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Neue E-Auto-Architektur von VW und Rivian besteht Wintertest

VW und Rivian testen ihre kommenden E-Autos unter extremen Bedingungen.
VW und Rivian testen ihre kommenden E-Autos unter extremen Bedingungen.bild: RV Tech

VWs Milliardendeal mit Rivian: Neue E-Auto-Generation besteht Wintertest

31.03.2026, 09:2931.03.2026, 09:29

Volkswagen und der US-amerikanische Tesla-Rivale Rivian haben erste Fahrzeuge ihrer Gemeinschaftsfirma erfolgreich getestet. Die seit November laufenden Wintertests im nordschwedischen Arjeplog, nur wenige Kilometer südlich des Polarkreises, seien erfolgreich abgeschlossen worden, hiess es.

Im nordischen Winter waren drei Referenzfahrzeuge von Volkswagen, Audi und der von VW wiederbelebten US-Marke Scout einem Härtetest unterzogen worden, darunter der geplante Einstiegsstromer VW ID.Every1. Das Auto, das 2027 für rund 20'000 Euro auf den europäischen Markt kommen soll, wird das erste VW-Modell sein, das mit der neuen Elektronik-Architektur aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Rivian an den Start geht.

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Danach will VW die Architektur konzernweit über alle Marken ausrollen, nach Audi und Scout sollen früheren Angaben zufolge auch Porsche und danach alle anderen Konzernmarken folgen. Zum Einsatz kommt die Technik aber nur bei Elektroautos.

«Mit dem erfolgreichen Abschluss der Wintertests zeigt unser Joint Venture erneut, wie schnell und präzise dort gearbeitet wird», sagte Konzernchef Oliver Blume laut Mitteilung. Die Ergebnisse zeigten, dass die neue Architektur «unter harten winterklimatischen und anspruchsvollen fahrdynamischen Bedingungen bereits zuverlässig funktioniert». Damit seien die Voraussetzungen erfüllt für die nächsten Entwicklungsschritte sowie die weitere Planung in den Marken.

VW investiert 5,8 Milliarden Dollar in das Projekt

Das im November 2024 gegründete Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Rivian and Volkswagen Group Technologies (RV Tech) entwickelt die Elektronik-Architektur künftiger Elektroautos von VW für westliche Märkte, also vor allem ausserhalb Chinas. VW entschloss sich im vergangenen Jahr für eine milliardenschwere Kooperation mit Rivian, um technologisch zu Tesla und chinesischen Konkurrenten aufzuschliessen.

VW lässt sich die Zusammenarbeit bis zu 5,8 Milliarden Dollar kosten. In China wird die Fahrzeugarchitektur für den dortigen Markt mit dem einheimischen Partner Xpeng entwickelt.

Mit den nun erfolgreich abgeschlossenen Wintertests wurde einer der im Vorfeld fest vereinbarten Meilensteine erreicht, an die jeweils Meilenstein-Zahlung des deutschen Autobauers an den US-Partner geknüpft sind. Damit liege man voll im Zeitplan, hiess es.

Zuletzt hatte VW im Juni 2025 eine Milliarde Dollar überwiesen und damit seinen Anteil an Rivian erhöht. Wann und wie die jetzt fällige Zahlung von erneut einer Milliarde Dollar fliessen wird, blieb zunächst offen.

Weniger Komplexität, tiefere Kosten

Ein zentraler Unterschied der bei Rivian entwickelten Architektur ist, dass sie nach Zonen im Fahrzeug statt nach Funktionen aufgebaut ist. Traditionell gibt es etwa separate Kontrolleinheiten für einzelne Aufgaben wie zum Beispiel die Temperatur-Steuerung.

Im Rivian-Konzept werden die Funktionen hingegen gebündelt – so kann etwa ein Computer auf der Fahrerseite sowohl das Gaspedal als auch die Fensterheber steuern. Bei der Gemeinschaftsfirma soll die Technik weiterentwickelt werden.

Die Lösung sorgt für weniger Komplexität und kürzere Kabelstränge – und drückt damit auch die Kosten. Auf Zonen-Architektur setzen auch der Elektroauto-Vorreiter Tesla und diverse chinesische Hersteller.

Bei der Zusammenarbeit mit VW geht es unter anderem darum, dass die bei Rivian entwickelten Steuergeräte mit Bauteilen des deutschen Konzerns zusammenspielen. Der kleine ID.Every1 soll mit einem Zonen-Kontroller auskommen, bei Premium-Modellen von VW, Audi oder Porsche werden es mehr sein, da der Funktionsumfang grösser ist. Rivian und VW testen die Technologie also mit dem kleinsten Modell und bringen sie danach schrittweise in grössere, komplexere Modelle.

Für den VW-Konzern ist der Erfolg der neuen Elektronik-Architektur zentral, um die Kosten zu senken und Elektroautos künftig mit ähnlichen Margen wie Verbrenner-Modelle verkaufen zu können. Bislang verdiente VW an Verbrennern deutlich mehr als an seinen E-Autos.

(sda/awp/dpa/oli)

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