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Bürgerliche wollen keine Corona-Hilfe-Debatte vor den Ferien – SP reagiert entsetzt

Publiziert: 25.06.20, 13:19 Aktualisiert: 25.06.20, 14:16

Die Büros von National- und Ständerat haben am Donnerstag entschieden, dass der Parlamentsbetrieb vor der Sommerpause nicht mehr hochgefahren wird. Ein Antrag von SP, Grünen und GLP, Anfang Juli über die Weiterführung der KMU-Finanzhilfen zu debattieren, wurde abgelehnt. Dies gemäss Mitteilung der SP wegen eines gemeinsamen Antrags von SVP, FDP und CVP.

Stattdessen findet eine ausserordentliche Session in der Woche vom 7. September statt, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Dann beginnt auch die ordentliche Herbstsession der eidgenössischen Räte.

Im Rahmen der integrierten ausserordentlichen Session werden National- und Ständerat je drei gleichlautende Motionen behandeln. Sie fordern die Anfang Juni gestoppten Entschädigungen für Kurzarbeit und Erwerbsausfall weiterzuführen.

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64 Mitglieder des Nationalrats hatten zur Behandlung dieser Vorstösse eine ausserordentliche Session verlangt. Die Büros haben nun, beschlossen die ausserordentliche Session in der Kalenderwoche 37 durchzuführen.

Brief an den Bundesrat

Der Bundesrat hatte die Büros im Vorfeld des Entscheids darüber informiert, dass die entsprechenden Motionen an der Sitzung vom 1. Juli beantwortet werden. Die Regierung steht unter Druck: Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK) verlangt in einem Brief an den Bundesrat ebenfalls die Weiterführung der Finanzhilfen für KMU und Selbstständige.

Die vorzeitige Ausserkraftsetzung der Massnahmen zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit und Firmenkonkursen erachtet die Kommission als besorgniserregend. Die Verordnungen müssten so lange in Kraft sein, bis die Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens vom Bundesrat aufgehoben würden.

«Skandalöser Entscheid»

Seit 1. Juni können direkt oder indirekt von der Corona-Krise betroffene Selbstständigerwerbende keine Erwerbsausfallentschädigung mehr beziehen. Wirtschaftsminister Guy Parmelin hatte vergangene Woche angekündigt, dass der Bundesrat eine Lösung für Härtefälle erarbeite. Der Bundesrat werde an einer seiner nächsten Sitzungen darüber befinden.

SP-Nationalrätin Min Li Marti. Bild: KEYSTONE

Insbesondere den linken Parteien geht das zu wenig weit. Verschiedene Parlamentarier äusserten auf Twitter ihren Unmut wegen der «Verschiebung der Debatte» in den Herbst. «Die Selbstständigen und Kleinbetriebe sind den sogenannten Wirtschaftsparteien schlicht egal», schrieb Nationalrätin Min Li Marti (SP/ZH). Verschiedene Parteikollegen sprachen von einem «skandalösen Entscheid».

Die Bürgerlichen liessen die Betroffenen erneut im Stich, gab Aline Trede (Grüne/BE) zu bedenken. «Es braucht jetzt dringend eine Lösung.» (sda)

Night of Light: Wieso viele Gebäude rot leuchteten

Am Montagabend sind in der ganzen Schweiz Gebäude in Rot erstrahlt. Hier zu sehen: das Bundeshaus in Bern. bild: keystone keystone / ALESSANDRO DELLA VALLE
«Night of Light» heisst diese Aktion, mit der die Veranstaltungsbranche auf ihre Notsituation im Zuge der Coronavirus-Pandemie aufmerksam machen will. Auf diesem Bild: das Wankdorf-Stadion in Bern. bild: keystone keystone / ALESSANDRO DELLA VALLE
«Ein faszinierendes und emotionales Event» sollte es werden, wenn Gebäude rot erleuchtet werden, an denen sich vor dem 16. März Menschen zu Konzerten, Theateraufführungen oder sonstigen Veranstaltungen getroffen haben. Auch die Bernexpo war rot erleuchtet. bild: keystone keystone / ALESSANDRO DELLA VALLE
«Wir sind da und bereit, vieles ist schon möglich und wir freuen uns auf neue Events», das ist die eine Seite der Botschaft, die die Veranstaltungsbranche vermitteln möchte. Maag Music Hall Zürich. bild: keystone keystone / ALEXANDRA WEY
Das Hallenstadion in Zürich. bild: keystone keystone / DETLEV MUNZ
Die Statue vom Opernhaus Zürich. bild: keystone keystone / ALEXANDRA WEY
Das Hotel Schweizerhof in Luzern. bild: keystone keystone / URS FLUEELER
Hotel Gütsch in Luzern. bild: keystone keystone / URS FLUEELER
Das KKL in Luzern. bild: keystone keystone / URS FLUEELER
Eine Bar am Vierwaldstättersee mit Blick auf das Hotel Schweizerhof. bild: keystone keystone / URS FLUEELER
Das Opernhaus in Genf. bild: keystone keystone / SALVATORE DI NOLFI
Der Jet d'Eau in Genf. bild: keystone keystone / SALVATORE DI NOLFI
Das Schloss Chillon in der Nähe von Montreux. bild: keystone keystone / LAURENT GILLIERON

Diese Verschwörungstheorien sind wirklich wahr. So wirklich wirklich. Wirklich.

Video: watson / leb

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