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Da durfte er noch starten: Makwala nach seinem Sieg im Vorlauf über 400 m. Bild: AP

War er eine Gefahr für den neuen Superstar und musste deshalb über die Klinge springen?

Die Leichtathletik-WM im Fokus der Verschwörungstheoretiker. Weil Wayde van Niekerk der Nachfolger von Usain Bolt als Aushängeschild der Sportart werden muss, darf sein Erfolg nicht gefährdet werden. Wurde deshalb sein grosser Rivale nicht zum Final über 400 m zugelassen?

09.08.17, 15:09 09.08.17, 20:24

Botswanas Weltklasse-Sprinter Isaac Makwala hat frustriert und empört auf sein Startverbot im 400-m-Final reagiert. «Sie haben mir nicht mal zugehört. Sie haben nur gesagt: Nein, du kannst nicht laufen, weil du krank bist», sagte der 30-Jährige dem Fernsehsender ITV. Und: «Manchmal denke ich, das könnte Sabotage sein. Ich frage mich, wie es sein würde, wenn ich ein Brite wäre. Hätten sie mir dann nicht erlaubt zu laufen?», meinte Makwala. «Ich glaube nicht, dass sie es mir dann nicht erlaubt hätten.»

Van Niekerk ist der erste Mensch, der 100 m unter 10 Sekunden, 200 m unter 20 Sekunden und 400 m unter 44 Sekunden lief. Bild: EPA/EPA

Makwala war nach Angaben des Weltverbandes IAAF an einem Magen-Darm-Virus erkrankt. Daher hatte ihm die IAAF gestern den Start im 400-m-Final untersagt, den schliesslich sein grosser Rivale Wayde van Niekerk gewann. Ausgerechnet van Niekerk. Der Südafrikaner wird seit einiger Zeit als Nachfolger des abtretenden Usain Bolts aufgebaut, er soll nun das leuchtende Aushängeschild der Leichtathletik sein.

Kritik vom Michael Johnson

Wurde Makwala vielleicht bloss deshalb nicht zugelassen, weil er eine zu grosse Gefahr darstellte? Der vierfache Olympiasieger Michael Johnson – der Amerikaner war einst der grosse Star über 200 m und 400 m – sagte der BBC: «Die IAAF dürfte schon bald merken, dass sie fürchterlich falsch entschieden hat.» Der Ausschluss Makwalas sei Wasser auf die Mühlen all jener, die an der Lauterkeit des Verbands zweifelten.

Er läuft allen davon: Van Niekerk holt Gold über 400 Meter in London. Video: YouTube/Ezzy876

Makwala war bereits beim Olympiastadion, wurde aber gestoppt und zurückgewiesen. Wegen der ansteckenden Erkrankung hatte er vorgestern bereits den Vorlauf über 200 m verpasst. Das britische Gesundheitsrecht schreibt in solchen Fällen zwingend eine 48-stündige Quarantäne vor; Makwala müsse auf seinem Hotelzimmer bleiben – bis heute Mittwoch 14.00 Uhr. Der Teamarzt Botswanas, Simon O'Brien, entgegnete, dass der Athlet keine Krankheitssymptome gehabt habe: «Er ist fit, es geht ihm sehr gut, er hat sich für den Lauf vorbereitet.»

Wayde Van Niekerk zeigte sich gönnerhaft mit seinem Rivalen. «Ich würde ihm wünschen, er hätte diese faire Chance gehabt», sagte der 400-m-Olympiasieger und zweifache Weltmeister. Er wird heute Abend im Halbfinal über 200 m erneut am Start stehen – wo ihn Makwala ebenfalls nicht herausfordern kann. (ram/sda/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sageits 09.08.2017 19:10
    Highlight So nebenbei:
    Es gibt einen Schnelltest für einen Norovirus-Nachweis, dauert ca. 1 Stunde. Aber dafür bräuchte man halt Material. Im Blut geht es nicht. 🤓

    Was haben nun alle Sportler in London daraus gelernt?
    Ja genau: Klappe halten 🤐 und sich nicht erwischen lassen 🤢
    1 1 Melden
  • Ehringer 09.08.2017 18:27
    Highlight Der Entscheid, dass er über 200m den Vorlauf wiederholen darf macht das Ganze noch etwas unglaubwürdiger. Glaube zwar nicht an alle Verschwörungstheorien, aber speziell ist es schon.
    3 1 Melden
  • Radiochopf 09.08.2017 17:11
    Highlight Den IAAF kann man ja nicht mehr ernst nehmen.. sogae Coe war es ja peinlich das ein Gatlin gewinnt.. statt Doping-Test müsste man also konsequenterweise vor jedem Wettkampf bei jedem Sportler noch Fieber messen, wenn dies bei Makwala der Grund war... da die IAAF aber nur politisch und nicht auf Fakten entscheidet ist ja nicht neu...oder meint wirklich jemand die hätten einen Mo Farrah nicht starten lasssen wenn er krank gewesen wäre und trotzdem starten wollte?...
    6 2 Melden
  • Azrag 09.08.2017 15:26
    Highlight Es geht ja nicht um irgendein Virus, sondern um den Norovirus. Der ist hochansteckend und zwar auch, nachdem die Symptome beim Erkrankten bereits abgeklungen sind. Deshalb ist der Entscheid verständlich. Dass der betroffene Athlet frustriert darüber ist, kann ich aber auch nachvollziehen.
    38 19 Melden
    • Raembe 09.08.2017 15:50
      Highlight Jain, wie man im Nachhinein erfahren hat übergaben sich schon andere Athleten vor dem Start. Diese hätte man aber auch wegschicken müssen. Erbrechen ist ja eines der Symptome beim Norovirus.

      Aber es ist schon gut so wie es abgehandelt wurde, zwar schade für den Athleten aber thats life.
      14 8 Melden
    • Masche 09.08.2017 16:29
      Highlight @Jaing: Ja, wenn es wirklich der Norovirus gewesen wäre. Er wurde ja gar nicht untersucht sondern nur auf Grund seiner Aussage, dass er sich innert 16 Stunden zweimal übergeben musste, gesperrt. Und das auch nicht, weil dies reglementarisch vorgeschrieben gewesen wäre, sondern lediglich auf Grund einer Empfehlung. Schon happig, wenn man bedenkt, welche Aufwand diese Sportler im Hinblick auf so einen Grossanlass betreiben (müssen).
      42 4 Melden
    • Azrag 09.08.2017 17:06
      Highlight Im seinem Hotel wurde bei anderen Leuten der Norovirus nachgewiesen. Das wäre sonst schon ein grosser Zufall.
      8 3 Melden
    • Masche 10.08.2017 10:49
      Highlight @Jaing: Ja und im Hotel durften alle frei herum laufen und sich nach Belieben anstecken. Und alle anderen durften dann auch an der WM teilnehmen. Nur der Botswaner musste daran glauben. Irgendwie suspekt.
      1 0 Melden

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