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Wir Eltern

Warum ich als Mutter mein Glück nicht von meiner Familie abhängig mache

nathalie sassine-hauptmann / wir eltern



Ein Artikel von

Oft werde ich angefeindet, ich wolle zu viel. Ich würde arbeiten, um einen gewissen Wohlstand zu haben. Und entsprechend meine Kinder vernachlässigen, um diesen Lebensstandard zu halten. Man könne aber eben nicht alles haben, als Mutter müsse man verzichten.

Macht denn Geld glücklich? Die meisten von uns würden wohl mit einem klaren «Nein!» aus dem Bauch heraus antworten. So auch ich. Geld macht höchstens sorglos, zumindest finanziell.

Geld hilft, macht aber nicht glücklich

Geld hilft, kleine Glücksmomente zu ergattern, indem ich beispielsweise etwas lang Ersehntes kaufe, das mich glücklich macht. Wir alle wissen aber, dass es nicht lange dauert, bis dieses etwas bald nicht mehr so speziell ist, ergo der Glücksmoment bald vergeht.

Meine Faktoren zum Glück sind meine Familie, mein Mann, mein Beruf, meine Freunde, Zeit für mich. Je nach Tag in einer anderen Reihenfolge.

Solche Glücksinseln braucht jeder Mensch. Dass diese nichts mit Wohlstand zu tun haben, ist klar. Ein Picknick mit der Familie macht glücklich, eine Umarmung im richtigen Moment. Ein geteiltes Glacé in der Badi. (Wobei dieses ja auch nicht gratis ist.)

Doch wie verschaffe ich mir langfristiges Glück? Ich kann ja nur von mir persönlich sprechen und meine Faktoren zum Glück sind meine Familie, mein Mann, mein Beruf, meine Freunde, Zeit für mich. Je nach Tag in einer anderen Reihenfolge.

Freundinnen, Bücher – und Familie

Und da haben wir es eben. Die Familie kommt bei mir nicht immer an erster Stelle. Es gibt Tage, da würde ich lieber arbeiten, als das x-te UNO mit den Kids zu spielen oder für sie zu kochen.

An anderen Tagen – wie beispielsweise an meinem nächsten Geburtstag – gehe ich lieber mit meinen besten Freundinnen aus als mit meinem Mann, einfach weil es schon lange her ist.

Und das scheint genau das Problem zu sein. Als Mutter wird von dir nun mal erwartet, dass die Familie an erster Stelle kommt. Immer. Die Kinder sollen dich glücklich machen.

Wieder an anderen Tagen bin ich gerne alleine und lese ein Buch, während andere im Europapark rumflitzen.

Diese Balance macht mich langfristig glücklich. Und das scheint genau das Problem zu sein. Als Mutter wird von dir nun mal erwartet, dass die Familie an erster Stelle kommt. Immer. Die Kinder sollen dich glücklich machen.

Wenn Kinder glücklich machen müssen

Abgesehen von einer Portion Egoismus meinerseits finde ich auch, dass da ein enormer Druck auf den Kindern lastet. Sie sollen dafür verantwortlich sein, dass Mama glücklich ist? Ich habe schon zu oft erlebt, dass Mütter ihr Glück von der Familie abhängig machen. Und wenn dann was schief läuft – eine Trennung zum Beispiel – haben sie wenig anderes, worauf sie sich freuen können.

Deshalb brauche ich meine anderen Inseln, auch wenn mir das schon Adoptionsangebote für meine Kinder eingebracht hat, weil ich sie offenbar vernachlässige.

Mir würde das schlicht Angst einjagen, alles auf eine Karte zu setzen. Auch war ich eines dieser Kinder und würde dies meinen eigenen nicht antun wollen. Deshalb brauche ich meine anderen Inseln, auch wenn mir das schon Adoptionsangebote für meine Kinder eingebracht hat, weil ich sie offenbar vernachlässige.

Bin ich egoistisch? Vielleicht ...

Denn Erfolg im Job macht mich sehr glücklich. Bauchschmerzen vor Lachen mit einer Freundin auch. Ein Wochenende am Meer alleine mit meinem Mann sowieso. Und einen ganzen Sonntagnachmittag ein Buch lesen zu können ebenso.

Egoistisch? Vielleicht.

Glücklich? Auf jeden Fall.

Und die Kinder? Denen möchte ich vermitteln, dass auch sie ihr Glück nicht von anderen abhängig machen können.

Und was halten wir davon?

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • schwarte 07.08.2016 15:50
    Highlight Highlight Ich verstehe die Motivation dieses Artikels nicht. Will sich die Autorin damit rechtfertigen? Oder ist er aufklärerischer Natur? Es ist doch selbstverständlich dass man als Mutter auch in erster Linie Mensch ist und nun mal verschiedene Bedürfnisse hat. Würde mich erstaunen, wenn jemand etwas dagegen einzuwenden hat.
  • Spooky 27.05.2016 20:48
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel!

    Eine sich aufopfernde Mutter ist für die Kinder das Schlimmste. Eine zufriedene Mutter das Beste.

    Aber im Übrigen: Das Modell Vater + Mutter + Kinder, also die Familie, ist sowieso ein Auslaufmodell. In 100 Jahren wird es diese Form des Zusammenlebens nicht mehr geben (ausser im Urwald).
  • gelesen 23.05.2016 09:33
    Highlight Highlight Warum müssen eigentlich so viele männliche Zeitgenossen den ganzen Tag so viel rum blöööggen, haben die nichts besseres zu tun?
  • Scaros_2 22.05.2016 13:55
    Highlight Highlight In meinen Augen wieder einmal die Komplexen einer Frau. Als Mann denkt man nicht einmal so wirklich darüber und selbst wenn jemand was sagt oder meint? Who cares. Ich geb ein **** auf Leute die einfach was behaupten - wenn will ich Argumente sehen - haben die Leute keine ist es mir so was von Wurst. Dazu kommt das über solche Dinge nachdenken für mich einfach verschwendete Zeit ist, denn sollte mein Kind anständig aufwachsen, selbst denken können und Grips im Hirn haben = alles richtig gemacht. Sollte es umfallen, tut es das ist auch richtig - immer diese Schaumstoffmütter
    • Turi 22.05.2016 18:45
      Highlight Highlight Nicht nur Komplexe, sondern auch Politik. Die tägliche Dosis Jammern, wie unterdrückt Frauen seien, und wie sie sich dagegen wehren müssten.
      Im konkreten Fall muss man anmerken, dass das Heiraten eines Gutverdieners und das Ausgeben seines Geldes nicht wirklich eine grosse Leistung ist.
  • kliby 22.05.2016 11:31
    Highlight Highlight "Warum ich als Vater mein Glück nicht von meiner Familie abhängig mache."

    Klingt auch gut?
    • FrancoL 22.05.2016 13:53
      Highlight Highlight Na ja das machst Du doch schon, du darfst arbeiten und dies sicherlich in Deinem Wunschberuf und auch mit einer hohen Wertschätzung die Dich glücklich macht. Das ist eben das glückliche Schicksal von uns Männern.
    • kliby 22.05.2016 14:09
      Highlight Highlight Ja, ich darf arbeiten, in meinem Wunschberuf, schöne Karriere. Und das aus einer armen Arbeiterfamilie kommend. Der Preis dafür ist, dass ich keine oder noch keine Kinder habe. Solche Pauschalisierungen wie von dir, die jedem Mann unterstellen, er kriege alles in den Hintern gestopf, sind einfach nur noch lächerlich und nervig.
    • FrancoL 22.05.2016 16:58
      Highlight Highlight Du hast einen schrägen Post abgegeben, meiner war eigentlich eine Ironie falls Du es gemerkt hast, weil es eben auch bei uns Männern nicht nur um die Butter auf dem Brot geht und eine Vielzahl von Männern nicht wirklich happy sind mit ihrer Arbeit und auch nicht mit der entgegengebrachten Wertschätzung, aber die Arbeit eben trotzdem machen. Zu Dir persönlich; es war wohl Dein Wunsch eine Karriere hinzulegen und nun stehen eben andere wichtige Dinge hinten an. Dein freier Wille! Bis doch wenigstens zufrieden dass Du im Wunschberuf arbeiten kannst, das ist schon mehr als viele andere haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • stadtzuercher 22.05.2016 10:29
    Highlight Highlight Als Roger Köppel das TagiMagi übernommen hat, vor Jahren, gabs einen Wechsel in der Ausrichtung der da publizierten Storys. Von da an wurden nur noch Geschichten über erfolgreichen Menschen publiziert, keine Losergeschichten oder differenzierten Dokumentationen. Köppel huldigte dem neoliberalen Mantra: The Winner takes it all, und wer gewinnt, ist interessant.
    So kommt mir diese Propaganda hier vor: Seht her, ich bin erfolgreich, und ich habe recht. Modisch verpackt in zeitgenössischer Feminismus-Rethorik: wer anders denkt, ist ein Neider, ein Loser, oder ein männlicher Unterdrücker.
    • Nathalie Sassine Webook 25.05.2016 13:48
      Highlight Highlight Wo sage uch DAS denn bitteschön??
  • Eisenbähnler 22.05.2016 09:56
    Highlight Highlight Verkauft sich Rabenmutter nicht mehr so gut?
    • Nathalie Sassine Webook 25.05.2016 13:48
      Highlight Highlight Wieso?
  • FrancoL 22.05.2016 09:26
    Highlight Highlight “Geld macht höchstens sorglos, zumindest finanziell." ist das sorglos mit dem höchstens davor die richtige Aussage in der heutigen Umgebung?

    Ist sorgloser nicht der Sockel um Freiheit und Glück auch zu empfinden. Sind nicht gerade die finanziellen Sorgen die Bremse für die Entfaltung von Glück und Freiheit?
    Mir geht es nicht um die Finanzen um durch Einkauf kurze Momente glücklich zu sein, nein es geht mir um das Geld meine Freiheit überhaupt wahrnehmen zu können. Und dieses Geld ist für mich primär nötig um dann weitere hochtrabende Darstellungen zum Glück anstellen.
    • Eisenbähnler 22.05.2016 10:10
      Highlight Highlight Als Teilzeit-Selbstverwirklichungs-Autorin, die sich von ihrem Mann ihr Hobby zum Beruf finanzieren lässt, kennt man solche Sorgen nicht.

      Finde ich grundsätzlich auch nichts verwerfliches dran, doch dann soll man doch auch so ehrlich sein, dass zu erwähnen. (Zu ihrer Verteidigung: In einem Interview hat sie es einmal eingeräumt.)
    • koks 22.05.2016 11:40
      Highlight Highlight Das ist die Art von Propaganda, die etwa das Halten einer Nanny für die Kinder als fortschrittlich anpreist. Bezahlt vom gutverdienenden Mann, natürlich. Weshalb führen eigentlich nicht alle Frauen so ein luxuriöses, leichtes und eigenbestimmtes Leben? Liegts am fehlenden Kleingeld?
    • Nathalie Sassine Webook 25.05.2016 13:52
      Highlight Highlight Lieber Eisenbähnler, ich glaube nicht, dass man ein Unternehmen, das umsatzmässig die Millionen-Grenze überschritten und mehrere Angestellte hat, als Hobby bezeichnen darf. Aber wenn Frau allzu glücklich und erfolgreich im Beruf ist, eckt das offenbar an. Schade.
  • Kaiserin 22.05.2016 08:40
    Highlight Highlight Super Einstellung! Man ist schliesslich immer sich selber und die Kinder sind nach rund 20 Jahren weg... Es macht also Sinn, auf die eigenen Ziele, Bedürfnisse und Leidenschaften acht zu geben!
    • stadtzuercher 22.05.2016 10:33
      Highlight Highlight Nur gilt das ja für alle Menschen, und nicht nur für Mütter. Soll sogar auch für Väter gelten...
    • Nathalie Sassine Webook 25.05.2016 13:53
      Highlight Highlight Hoffentlich gilt das auch für Väter! Die Gesellschaft erwartet von Müttern trotzdem was anderes, leider.
    • FrancoL 25.05.2016 18:49
      Highlight Highlight @Nathalie; Welche Gesellschaft? Wer in der Gesellschaft genau erwartet da was anderes?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Olga Lang 22.05.2016 08:30
    Highlight Highlight Genau richtig! (Ich mache die Umfrage nicht mit: nur eine blöde Auswahl😄)
  • dracului 22.05.2016 08:30
    Highlight Highlight Diesen Denkanstoss hätte ich vor ein paar Jahren gebraucht. Er hätte viel Frust ersparen können. Man rutscht einfach zu schnell in das traditionelle Familienbild - Millionen von Familien und unsere Vorfahren können doch nicht irren. Die "Anfeindungen" sind besorgniserregend: Kommen diese Anfeindungen evtl. davon, dass eine grössere Unzufriedenheit herrscht und "Abweichler" bestraft werden? Ich würde mir eine offenere, zeitgenössischere und auch experimentierfreudigere Familienwelt wünschen, wider dem Frust und für die Kinder, die Partner und letztlich auch für die Arbeitgeber.
    • Karl33 22.05.2016 11:55
      Highlight Highlight Da bleibt ja nur die Frage offen, wer jetzt die "Abweichler" sein sollen: Die die 100% Arbeiten weil sie Lust dazu haben, die die 100% Kinder erziehen, weil sie Lust dazu haben, oder die die Teilzeit arbeiten, weil sie Lust dazu haben?

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