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UNSPECIFIED - CIRCA 1883:  Benito Mussolini (1883-1945), Italian statesman.  (Photo by Roger Viollet/Getty Images)

Der Gründer der faschistischen Bewegung: Benito Mussolini. Bild: Roger Viollet

Rassismus, Frauenhass, Gewalt: Führt uns Trump in einen neuen Faschismus?

Ob Trump, Putin oder Erdogan – sie alle zelebrieren einen neuen Wohlstands-Faschismus. Sind die demokratischen Institutionen stark genug, diesen Herausforderungen standzuhalten?

07.11.16, 13:47 08.11.16, 12:38


Im Herbst 1919 besetzte der italienische Dichter und Militärfreak Gabriele D’Annunzio zusammen mit 2000 Freischärlern die Stadt Fiume (heute Rijeka in Kroatien). In der Folge errichtet er einen Stadtstaat der bizarren Art: Freie Liebe paarte sich mit Militarismus, libertäre Anarchie mit einem Führerkult. D’Annunzio wollte Italien mit einem neuen Krieg wieder zu alter Grösse führen.

War das Vorbild für Mussolini: Gabriele D'Annunzio.

In einem Manifest erläuterten D’Annunzio und seine Anhänger ihre Anliegen wie folgt:

«Wir wollen den Krieg verherrlichen – die einzige Art, die Welt zu erneuern – Militarismus, Patriotismus, die zerstörerischen Taten von Anarchisten, die wunderbaren Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung für Frauen. Wir wollen Museen zerstören, Bibliotheken und alle Arten von Akademien, und wir wollen gegen Moralismus, Feminismus und jede Art von Feigheit kämpfen.»

D’Annunzios grotesker Stadtstaat ging nach 15 Monaten im Chaos unter. Seine Ideen jedoch überlebten. Sein grösster Bewunderer hiess Bennito Mussolini – und der macht bald dort weiter, wo D’Annunzio aufgehört hatte: mit dem Faschismus.  

Intellektuelle und der Faschismus

In der jüngsten Ausgabe von «Foreign Affairs» greift Pankaj Mishra die seltsame Geschichte D’Annuzios auf, und er tut dies mit gutem Grund. Rassismus und religiöser Hass sind wieder auf dem Vormarsch. Frauenhass wird zelebriert und Moral wird als political correctness verhöhnt.  

epa05611574 Billionaire venture capitalist Peter Thiel speaks about his support for Republican presidential nominee Donald Trump in the National Press Club in Washington, DC, USA, 31 October 2016. The controversial co-founder of the online payments company PayPal recently donated 1.25 million US dollars to the Trump campaign.  EPA/JIM LO SCALZO

Wünscht sich Trump ins Weisse Haus: Peter Thiel. Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

In den Dreissigerjahren waren Philosophen wie Martin Heidegger und Dichter wie Ezra Pound glühende Anhänger des Faschismus. Auch heute findet man im rechtsextremen Lager beileibe nicht nur grölende Glatzköpfe, die Nazi-Parolen skandieren. Der Milliardär Peter Thiel beispielsweise ist einer der Vordenker im Silicon Valley und begründet seine Unterstützung für Trump mit dem Argument, dass dieser mit der Abrissbirne nach Washington gehen und die marode Demokratie zertrümmern würde. Mit den gleichen Argumenten wünscht sich erstaunlicherweise auch der linke Philosoph Slavoj Zizek einen Sieg Trumps.  

Stehen wir also vor einem Comeback des Faschismus? Nein, sagt Sheri Berman ebenfalls in «Foreign Affairs. Der neue Populismus sei zwar ein Krisensymptom, aber keine revolutionäre Bewegung wie der Faschismus. Berman argumentiert wie folgt:

«Die Faschisten hatten eine überzeugende Kritik an der Demokratie zu bieten und eine Alternative.»

Sheri Berman

Der Faschismus der Zwischenkriegsjahre sei nur möglich gewesen, weil die demokratischen Institutionen noch viel zu wenig weit entwickelt und deshalb instabil waren. «Die meisten Länder hatten noch keine Erfahrung mit der Demokratie – und wussten daher nicht, wie die dazu notwendigen Institutionen funktionierten», so Berman.  

Stabile demokratische Institutionen

Die Grosse Depression gab den jungen Demokratien den Todesstoss. Das Massenelend trieb die Menschen in die Arme von Mussolini und Hitler. «Die Faschisten hatten eine überzeugende Kritik an der Demokratie zu bieten und eine Alternative», so Berman. «(...)In ihrem neuen System würden die Bürger vor den schlimmsten Auswirkungen des Kapitalismus geschützt sein.»

Heute hingegen seien die demokratischen Institutionen viel stabiler, und zudem gebe es auch keine Wirtschaftskrise im Ausmass der Grossen Depression. «Deshalb», so Berman, «haben die rechten Extremisten in den Vereinigten Staaten heute viel weniger Optionen und Gelegenheiten als ihre Gesinnungsgenossen in den Zwischenkriegsjahren.»  

Interpretive park ranger Caitlin Kostic, center, gives a tour near the high-water mark of the Confederacy at Gettysburg National Military Park to Republican presidential candidate Donald Trump, left, and campaign CEO Steve Bannon, Saturday, Oct. 22, 2016, in Gettysburg, Pa. (AP Photo/ Evan Vucci)

Trump und sein Scharfmacher Steve Bannon. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Bermans Argumente sind die gleichen wie diejenigen, welche die gemässigten Trump-Fans vorbringen. Als US-Präsident könne er gar keinen grossen Schaden anrichten, sagen sie, weil es im ausgeklügelten System der «checks and balances» der US-Demokratie gar nicht die Möglichkeiten dazu gebe. Eine Mauer gegen Mexiko beispielsweise sei eine Illusion, der Kongress würde niemals die dafür nötigen Mittel bewilligen.  

Was Trump vorhat

Wer sich auf diese Sichtweise verlässt, geht ein grosses Risiko ein. Trump umgibt sich heute schon mit Beratern, die Anlass zu den schlimmsten Befürchtungen geben. Sein Wahlkampf-Manager Stephen Bannon ist Chef des Onlineportals Breitbart, das nur noch wenig vom ehemaligen Nazi-Kampfblatt «Stürmer» entfernt ist. «Jeder, der die Rechte des ersten Amendments liebt (das Recht auf freie Meinungsäusserung, Anm. d. Red.), sollte sich grosse Sorgen machen. Bannon hätte beste Chancen, der ideologische Vordenker im Weissen Haus zu werden», schreibt Edward Luce in der «Financial Times».  

Trump hat bereits angekündigt, was er im Fall eines Wahlsieges zu tun gedenkt: Hillary Clinton ins Gefängnis werfen, die Folter wieder einführen und einen globalen Handelskrieg vom Zaun reissen. Dazu kommt seine offene Bewunderung für Wladimir Putin, der eben im Begriff ist, seine «gelenkte Demokratie» in eine offene Diktatur zu verwandeln.  

D'Annunzio lebt

Kehren wir zu D’Annunzio zurück. «Er hat seine Verachtung für Frauen eingebettet in einen hypermaskulinen Traum von Grösse, Selbstaufopferung, Macht und Eroberung», stellt Mishra fest. «Diese Phantasie wird heute wieder von aggressiven Männern über alle Rassen und ethnischen, nationalen und religiösen Grenzen geteilt. Von Männern, die überzeugt sind, dass der direkteste Weg zur eigenen Macht über die Beherrschung und Herabsetzung von all denjenigen führt, die verwundbar erscheinen.»  

Trotz vermeintlich stabilen demokratischen Institutionen ist Faschismus wieder eine ernsthafte Bedrohung geworden. Ein Wahlsieg Trumps würde den Populisten aller Couleurs gewaltigen Aufwind verleihen. Auch in der Schweiz sähen sich die Kämpfer gegen eine eingebildete Elite, die Blochers, Köppels und Somms, bestätigt.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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71
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    Alle Leser-Kommentare
  • atomschlaf 08.11.2016 00:33
    Highlight Interessant, dass man sich im Artikel Sorgen macht, dass in den USA die Meinungsfreiheit von Rechts gefährdet würde, während man stillschweigend hinnimmt, dass sie in Deutschland von Links mit Füssen getreten wird...
    21 28 Melden
    • Fabio74 08.11.2016 09:30
      Highlight Wo genau wird in D die Meinungsfreiheit verhindert und von wem?
      Spielt euch doch nicht immer als Opfer auf, nur weil Beleidigungen und Ausgrenzungen unerwünscht sind
      16 13 Melden
    • atomschlaf 08.11.2016 11:41
      Highlight @Fabio: Zur Meinungsfreiheit gehört es beispielsweise auch, öffentlich zu äussern, das man gegen die massenweise Aufnahme kulturfremder Flüchtlinge oder für einen wirksamen Grenzschutz ist.
      Solches wird in DE aber trotzdem oft schon als "Hetze" diffamiert, führt zu Facebook-Sperren, etc.
      10 10 Melden
    • Fabio74 08.11.2016 11:59
      Highlight Blödsinn.wer aber wie Pegida und AfD Hetze gegen Menschen betreibt der hat sich nicht auf Meinungsfreiheit zu berufen.
      5 7 Melden
  • wonderwhy 07.11.2016 22:55
    Highlight Trump ist nichts weiteres als ein geltungssüchtiger Opportunist. Wollen Sie ihm allen ernstes irgendwelche grundlegenden ideologischen Ziele nachweisen? Dann scheinen Sie den Mann meiner Meinung nach völlig falsch einzuschätzen. Der wirft sich allem und jedem an den Hals, bei dem er sich einen Vorteil erhofft. Er war vor kurzem noch registrierter Demokrat und hat dann die Seite gewechselt. Ich bezweifle dass dies einen ideologischen Hintergrund hatte.
    11 4 Melden
  • Herbert Anneler 07.11.2016 21:04
    Highlight Kurt Schuhmacher nannte dem Nationalsozialismus "einen einzigen Appell an den inneren Schweinehund". So gesehen, ist Trump ein alter Fascho.
    19 6 Melden
  • URSS 07.11.2016 19:29
    Highlight Ach was, Faschismus ist gekoppelt mit einer Diktatur. Der Umbau der Türkei in eine Diktatur funktioniert einwandfrei.
    Die USA sind eine Demokratie mit Beulen , aber Trump kann aus den USA keine Diktatur entstehen lassen. Die USA sind kein schwacher Staat wie die Türkei.Wie Faschismus funktioniert zeigt Erdogan in der Türkei, oder Hitler in Deutschland. Franco in Spanien und Mussolini in Italien oder die Pfeilkreuzler in Ungarn.
    Die einzige Sorge ist, sollte Trump Präsident werden, was er aber nicht wird, wäre das er ein Trollpräsident wird mit den Codes für Nuklearraketen.
    10 11 Melden
    • meglo 07.11.2016 22:31
      Highlight Was ja schon schlimm genug wäre.
      15 3 Melden
  • Der Zahnarzt 07.11.2016 18:21
    Highlight Der Faschismus, Neonazis etc. sind notwendige Begleiter des Kapitalismus und Neoliberalismus. Grund: Beide beruhen darauf, dass eine kleine Minderheit als Parasiten auf Kosten der Anderen geradezu obszön reich wird. Um dies zu verschleiern, wird ein Dritter zum Sündenbock gemacht und behauptet, wenn dieser Dritte nicht wäre , ja dann wäre die Welt ein Paradies.

    Dieser Dritte war bei den Nazis der Jude, bei Trump die Mexikaner, bei der SVP der Ausländer ohne Geld, bei der FDP / Economiesuisse / NZZ der bürokratische Staat, für den Kulx Klan der Neger, für Orban der Muslim etc. etc.
    53 12 Melden
    • kiawase 07.11.2016 18:33
      Highlight kurze aber sehr treffende Zusammenfassung , Danke. Es laufen immer dieselben Spielchen ...nur meist gut getarnt
      14 8 Melden
    • Fabio74 08.11.2016 09:31
      Highlight @stipps was willst mitteilen? Wo gibts einen Zusammenhang zu Stalin??
      1 1 Melden
    • Fabio74 08.11.2016 12:03
      Highlight Was soll ich mit Marx? Interessant aber passt nicht zum Artikel.
      Die Sündenbocktheorie erklärt das Zahnarzt gut.
      Es braucht einen unbedingten Machtwillen, den mit Gewalt und Einschüchterung durchzusetzen. Schuld sind Minderheiten. Und diese grenzt man systematisch aus. Entmenschlicht sie. Dan fallen die Hemmungen diese zu liquidieren
      1 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerWeise 07.11.2016 16:49
    Highlight "50 000 Tote in Lybien, über 10 Jahre Krieg im Irak (Clinton hat im Senat dafür gestimmt) mit 100'000 von Toten und auf der Flucht und Wunsch nach Flugverbotszone in Syrien - Bringt Clinton uns den 3. Weltkrieg?"

    wäre auch ne Möglichkeit...
    46 29 Melden
  • Linus Luchs 07.11.2016 16:41
    Highlight Damit die Demokratie den Faschismus abwehren kann, braucht es Grenzen für die Macht der Volksmehrheit. Grundsätze, die in der Verfassung und in internationalen Abkommen festgeschrieben sind, um die Menschenwürde zu schützen, dürfen nicht per Volksabstimmung aufgehoben werden. Aber genau das streben die Blochers, Somms und Köppels an. Sie wissen, man braucht nur lange und intensiv genug mit Bildern, Phrasen und der Angst am Volk zu arbeiten, irgendwann schafft die Gehirnwäsche eine Mehrheit. Dann muss noch der Volksentscheid über allem stehen, schon sitzen Faschisten an den Hebeln der Macht.
    44 26 Melden
    • Herr Schibli 07.11.2016 19:54
      Highlight Was für ein Argumentation: Das Volk muss vom Volkswillen geschützt werden.
      3 14 Melden
    • Linus Luchs 08.11.2016 08:59
      Highlight Zaafee, um einen Begriff zu verwenden, der gerade en vogue ist: Es geht um Checks and Balances. Verschiedene Instanzen kontrollieren sich gegenseitig, keine kann zu viel Macht vereinnahmen. Der Zweck davon: Verhinderung einer Diktatur. Dieses aus der Antike stammende Prinzip müsste auch für Volksabstimmungen eingerichtet werden, zum Beispiel in Form einer Verfassungsgerichtsbarkeit. Dieses Gericht würde vom Parlament gewählt werden, das seinerseits vom Volk gewählt wird. So viel zum Stichwort Legitimation.
      Die Kernfrage lautet: Kann sich die Volksmehrheit irren? – Ja!
      10 0 Melden
    • Linus Luchs 08.11.2016 09:01
      Highlight (Forts.) Die direkte Demokratie geht von Bürgerinnen und Bürgern aus, die sich für Politik interessieren, über etwas Intelligenz verfügen und das Allgemeinwohl im Blick haben. Dass dieses Ideal erheblich von der Realität abweicht, zeigt der Erfolg der Populisten. Abstimmungen werden mit Geld gewonnen, welches in mediale Aufmerksamkeit investiert wird. Es wird nicht mit Argumenten gearbeitet, sondern – ich wiederhole mich – mit Bildern, Phrasen und Ängsten. Ein auf diese Weise verführtes Volk könnte die Grundfesten der eigenen freien Gesellschaft sprengen. Dagegen braucht es eine Sicherung.
      7 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kookaburra 07.11.2016 16:26
    Highlight Ich denke Herr Löpfe macht einige Fehler. Z.B. Wohlstandsfaschismus. Ich bin eher der Meinung, dass der "Wohlstandsanteil" sich im kleinen einstelligen Bereich befindet, während die Wirtschaft (unter anderem durch Globalisierung und Migration) viel gnadenloser und schlimmer ist, wie während der grossen Depression. Auserdem glaube ich, dass wir nur an diesem Punkt stehen, wegen dem zu starken und intoleranten (und ideell-religiösem) "Linksfaschismus". Viele haben sich so vor einer "Herrenrasse" gefürchtet, dass sie sich alle andersdenkenden wegwünschten...
    24 30 Melden
    • RobinBurn 07.11.2016 17:13
      Highlight Die entscheidenden Schlagworte in Ihrem Beitrag sind "denke", "Meinug" und "glaube"
      18 12 Melden
    • Kookaburra 07.11.2016 18:57
      Highlight Das sind sie tatsächlich. :) Ich glaube meine Meinung ist vernünftig und besser, während bei den meisten Linken heutzutage, jeder der es wagt die Doktrin zu hinterfragen, automatisch und bedingungslos als Faschist, Rassist, dumm, gefährlich und böse gilt... Aus Prinzip. Diese fundamentalistisch, ideelle Sturheit hat eher religiöse wie rationale Züge und deswegen glaube ich nicht nur, dass dies der eigentliche Grund für diesen "Backlash" ist, sondern, dass ihr ihn verdient. (Siehe z.B. die absolute Verweigerung in sachen MEI. Meint ihr durch diesen SP-FDP-Faschismus wird es insgesamt besser?)
      4 8 Melden
    • Kookaburra 07.11.2016 23:17
      Highlight Laut Herr Löpfe bin ich Öko-Faschist weil ich Ecopop gewählt habe. Also ist es legitim jeden Faschist zu nennen...
      Ausserdem ist Faschismus auch eine "Firmen-Regierung" und die Firmen sind ja in der Schweiz kapitalistisch-rassistisch, denn sie stellen bevorzugt Immigranten an. Und das können sie nur wegen dem von Links forcierten Arbeiter-Überschuss...

      Ich bleibe dabei. Die Linken haben das Gefühl, dass sie (und Immigranten), etwas besseres sind wie die Rechten und die Welt im Grunde schöner wäre ohne andersdenkende. Eine internationale, moralische Herrenrasse, quasi...
      5 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • piedone lo sbirro 07.11.2016 16:04
    Highlight d`annunzio war das vorbild von mussolini, mussolini das vorbild von berlusconi, berlusconi ist das vorbild von renzi. blocher und göring sind die vorbilder von köppel & co. dazu trump, putin, orban, farage usw. dem faschismus auf dieser welt geht es leider bestens.
    33 32 Melden
  • Slavoj Žižek 07.11.2016 15:32
    Highlight Interessant, für Löpfe ist die Demokratie nur dann gut wenn seine Interessen vertreten werden. Ein lupenreiner Demokrat.
    59 63 Melden
    • Hoppla! 07.11.2016 16:16
      Highlight Nein, Demokratie ist keine "Diktatur der (Wahl-)Gewinner" sondern beruht auf der Möglichkeit Minderheiten (wenn immer möglich) mit einzubinden. Zum Wohle aller.

      Herr Trumps (und Konsorten) Vorstellung der Demokratie basiert statt auf Konsens auf Hass und Diskriminierung von Andersdenkenden und Minderheiten. Das ist nicht im Sinne des Erfinders und insofern kann man diesen Herren leider auch kein demokratisches Verständnis attestieren.

      Also alles völlig korrekt.
      46 17 Melden
  • Lowend 07.11.2016 15:30
    Highlight Zu diesem Thema empfehle ich den Text von Umberto Eco "Urfaschismus", der 1995 in "Der Zeit" erschienen ist.

    http://www.zeit.de/1995/28/Urfaschismus/komplettansicht

    Auch Erich Fromm beschrieb schon 1973 in seinem Werk: "Anatomie der menschlichen Destruktivität" (original The Anatomy of Human Destructiveness) die spezifisch menschliche Leidenschaft, zu zerstören.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomie_der_menschlichen_Destruktivität

    Am kürzesten sagte es aber Aldous Huxley mit dem Satz:
    "Kultur ist ein sehr dünner Firnis, der sich leicht in Alkohol auflöst.“
    32 45 Melden
    • RobinBurn 07.11.2016 17:14
      Highlight Was kann man an so einem Informativen Beitrag nicht mögen?
      21 8 Melden
    • poga 07.11.2016 17:38
      Highlight @Robin ich könnte mir Vorstellen das @Lowend so einen Grundstock an Hater hat. Meiner Meinung auch zurecht. Trotzdem muss ich weil ich auch öfters meine Kritik anbringe, diesmal ein Lob für zwei sachlich angebrachte Meinungen aussprechen.
      18 4 Melden
    • Lowend 07.11.2016 17:40
      Highlight Dass ein Text von einem derart hervorragenden Autor und Schriftsteller, der unzählige Auszeichnungen und Ehrendoktortitel erhielt, solche Ablehnung erfährt, erstaunt doch ein wenig. Da scheint viel ideologische Verblendung und die Ablehnung von Fakten eine Rolle zu spielen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Umberto_Eco
      Auf der anderen Seite kann ich mir die Ablehnung auch erklären, denn dieser hervorragende Text liest sich wie das Parteiprogramm vieler rechtskonservativer Parteien Europas.

      PS: Watson könnte sich mal das Problem mit den Umlauten bei kopierten Webadressen etwas genauer anschauen.
      8 23 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 07.11.2016 15:28
    Highlight Trump wird uns gar nirgends hinführen, denn seit das FBI Clinton heute entlastet hat, steht ihr knapper Sieg fest 😙!

    Und : Putin als "Wohlstands-Faschist" zu bezeichnen, dies in Zeiten der anhaltenden Wirtschaftskrise (auf Grund der massiven westlichen Sanktionen) liest sich zum schreien komisch 😂!

    Naja, Löpfe wie er leibt und lebt...
    48 35 Melden
    • Walter Sahli 07.11.2016 16:01
      Highlight Wenn ich mich richtig erinnere, dann gehört Putin zu den reichsten Männern in seinem Land und er schreckt nicht davor zurück, zu sich und seinesgleichen sehr gut zu schauen, während er sich um andere weniger Sorgen macht...um es mal euphemistisch zu sagen. Von dem her passt die Bezeichnung Wohlstands-Faschist sehr wohl.
      37 27 Melden
    • Lowend 07.11.2016 16:39
      Highlight Putin verfügt bei einem Einkommen von jährlich 100'000 Euro konservativ geschätzt über mehr als 36 Milliarden Euro Privatvermögen.
      Kritiker behaupten sogar, er sei mit 200 Milliarden Euro der reichste Mensch der Erde.
      Die hartgesottenen Fans behaupten, er habe dieses Vermögen durch harte Arbeit und sein ökonomisches Geschick erworben.
      http://www.vermoegenmagazin.de/wladimir-putin-vermoegen/
      32 32 Melden
    • Angelo C. 07.11.2016 17:06
      Highlight Die angesehene BILANZ meint zu den von Putin-Feind Browder breit gestreuten und von den westlichen Medien gierig übernommenen Hypothesen:

      "Hedgefonds-Gründer Browder kennt den russischen Präsidenten tatsächlich sehr gut, mit seinem Investmentunternehmen Hermitage Capital Management galt er zeitweise als grösster Auslandsinvestor Russlands. Dennoch sind seine Aussagen mit Vorsicht zu geniessen. Denn der einstige Unterstützer Putins, zählt heute zu den erbittertsten Gegnern des Kreml-Chefs."

      Doch ihr hattet Einblick in die Kontostände Putins, ergo argumentiert ihr da gewiss verlässlicher 😉!
      21 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amboss 07.11.2016 15:18
    Highlight Ich mag solche Artikel nicht.
    In diesem Artikel traut man der Demokratie, den Wählern, anderen Parteien und Institutionen viel zu wenig zu. Mehr Selbstvertrauen bitte!! Man lässt sich doch das alles nicht durch einzelne Personen kaputt machen!
    Und ieser Artikel gibt den vorkommenden Personen (wie Trump, Blocher, Putin etc...) eine Bedeutung, eine "Wichtigkeit", die sie nicht haben.

    Würde Trump gewählt, er wäre doch vor allem ein schwacher Präsident. Bis in die eigenen Reihen umstritten, handlungsunfähig.

    Und was ist die SVP? Eine 25% Minipartei, mehr nicht.
    Und Blocher ist auch nicht mehr
    20 39 Melden
    • Luca Brasi 07.11.2016 16:48
      Highlight Ich finde es auch ein wenig befremdlich wie wenig Systemen wie dem check and balances vertraut wird. Denkt jemand ernsthaft, daß Senatoren wie Cruz (Trump nennt ihn Lying Ted, er hat an der Parteiconvention öffentlich nein zu Trump gesagt und dessen Frau als unmoralisch dargestellt), Marco Rubio ("Lil'Marco"), John McCain ("He's not a war hero"), der mächtige Bush-Clan und seine Anhänger, Mitt Romney, etc. hinter Trump in jeder Angelegenheit stehen werden? Sogar Trumps Vize Pence ist in vielen Punkten nicht mit Trump einverstanden. Aber wir werden es nie erfahren, weil Clinton gewinnen wird.
      15 0 Melden
  • saukaibli 07.11.2016 15:12
    Highlight Leider sind die demokratischen Institutionen nicht so stark wie man meinen könnte. Seit Jahrzehnten werden sie von den Lobbyverbänden aus allen Wirtschaftszweigen ausgehölt. Dass Kapitalismus und Demokratie nicht zusammen funktionieren ist logisch, denn Kapitalismus ist von der Form her viel besser mit der Anarchie zu vergleichen, der Stärkere gewinnt, die anderen verlieren. Die anderen sind wir 99%, die zusammen weniger besitzen als das oberste 1%. Demokratie sieht wahrlich anders aus. Aus dem Grund hat der Faschismus leider doch eine Chance.
    44 6 Melden
    • poga 07.11.2016 15:40
      Highlight @Saukaibli sind nicht unsere Abstimmungen über Mindestlohn und längere Ferien der beste Beweis, dass Kapitalismus und Demokratie funktionieren können? Das Volk wirde befragt, und hat sich zum Kapitalismus bekannt. Es ist mir klar dass dies nicht jedem gefällt, aber zu sagen das gehe nicht einher finde ich falsch.
      16 16 Melden
    • Triumvir 07.11.2016 15:54
      Highlight Deine Conclusio erachte ich zumindest als fragwürdig. Denn dank Internet, können die heutigen 08-15-Bürger/innen viel weniger manipuliert werden, als zu Zeiten von Hitler und Mussolini und Co. Für solche (Ver-)Führer ist es deshalb heute ungleich schwieriger, dumme Schäfchen und Nachläufer/innen zu finden, die ihre menschenverachtende Ideologie unterstützen.
      4 10 Melden
    • Lowend 07.11.2016 16:52
      Highlight Die Rolle des Internets würde ich in Zeiten des Zeitungssterbens und von Breitbart, Sputnik und RT doch ein wenig kritischer hinterfragen, denn früher war es schwerer, die mächtige Presse zu kontrollieren,weil die Ehre und Ehrlichkeit der Journalisten extrem viel Gewicht hatte, wogegen heute über das Internet jeder auch noch so abstruse Unsinn seine Anhänger findet.
      Die Anbieter konkurrierender Weltmodelle haben dass schnell begriffen, wogegen die Demokratien sich in Bezug auf die digitale Kommunikation noch immer auf unbekanntem "Neuland" bewegen und dadurch weit im Hintertreffen sind.
      16 8 Melden
  • Danyboy 07.11.2016 14:44
    Highlight Da kann man nur sagen: Es ist zu HOFFEN, dass die heutigen Demokratien und Institutionen stabiler sind... Ich bin mir da nicht immer sicher. Theoretisch besteht auch der Nährboden a la Grosse Depression schon in starken Ansätzen.
    25 4 Melden
  • phreko 07.11.2016 14:31
    Highlight «Die meisten Länder hatten noch keine Erfahrung mit der Demokratie – und wussten daher nicht, wie die dazu notwendigen Institutionen funktionierten»

    Würde gerne Wissen, ob der Durchschnittsschweizer weiss, was ein Rechtsstaat ist und wofür es ihn gibt. Bei all den wiederkehrenden "die Mehrheit hat immer Recht"-Sprüchen bin ich nicht so sicher, wie viel Wissen bei den Schweizern vorhanden ist.
    74 8 Melden
    • Danyboy 07.11.2016 14:51
      Highlight Unter anderem deswegen sind auch bei mir die Zweifel gross bzgl. Stabilität unserer Demokratie... Wir haben bereits jetzt eine halbe Jugend in Südeuropa, die von ihren Eltern und deren Vermögen leben. Der Nährboden ist da. Eine weitere grosse Finanzkrise, gepaart mit einer Automatisierungswelle, und ich möchte sehen wie weit wir von einer "Grossen Depression" entfernt sind...
      25 1 Melden
  • Scott 07.11.2016 14:24
    Highlight Die neuen Faschisten mit ihrem Führer sitzen in der Türkei. Mit dem Erdi werden wir noch viel Freude haben…


    Unsere linken Politiker und Medien sind dermassen versessen auf die angeblichen “Rechtspopulisten“ einzudreschen, dass sie die (pardon) getürkten Angriffe auf die Demokratie, die Abschaffung der Pressefreiheit, die Massenverhaftungen der politischen Gegner, die mögliche Einführung der Todesstrafe und die gleichzeitige Verherrlichung des Osmanischen Reichs nicht mehr wahrnehmen (wollen?). Die Parallelen zu Nazi-Deutschland sind erschreckend!
    45 31 Melden
    • Walter Sahli 07.11.2016 14:47
      Highlight Gehe ich recht in der Annahme, dass an allem, was in Deiner Welt schief läuft, die Linken schuld sind?
      48 23 Melden
    • phreko 07.11.2016 15:09
      Highlight Lieber Scott, wo informierst denn du dich? Ich bin durch die ach so linken Medien sehr gut über Probleme in der Türkei informiert.

      Nun, Rechtspopulisten fühlen sich auch von starken Einzelpersönlichkeiten angezogen, so kann man das ganze als einen zusammenhängenden Trend betrachten. Dazu will Trump "nasty woman"-HRC ja auch ins Gefängnis stecken. Da gibt es beim Verfahren mit politischen Gegnern auch keine Unterschiede.

      26 7 Melden
    • -woe- 07.11.2016 15:18
      Highlight @Scott
      Es scheinen mir vor allem Politiker aus dem Mitte-Links-Lager zu sein, die auf Sultan Erdogan und sein diktatorisches Gehabe zeigen.
      Wenn Sie gestern den SonnTalk im GilliTV gesehen haben, haben Sie einen R. Köppel gesehen, der unseren Aussenminister D. Burkhalter gerüffelt hat, weil dieser es wagte, seinem türkischen Amtskollegen an den Karren zu fahren. Ich glaube, dabei eine gehörige Portion unterschwelliger Bewunderung für den Sultan bei Köppel herausgespürt zu haben.
      Im BlocherTV hat der alte Mann auf dem Stuhl schon des Öfteren betont, die Türkei soll man machen lassen.
      30 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Donald 07.11.2016 13:53
    Highlight Bitte das Wort "Populismus" nicht in die Schweiz importieren. Es reicht schon, wenn es in Deutschland inflationär verwendet wird. Danke.
    30 33 Melden
    • phreko 07.11.2016 15:04
      Highlight Müssen wir unser eigenes Wort erfinden? So à la Frankreich, mit einer Komission die Wörter kreiert?
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    • Wehrli 07.11.2016 15:06
      Highlight Den Populismus gibts seit Blocher bei uns. Wir waren also vor dem Deutschen.
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    • Heilandsack 07.11.2016 15:28
      Highlight Aber das (inflationäre) Verwenden von Begriffen wie "Mainstream", "Gutmenschen" und "Lügenpresse" oder das Verteufeln einer vermeintlichen linken Elite ist OK?
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Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Der Filmer Michael Moore und der Yale-Historiker Timothy Snyder warnen davor, dass die USA in einen «freundlichen Faschismus» abgleiten.

In den Schlusssequenzen seines neuesten Films «Fahrenheit 11/9» lässt Michael Moore Trump und Hitler zu einer Person verschmelzen. Die Botschaft ist klar: Trump ist der Führer eines neuen Faschismus im 21. Jahrhundert geworden.

Moore ist ein Propagandist, der mit einem sehr breiten Pinsel malt und sich wenig um Details kümmert. Doch er ist kein einsamer Rufer in der Wüste. Prominente Historiker und Totalitarismus-Experten wie Anne Applebaum oder Timothy Snyder teilen seine Befürchtungen; und …

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