Mercedes enthüllt das Elektroauto für die Langstrecke
Mercedes elektrifiziert eines seiner wichtigsten Modelle: Die C-Klasse ist künftig erstmals als reines Elektroauto erhältlich, parallel zum Modell mit Verbrennungsmotor. Die Limousine basiert auf einer eigenen Elektroplattform, was vor allem den Innenraum spürbar verändert.
Flacher, gestreckter, aerodynamischer
Optisch bleibt die elektrische C-Klasse als solche erkennbar, folgt aber stärker aerodynamischen Vorgaben. Die Silhouette fällt flacher aus, das Heck wirkt gestreckt und folgt damit weniger dem klassischen 3-Box-Design einer Limousine, sondern ähnelt eher einem GT. Details wie ein geschlossener Frontbereich und spezielle Luftführungen zielen auf Effizienz. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt laut Hersteller bei bis zu 0,22 – ein zentraler Wert für die Reichweite.
Typisch für die neuen Mercedes-Modelle: Lichtsignaturen mit Stern-Elementen und ein beleuchteter Grill gehören zu den gestalterischen Merkmalen. Das Heck ziert ein durchgängiges dunkles Band.
Grosse Bildschirme und haptische Bedienelemente
Im Innenraum setzt Mercedes auf grosse Displays und eine neue Softwarearchitektur. Optional zieht sich der sogenannte Hyperscreen mit 39,1 Zoll über die gesamte Breite des Cockpits. Alternativ gibt es einen Superscreen mit mehreren getrennten Anzeigen.
Technische Grundlage ist das neue Betriebssystem MB.OS. Es steuert Infotainment, Assistenzsysteme und Fahrzeugfunktionen zentral und ermöglicht regelmässige Updates «over the air» via drahtloses Internet. Ein Sprachassistent nutzt KI, um komplexere Anfragen zu verarbeiten.
Typisch auch für die aktuellen Mercedes-Modelle: Klassische Schalter treten in den Hintergrund; am Lenkrad sind dafür eine Wippe und eine Drehwalze zu finden.
Mehr Platz als im Verbrenner
Die neue Plattform wirkt sich vor allem auf das Platzangebot aus. Weil kein Kardantunnel mehr nötig ist, entsteht mehr Beinfreiheit im Innenraum. Gleichzeitig wächst der Radstand im Vergleich zur herkömmlichen C-Klasse um rund zehn Zentimeter auf 2,96 Meter, was vor allem den Passagieren zugutekommt (1,2 Zentimeter mehr Beinraum). Der Kofferraum fasst 470 Liter.
Neben klassischen Lederoptionen bietet Mercedes ein zertifiziert veganes Interieur an. Die Sitze lassen sich umfangreich elektrisch einstellen, inklusive Lordosenstütze, Massage und Belüftung. Ambientebeleuchtung und Soundsysteme sind eng miteinander verknüpft. Programme wie «Energizing Comfort» kombinieren Licht, Klima, Massage und Audio, um unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen.
Auch beim Klima setzt Mercedes auf Effizienz: Eine Wärmepumpe nutzt mehrere Energiequellen gleichzeitig, um den Innenraum schneller zu temperieren.
Grosser Akku, schnelles Laden
Zum Marktstart steht zunächst ein leistungsstarkes Modell im Fokus. Der C 400 4matic kommt auf 360 kW Leistung und beschleunigt in rund vier Sekunden auf 100 km/h.
Die Reichweite liegt bei bis zu 762 Kilometern. Der kombinierte Verbrauch gibt Mercedes mit 14,1 bis 18,5 kWh/100 km an. Geladen wird die 94-kWh-Batterie aufgrund der 800-Volt-Technologie mit bis zu 330 kW, wodurch sich in etwa zehn Minuten bis zu 325 Kilometer Reichweite nachladen lassen.
Im kommenden Jahr folgen weitere Modelle mit Heck- und Allradantrieb sowie verschiedenen Batterievarianten. Darunter ist ein Hecktriebler mit einer voraussichtlichen Reichweite von bis zu 800 Kilometern, heisst es von Mercedes.
Beim Fahrwerk setzt Mercedes optional auf eine Luftfederung mit vorausschauender Anpassung. Sie nutzt unter anderem Kartendaten und Informationen anderer Fahrzeuge, um Unebenheiten frühzeitig zu erkennen.
Assistenzsysteme fasst Mercedes unter dem Namen MB.Drive zusammen. Dazu gehören unter anderem Spurführung, automatisches Beschleunigen und Bremsen sowie Parkfunktionen mit Umfeldüberwachung.
Marktstart und Preis
«Unter 70'000 Euro» soll die elektrische C-Klasse laut Hersteller zum Marktstart als C 400 4Matic kosten. Ab Mai kann der neue Stromer bestellt werden, ab Spätsommer soll er bei den Händlern stehen. Ein späteres Einstiegsmodell dürfte bei rund 60'000 Euro starten. Schweizer Preise sind aktuell noch nicht bekannt.

