Dem LASK steht wegen Corona-Verstössen Ärger ins Haus.
Bild: EPA
Corona-Krimi in Österreich: Vermummte filmen heimliches Mannschaftstraining des LASK
Kein Tag ohne Corona-Verstoss im Fussball? Es sieht fast danach aus. Gestern wurde bekannt, dass Augsburg-Trainer Heiko Herrlich gegen die Isolationsbestimmungen der DFL verstossen hatte. Der Coach von Stephan Lichtsteiner und Ruben Vargas ging während der Hotel-Quarantäne seiner Mannschaft Zahnpasta einkaufen und verpasst nun den Bundesliga-Restart seiner Mannschaft gegen Wolfsburg.
Noch kurioser ist ein Fall in Österreich. Dort darf wie in der Schweiz zur Zeit nur in Kleingruppen trainiert werden. Nicht an diese Verordnung hielt sich allerdings der Tabellenführer Linzer ASK, der ein normales Mannschaftstraining mit Körperkontakt absolvierte. Dumm nur, dass alles auf Video festgehalten wurde.
Der LASK beim «Plausch-Mätschli» im Training ...
Video: streamable
... und bei einer weiteren Übungseinheit.
Video: streamable
Der österreichischen Bundesliga wurden mehrere Videos übermittelt, die den Verstoss klar zeigen. Wer die Videos aufgenommen hat, ist nicht ganz klar. In einer Stellungnahme erklärte der LASK, dass die Kameras im Rahmen «eines nächtlichen Einbruchs illegal» von zwei vermummten Verdächtigen angebracht worden seien.
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Die Stellungnahme des LASK:
«Es lag und liegt uns fern, uns – wie nun unterstellt wird – durch Trainingsmassnahmen einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen. Wie eine im Rahmen eines nächtlichen Einbruchs illegal angebrachte Kamera festgehalten hat, wurden offenbar im Training die Abstandsregeln nicht konsequent eingehalten. Wir nehmen dies zur Kenntnis und werden mit dem Senat 1 der Bundesliga in jeglicher Form kooperieren und uns dort erklären.»
Die Vermummten pirschen sich an.
bild: screenshot youtube
Die elf Konkurrenten des Leaders protestierten in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen die Corona-Verstösse des LASK. Die Bilder würden klar dokumentieren , dass die Linzer trotz des strikten Verbots durch die zuständigen Ministerien ein Training mit vollem Körperkontakt absolviert hätten, hiess es dort. «Dadurch werden auch seit Tagen bestehende Gerüchte rund um ein Mannschaftstraining der Oberösterreicher bestätigt.»
Die Eindringlinge beim Anbringen der Kameras.
Video: streamable
Der Geschäftsführer vom ersten Verfolger Red Bull Salzburg liess verlauten: «Wir sind schockiert und fassungslos über die Vorgehensweise des Linzer ASK. Seit vielen Monaten arbeiten wir gemeinsam so hart an Perspektiven, nicht nur für den österreichischen Bundesliga-Fussball. Offensichtlich sind sich nicht alle Klubs und Personen dieser grossen Verantwortung bewusst.»
Die Austria-Vorstände Markus Kraetschmer und Peter Stöger erklärten: «Pures Gift für unsere Bemühungen und einfach nur disziplinlos und egoistisch.» Noch einen Schritt weiter ging die Admira. «Die Vorkommnisse haben uns zutiefst erschüttert und lassen uns sprachlos zurück. Der FC Flyeralarm Admira behält sich für alle Eventualitäten sämtliche rechtliche Schritte vor», teilte Präsident Philip Thonhauser mit.
Der LASK gibt sich uneinsichtig und leitet seinerseits rechtliche Schritte ein. Wegen Wirtschaftsspionage erstatteten die Linzer mittlerweile Strafanzeige bei der Polizei. «Wir sind schockiert, dass es offensichtlich Dritte gibt, die bereit sind, mit krimineller Energie in unser Vereinsgelände einzubrechen, um Wirtschaftsspionage zu betreiben. Die Täter wurden gefilmt und werden nun ausgeforscht», erklärte Geschäftsführer Andreas Protil.
Schon vor einigen Tagen war bei einem LASK-Training die Polizei aufgetaucht. Damals allerdings, um zu kontrollieren, dass die Oberösterreicher wie vorgeschrieben in Kleingruppen trainieren und die vorgeschriebenen Abstände einhalten. In ihrer Stellungnahme streiten die Linzer das Mannschaftstraining nicht ab, führen aber aus:
«Um den Spiel- und Trainingsbetrieb nicht zu gefährden, unterzieht der LASK seine Spieler seit längerem auf eigene Kosten engmaschigen PCR-Testungen. Weil für uns die Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle steht, wurden die Intervalle der Tests bewusst kurzgehalten! Im Lichte dieser Tatsachen ist ein Ansteckungsrisiko im Rahmen unseres Trainings de facto ausgeschlossen. Es lag daher zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung unserer Spieler oder anderer Personen vor.»
Dennoch drohen dem LASK nun Konsequenzen. Der Strafrahmen wegen des möglichen Fair-Play-Verstosses reicht laut der Rechtspflegeordnung des ÖFB von einer Ermahnung über eine Geldstrafe und Punktabzüge bis zu einem Zwangsabstieg und einem Ausschluss aus dem ÖFB. (pre)
Europas Rekordmeister im Fussball
Spanien: Real Madrid – 34 Titel, zuletzt 2019/20. Erster Verfolger: FC Barcelona – 26 Titel. keystone / Rodrigo Jimenez
Deutschland: Bayern München – 30 Titel, zuletzt 2019/20. Erster Verfolger: 1. FC Nürnberg – 9 Titel. keystone / Kai Pfaffenbach
England: Manchester United – 20 Titel, zuletzt 2012/13. Erster Verfolger: FC Liverpool – 19 Titel. EPA / PETER POWELL
Italien: Juventus Turin – 36 Titel, zuletzt 2019/20. Erste Verfolger: Inter Mailand – 19 Titel. EPA/ANSA / ALESSANDRO DI MARCO
Frankreich: AS Saint-Etienne – 10 Titel, zuletzt 1980/81. Erster Verfolger: Olympique Marseille und Paris St-Germain – 9 Titel. L'EQUIPE /
Schweiz: Grasshoppers – 27 Titel, zuletzt 2002/03. Erster Verfolger: FC Basel – 20 Titel. KEYSTONE / STR
Österreich: Rapid Wien – 32 Titel, zuletzt 2007/08. Erster Verfolger: Austria Wien – 24 Titel.
Portugal: Benfica Lissabon – 37 Titel, 2018/19. Erster Verfolger: FC Porto – 29 Titel. AP / FRANCISCO SECO
Türkei: Galatasaray Istanbul – 22 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: Fenerbahce Istanbul – 19 Titel. AP
Griechenland: Olympiakos Piräus – 46 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: Panathinaikos Athen – 20 Titel. EPA/ANA-MPA / PANAGIOTIS MOSCHANDREOU
Niederlande: Ajax Amsterdam – 35 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: PSV Eindhoven – 24 Titel. AP / VINCENT JANNINK
Belgien: RSC Anderlecht – 34 Titel, zuletzt 2016/17. Erster Verfolger: FC Brügge – 16 Titel.
Schottland: Glasgow Rangers – 55 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: Celtic Glasgow – 51 Titel.
Norwegen: Rosenborg Trondheim – 26 Titel, zuletzt 2018. Erster Verfolger: Fredrikstad FK – 9 Titel.
Schweden: Malmö FF – 21 Titel, zuletzt 2020. Erster Verfolger: IFK Göteborg – 15 Titel. Imago / Christian rnberg
Dänemark: FC Kopenhagen (1992 fusioniert aus Boldklubben 1903 und Kjøbenhavns Boldklub) – 35 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: Brøndby IF – 10 Titel.
Russland: Spartak Moskau – 10 Titel, zuletzt 2016/17. Erster Verfolger: Zenit St. Petersburg – 8 Titel. EPA/EPA / SERGEI ILNITSKY
Kroatien: Dinamo Zagreb – 21 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: Hajduk Split – 6 Titel.
Serbien: Roter Stern Belgrad – 31 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: Partizan Belgrad – 27 Titel.
Polen: Gornik Zabrze (zuletzt 1987/88), Ruch Chorzow (zuletzt 1988/89) und Legia Warschau (zuletzt 2019/20) – je 14 Titel. www.imago-images.de / Rafal Oleksiewicz
Tschechien: Sparta Prag – 12 Titel, zuletzt 2013/14. Erster Verfolger: Slavia Prag – 6 Titel.
Slowakei: Slovan Bratislava – 10 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: MSK Zilina – 7 Titel.
Rumänien: Steaua Bukarest – 26 Titel, zuletzt 2014/15. Erster Verfolger: Dinamo Bukarest – 18 Titel.
Bulgarien: ZSKA Sofia – 31 Titel, zuletzt 2007/08. Erster Verfolger: Lewski Sofia – 26 Titel.
Ungarn: Ferencvaros Budapest – 31 Titel, zuletzt 2019/20. Erster Verfolger: MTK Budapest – 23 Titel.
Ukraine: Dynamo Kiew – 15 Titel, zuletzt 2015/16. Erster Verfolger: Schachtar Donezk – 12 Titel.
Chefsache: Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!
Video: watson / Nico Franzoni
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