesem Jahr (in Deutschland werden 450'000 erwartet). Das führt zu Problemen, die Suche nach Unterkünften gestaltet sich schwierig. Im Aargau müssen Asylbewerber in Militärzelten untergebracht werden. Der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi (Lega) schlug im Juni Alarm und regte zu einer vorübergehenden Schliessung der Grenzen an

Doch Chiasso ist nicht Calais. Zustände wie in Deutschland und Frankreich sind in der Schweiz nicht erkennbar. Das hindert die SVP nicht daran, den «Asylnotstand» heraufzubeschwören. Kein Thema mit Ausnahme der Europapolitik bewirtschaftet die grösste Partei des Landes mit ähnlicher Inbrunst. In einem Wahljahr gilt das erst recht. Auf Plakaten und in Inseraten wettert sie gegen das angebliche «Asylchaos». An der Delegiertenversammlung Anfang Juli forderte Parteichef Toni Brunner die Kantonal- und Ortsparteien zum Widerstand gegen neue Asylzentren auf.

Welches Asylchaos?

Es gab eine Zeit, als auch in der Schweiz Asylheime brannten. In Chur kamen 1989 vier Tamilen ums Leben. Der oder die Brandstifter konnten nie ermittelt werden. Auf dem Höhepunkt der Kosovo-Krise Ende der 1990er Jahre lebten auch bei uns Flüchtlinge auf der Strasse, ähnlich wie in Calais. Und auch heute manifestiert sich an manchen Orten der Widerstand gegen geplante Asylunterkünfte, etwa in Amden oberhalb des Walensees. Dahinter stecken häufig Zuzüger, die auf der Suche nach der heilen Welt nach Amden kamen und nun vom wahren Leben eingeholt werden.

Asylsuchende aus dem Sudan sitzen auf ihren Betten in den temporaeren mobilen Asylunterkuenften in Aarau, aufgenommen am Medientermin zu den temporaeren mobilen Infrastrukturen, am Freitag, 31. Juli 2015. Die Armeezelte werden in diesen Tagen von den ersten Asylsuchenden bezogen. Als erster Kanton bringt der Aargau in den kommenden Monaten Asylsuchende auch in Militaerzelten unter. Bei bestehenden Asylunterkuenften in Aarau, Buchs und Villmergen baute die Schweizer Armee im Auftrag des Kantons Zelte auf. (KEYSTONE/Walter Bieri )

In Aarau müssen Asylsuchende in Zelten wohnen. Bild: KEYSTONE

Allerdings existiert in Amden auch eine Gegenbewegung. Mehr als 550 Unterschriften wurden für das geplante Asylzentrum gesammelt. In der Mehrzahl der Gemeinden gibt es keinen erkennbaren Aufstand gegen Flüchtlingsheime, selbst im Aargau, wo der Protest in früheren Jahren besonders heftig war. Toni Brunners Aufruf zum Widerstand stösst bei SVP-Gemeindepolitikern auf praktisch null Resonanz. Sie gewichten ihre Verantwortung für ein funktionierendes Asylwesen höher als den Populismus der Parteiführung.

Der Eindruck mag täuschen, aber die Schweizer Bevölkerung scheint den steigenden Asylgesuchszahlen mit mehr Gelassenheit zu begegnen als früher. Brunners Behauptung, es brenne «in der breiten Bevölkerung bereits lichterloh», lässt sich durch Fakten nicht belegen. Selbst im Tessin, wo der Migrationsdruck aus Italien hoch ist, bleibt die Aufregung der Öffentlichkeit über wachsende Zahlen Asylsuchender aus, schreibt die NZZ in einem Kommentar

Entwicklung der Asylgesuche in der Schweiz seit 1990

Asylgesuche in der Schweiz seit 1990. grafik: watson/Melanie gath

Vielleicht hat sich – endlich – die Erkenntnis durchgesetzt, dass das reiche Europa für die Armen dieser Welt ein Magnet ist und bleibt. Selbst ein x-fach verschärftes Asylgesetz übt keinerlei abschreckende Wirkung aus, schon gar nicht auf Menschen, die lieber den Tod im Mittelmeer oder im Eurotunnel in Kauf nehmen, als auf den Traum vom besseren Leben zu verzichten. Wir können nur versuchen, das Phänomen so gut wie möglich zu bewältigen.

Natürlich fehlt es weiterhin nicht an schrillen Tönen gegen die «Asylanten», erst recht nicht im Social-Media-Zeitalter. Aber SP-Präsident Christian Levrat hat recht, wenn er im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» betont, es gebe «keinen Grund gibt für eine hitzige Asyldebatte». Und vielleicht hat auch der frühere FDP-Präsident Franz Steinegger recht, wenn er im watson-Interview der SVP attestiert, sie habe ihr Potenzial ausgeschöpft und werde bei den Wahlen im Oktober stagnieren oder gar leichte Verluste erleiden. Es wäre die verdiente Quittung für ihr Asylgeschrei.

Man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Lage verschlimmert (in Chiasso hat sie sich zuletzt eher entspannt). Die Schweiz aber hat die Mittel, um auch eine grössere Krise zu bewältigen. Calais und Freital sind weit weg. 

Die Flüchtlinge von Calais

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    Alle Leser-Kommentare
  • Matrixx 03.08.2015 18:05
    Highlight Ja, die vielen Flüchtlinge sind ein Problem, das ist keine Frage. Sie sind aber nicht ein Problem für uns Schweizer, sondern für die gesamte Welt. Für all jene Nationen, die wegschauen, sie bekämpfen und aussperren. Nicht, weil sie nicht wollen, dass es die Flüchtlinge gut haben, sondern weil sie wollen, dass es der Nation nicht schlechter geht (wirtschaftlich, da sie sie unterhalten müssen). Man ist egoistisch und will seinen Wohlstand nicht aufs Spiel setzen, um Menschen in Not zu helfen.

    Es gibt eine Lösung, um zu verhindern, dass keine oder weniger Flüchtlinge ins Land kommen. Die Lösung heisst nicht Abschottung, sondern Konfliktlösung.

    Weshalb kann ein reiches, europäisches Land nicht eine "Patenschaft" für ein ärmeres Land aufnehmen? Wo man VOR ORT den Leuten hilft, ein lebenswerteres Leben zu führen. Wo man ihnen zeigt, wie Demokratie funktioniert, um sie von Diktatur zu lösen. Wo man ihnen zeigt, wie Wirtschaft funktioniert und ihnen die Grundvoraussetzungen zur Verfügung stellt, damit sie eine funktionierende Wirtschaft aufbauen können.

    Nur so kann man langfristig garantieren, dass weniger Menschen aus ihrer Heimat fliehen - denn dann haben sie keinen Grund mehr dazu, weil es ihnen dann dort besser geht als jetzt.
    33 10 Melden
    • bilbo 04.08.2015 07:41
      Highlight Dein Kommentar gefällt mir.
      9 3 Melden
    • Matrixx 04.08.2015 09:07
      Highlight Dann hier die Ergänzung:

      Die Geschichte zeigt, was aus Kolonialisierung entstehen kann.
      Beispiel Amerika:
      Wären damals die Europäer nicht übergesiedelt, um das Land zu kolonialisieren, würde Amerika, so wie wir es heute kennen, nicht bestehen. Es wäre möglicherweise auch ein ärmeres Land.
      Kolonialisierung ist also ein Weg. Aber nicht mit den negativen Aspekten wie Sklaverei und Verdrängung des stämmigen Volkes. Sondern zum Aufbau des Landes und der Mitarbeit.

      Kolonialisierung an sich war also eine gute Idee, nur die Ausführung damals war miserabel!
      5 4 Melden
    • arpa 04.08.2015 09:28
      Highlight Was ist, wenn sie sich nicht von Europäern helfen lassen wollen? ich bin auch für hilfe vor ort, erinnere mich aber an Ebola. Viele der Afrikaner trauen den weissen nicht und möchten keine Hilfe.. soe lehnten die behandlung ab. verständlich, haben wir weisse die dunkelhäutigen stets ausgebeutet.. wieso sollten sie uns jetzt trauen?

      jedes land muss bewohnbar sein, anders können wir nicht auskommen, europa hat nicht platz für die ganze welt..
      9 1 Melden
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  • Margi Noser 03.08.2015 15:11
    Highlight Soll doch die SVP mit ihren Anhängern nach Eritrea auswandern, dort haben sie das Paradies auf Erden und die Grenzen sind jetzt schon geschlossen, dann hätten wir endlich wieder Frieden in unserem Lande.

    http://www.20min.ch/schweiz/news/story/-Ich-fuerchte-um-den-Frieden-in-der-Schweiz--24343198

    Die Wahrheit über Eritrea:

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Regime-zwingt-Eritreer-zur-Massenflucht-nach-Europa/story/24579244

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/und-ewig-dauert-der-wehrdienst/story/11975391
    19 35 Melden
    • Habicht 03.08.2015 18:05
      Highlight Nur ändert es nichts wenn alle flüchten.
      Ins Militär eintreten, Waffen besorgen und dann ab in den Guerilla-Krieg ist wohl die einzige Möglichkeit da was zu ändern. Geht nur nicht wenn die jungen Männer alle abwandern.
      Mir ist klar, dass es leicht geschrieben ist aber wenn die Angehörigen und das Volk so leiden ist dies wohl die einzige Alternative. Den rest der Welt interessieren die Probleme ja nicht bzw. freuen sich die grossen Konzerne über das Regime und die Diktatur (braucht man nur einen bestechen für die Bodenschätze)
      8 8 Melden
  • Nick Name 03.08.2015 14:31
    Highlight Danke, watson und Daniel Caduff (s. unten).
    Und an die schreienden Hitzköpfe: Kann mir bitte einer einleuchtend erklären, wie die über 7 Mia Menschen auf unserer Erde allesamt mit einem Standard wie dem unseren hier leben können sollen?
    Ich glaube nicht, dass das geht. Und solange (u.a. ...) das nicht geht, wir aber trotzdem diesen Standard haben, wird es Krieg und Migration geben. Ganz vereinfacht gesagt. Grenzen schliessen oder Ähnliches ist da einfach nur blöd bzw. kontraproduktiv, wenn man ganz wenig drüber nachdenkt.
    Und: Was ist eigentlich so schlimm an Hilfe suchenden Menschen?
    28 23 Melden
  • Margi Noser 03.08.2015 13:57
    Highlight Sehe ich auch so. Die SVP nutzt das nur, um unlautere Wahlpropaganda zu machen und die Menschen gegen die armen Flüchtlinge aufzuhetzen.

    Diese Partei ist eine Schande für unser Land. Blocher hätte gerne eine Einpartei-Diktatur wie in China, deshalb möcht er auch die Menschenrechte abschaffen, aber da hat er sich geschnitten.

    Die Zeit mit seinen Gaunereien ist vorbei.

    Man schaue sich mal dieses Video an, so läuft es ab in dieser Partei - entweder man spurt oder fliegt raus. Man nenne Blocher "Heiland" wie krank ist das denn?

    .be


    14 43 Melden
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  • Rumbel the Sumbel 03.08.2015 12:43
    Highlight Das Märchen vom «Asylchaos»: Bei uns gibt es keine Zustände wie in Calais oder Freital!!! Ist ja klar. Unsere Politik und die sogenannte Humanität, welche uns noch zugrunde machen wird, will den hintersten und letzten aufnehmen. So nach dem Moto, wenns auf dem Papier stimmt, stimmt auch die Wirklichkeit. Schauen soll dann das Fussvolk, welches sie mit diesem und jenem herumschlagen muss.
    37 46 Melden
  • zombie1969 03.08.2015 11:22
    Highlight Nachdem sich Europa immer noch nicht dazu durchringen kann, den Menschen in Syrien vor Ort zu helfen und alle "roten Linien" von B. Assad tatenlos überschritten werden dürfen, muss man jetzt damit leben, dass die Menschen sich einen anderen Platz zum Leben suchen müssen. Deren Flucht ist auch nicht mehr von wirtschaftlichen Überlegungen geprägt.
    Allerdings dürften gerade die Syrer, die sich die Flucht leisten können, nicht so schlecht ausgebildet sein, dass sie nicht nach ein paar Jahren oder eventuell einer Generation ganz normal am europäischen Leben teilhaben können.
    34 15 Melden
  • Angelo C. 03.08.2015 11:09
    Highlight Ja super, dann ist ja alles in bester Ordnung - und wir können völlig beruhigt zur Tagesordnung übergehen 😐! Alles nur herbeigeredete Probleme (Ironie off).

    Ungeachtet dessen, dass manche Kantone (wie z.B. AG) ihre Not-OP-Säle in den Untergeschossen ihrer Spitäler rausreissen, um diejenigen Asylanten, welche sonst auf der Strasse oder unter der Bücke sässen, unterbringen zu können. Mittlerweile werden sogar Armeezelte aufgestellt, wo zahlreiche Wirtschaftsflüchtlinge solange lagern, bis man sie in der kühleren Jahreszeit in den Zivilschutzanlagen unterbringen wird. Im Tessin beginnt man sie in kostengünstiger Weise in Pensionen und Hotels einzuweisen, während in Chiasso SBB (siehe RUNDSCHAU, aber auch die eindrücklichen Bilder unlängst in 10vor10) der Andrang mittlerweile so gross ist, dass die Zöllner nach dem "Asyl-Asyl" nur noch irritiert und hilflos in die Richtung der überfüllten Aufnahme weisen.

    Aber, nota bene, es herrscht kein Notstand - alles in bester Ordnung und mit links schläft es sich besser 😀! Und so staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, dass sich nun auch die christliche CVP den Forderungen der SVP (natürlich in völlig überflüssiger Weise) vermehrt annähern wird 😉!

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/CVP-fordert-Bargeldverbot-fuer-Asylbewerber/story/27905066

    80 42 Melden
    • Daniel Caduff 03.08.2015 12:53
      Highlight Der angebliche "Notstand" ist vor allem deswegen so gross, weil ein ehemaliger Justizminister in Tatsachen verleugnender Absicht jede Menge Plätze für Asylbewerber abgebaut hat. - Er tat dies wider besseren Wissens, er liess sogar tausende Gesuche einfach unbearbeitet in der Schublade verschwinden. Seine Anhänger sabotieren auch heute jeden Versuch der Behörden, mehr Plätze / Unterkünfte bereitzustellen. Die Brandstifter beschweren sich, dass es brennt. Und die Wutbürger applaudieren. Die Medien verstärken den Applaus der Claqueure und das Resultat ist dann ein eingebildetes "Asylchaos".
      50 40 Melden
    • Chrigu91 03.08.2015 13:23
      Highlight @Angelo C.: Hattest du schon mal persönlich Probleme mit diesen "Wirtschaftsflüchtlingen" oder wieso wetterst du so unnötig gegen sie? Und mal abgesehen davon fliehen die wirklichen Wirtschaftsflüchtlinge vor der Wirtschaft, welche wir mithelfen zu betreiben. Deshalb haben wir auch gegenüber denen eine gewisse Verantwortung. Denn es ist nunmal so, dass es denen so schlecht geht, weil es uns so gut geht. Mani Matter stellte diesen Umstand damals schon sehr treffend dar:
      28 32 Melden
    • Angelo C. 03.08.2015 14:27
      Highlight


      @Chrigu91: du bist zweifellos ein netter Mensch und ich meine dies ohne jede Ironie 😊!

      Die Frage ist hier jedoch nicht, ob ich "persönliche Probleme" mit Wirtschaftsflüchtlingen habe und "gegen sie wettere" (ihr Antrieb und die Motivation zur Flucht aus der Armut kann man grundsätzlich verstehen), sondern ich appelliere vielmehr an die weitblickende Vernunft und die Eigenverantwortung von Bevölkerung und Politik - und dies auf WATSON nicht zum ersten Mal.

      Und da dir dies bisher offenbar inhaltlich und argumentativ entgangen ist, will ich es an dieser Stelle ein letztes Mal auflisten:

      Die meisten Wirtschaftsimmigranten stammen aus Eritrea, dem Sudan, Nigeria, Kosovo, Bosnien-Herzegowina usw., während echte Kriegsflüchtlinge, die auf unsere Hilfe gemäss dem bestehenden Asylrecht zählen dürfen, aus Syrien und Afghanistan etc. kommen.

      Da die reinen Wirtschaftsflüchtlinge die mehrheitlich aus sicheren Staaten kommen, jedoch zumeist keine hier integrierbaren Berufe haben, oft auch Analphabeten sind, kann man sie auch nur selten ausserhalb der lebenslänglich erforderlichen Sozialhilfe alimentieren. Die grosse Zahl jedoch, wird unser Sozialsystem in absehbarer Zeit finanziell und personell überfordern, was auch stellenlose Schweizer 50+ und andere Einheimische zu spüren bekommen werden. Woher also das abnehmende Steuergeld dann nehmen, und dies in oekonomisch unsicherer werdenden Zeiten? Die Erhöhung der MwSt wird wohl kaum mehrheitsfähig sein! Des Weiteren muss man kein Gelehrter sein, um zu erkennen, dass der Wohnraum für diese Abertausenden von Menschen hierzulande niemals ausreichen wird - ein Jeder kennt die prekären Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt, und dies nicht nur in den Grossstädten, die sich diese Leute am Liebsten aussuchen. Folglich in fast jeder Hinsicht nicht integrierbar...

      Und durch all die aufgelisteten Fakten, ist absehbar, dass Emotionalität pur und blosser guter Wille nicht ausreichen, um diese Problematik auch nur mittelfristig sozialverträglich zu meistern.

      39 18 Melden
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