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iOS 9.3 kommt – dieses geniale Feature fürs iPhone und iPad war längst überfällig

Mit dem nächsten System-Update erhalten iOS-Geräte einen augenfreundlichen Nacht-Lesemodus, die Nutzer sollen damit besser einschlafen können. Ärgerlich ist, dass es so lange gedauert hat.



Noch ist iOS 9.3 nicht fertiggestellt, sondern erst als Beta-Version verfügbar. Ungewöhnlicherweise hat Apple auf seiner Website bereits eine Vorschau auf die wichtigsten Neuerungen veröffentlicht.

Dabei sticht das Feature Night Shift («Nachtschicht») ins Auge.

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Die Apple-Ingenieure haben sich laut Angaben auf der Firmen-Website intensiv mit dem Schlaf (der Kunden) beschäftigt.
screenshot: apple.com

Im Night-Shift-Modus passt das System abends automatisch die Farbtemperatur des Displays an. Mit dem Sonnenuntergang, wenn das natürliche Licht schwindet, werden auch die Blauwerte sukzessive verringert, wodurch die angezeigten Bildschirm-Inhalte deutlich «wärmer» rüberkommen.

Helles blaues Licht kann den natürlichen Tages- und Nachtrhythmus beeinträchtigen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Dunklere und wärmere Farben haben den gegenteiligen Effekt: Das Lesen von Text gestaltet sich deutlich angenehmer. Und weil die Augen, respektive das Hirn, bei der abendlichen Bildschirm-Nutzung weniger belastet werden, lässt es sich anschliessend besser einschlafen. 

Das deutsche Fachmagazin Macwelt betont den Unterschied zum Nachtlese-Modus bei eBook-Readern wie dem Kindle oder bei iBooks: Der Bildschirm wechsle nicht zu weisser Schrift auf schwarzem Hintergrund, sondern passe die Farbtemperatur und die Helligkeit systemweit an. Das Spektrum der Hintergrundbeleuchtung werde mehr ins langwellige Rot verschoben, was den Nutzern zugute komme, wenn sie iPhone und Co. im Bett benutzen.

Wer hat's erfunden?

Der Nachtschicht-Modus ist definitiv keine Erfindung von Apple. Vielmehr haben sich die Kalifornier von «existierender» Software inspirieren lassen. Bei Twitter lassen kritische Stimmen gar verlauten, dass sich Apple schamlos bei Dritten bediene.

Fakt ist: Es gibt schon seit einigen Jahren Apps, um beim Computer-Displays den Blaulicht-Anteil zu reduzieren und der Tageszeit anzupassen. Bekanntestes Opfer ist «F.lux». Die App konnte man lange Zeit nur auf iOS-Geräten mit Jailbreak installieren. Dann war sie vorübergehend ohne Jailbreak installierbar, bevor Apple im November einschritt – aus damals nicht (offiziell) bekannten Gründen.

Laut Angaben der Software-Entwickler gibt es seit fünf Jahren Diskussionen mit Apple, wie es auf normalem Weg möglich sein könnte, die App auf iOS zu holen. Nun scheint sich dies erledigt zu haben.

Für das Mac-System OS X, für Windows-PCs und Linux-Rechner ist F.lux übrigens nach wie vor gratis erhältlich.

From Dusk Till Dawn

Es soll ja auch Leute geben, die versuchen, mithilfe des Smartphones wach zu bleiben. Screenshots zeigen, dass man in den Einstellungen festlegen kann, ob der Night-Shift-Modus automatisch (nach Zeitplan) aktiviert werden soll.

So kann man das Feature sinnvollerweise von Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenaufgang nutzen. Bei Tageslicht stellt das System dann wieder automatisch auf die gewohnten Farbtöne um.

Verbesserungen bei der Notizen-App und bei News

Die Standard-App Notizen lässt ihre Inhalte ab iOS 9.3 künftig per Passwort oder Touch ID vor fremden Augen schützen. Die Änderung dürfte dann laut Macwelt auch die Version von OS X 10.11 El Capitan betreffen, denn auch für sein Mac-Betriebssystem habe Apple eine neue Entwickler-Version aufgelegt.

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Privates soll privat bleiben.
screenshot: apple

Eine kleine Verbesserung betrifft die News-App, die bislang nur in wenigen englischsprachigen Ländern (USA, UK, Australien) offiziell zur Verfügung steht. Neu kann man Videos innerhalb der App ansehen und muss nicht jedes Mal den eigenen News-Feed verlassen.

Weitere Verbesserungen betreffen den Datenaustausch von Apples Health-App mit Anwendungen von Drittanbietern, wie zum Beispiel Runkeeper oder Withings. Und auch die Zusammenarbeit mit der Apple Watch wird optimiert, indem die mit der «Aktivitäten»-App erfassten Fitnessdaten auf dem iPhone Einzug halten.

Für Schul-iPads soll es Multi-User-Accounts geben. Leider wird kein Wort verloren, dass die Funktion auch für Private angeboten wird.

Schliesslich erhalten auch die Betriebssysteme für die Apple Watch und für Apple TV ein Update mit kleinen Verbesserungen. So soll man neu Bluetooth-Tastaturen mit Apple TV 4 koppeln können. Und watchOS 2.2 ermöglicht, ein iPhone mit mehreren Apple Watches zu koppeln.

Das will ich auch!

Die erste Beta-Version von iOS 9.3 kann nur von Leuten ausprobiert werden, die sich bei Apple als Software-Entwickler registriert haben und einen entsprechenden Jahresbeitrag bezahlen.

In den nächsten Wochen dürfte Apple dann die erste öffentliche Beta-Version (Public Beta) für den Download freigegeben. Dann können alle Interessierten die neuen Features auf ihren Geräten testen.

Wie immer gilt bei solchen Software-Experimenten, dass man vorher ein Backup aller wichtigen persönlichen Daten erstellen sollte.

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