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Green Bonds von Apple haben laut eigenen Angaben zu einem Durchbruch bei der Herstellung von Aluminium beigetragen, da Sauerstoff anstelle von Treibhausgasen entstehe.
Green Bonds von Apple haben laut eigenen Angaben zu einem Durchbruch bei der Herstellung von Aluminium beigetragen, da Sauerstoff anstelle von Treibhausgasen entstehe.Bild: Apple

Apples grüne Weltpremiere: Erstmals ist ein iPhone aus «klimafreundlichem» Aluminium

Das kürzlich vorgestellte iPhone SE sei das erste Smartphone überhaupt, dessen Gehäuse aus «kohlenstofffreiem» Leichtmetall hergestellt wird.
24.03.2022, 14:4924.03.2022, 15:56

Ein von Apple mitfinanziertes Verfahren für die Produktion von Aluminium ohne Ausstoss des klimaschädlichen Kohlendioxids wird erstmals in industriellem Massstab angewandt. Apple will das so hergestellte Metall zunächst in seinem jüngst aktualisierten günstigeren Modell iPhone SE verwenden, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Zugleich sieht Apple keine Hindernisse dafür, das «CO2-freie» Aluminium quer durch seine Modellpalette einzusetzen. Die Gehäuse der meisten Apple-Geräte bestehen aus Aluminium (dazu unten mehr).

Wie geht das?

Die Aluminium-Produktion ist bei herkömmlichen industriellen Verfahren mit einem hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoss verbunden, wenn Strom durch eine Kohlenstoff-Anode fliesst. In dem neuen Prozess wird stattdessen eine Anode aus Keramik eingesetzt, sodass bei der Aluminium-Produktion selbst kein CO2 erzeugt wird.

Solche Aluminium-Barren kauft Apple von Elysis.
Solche Aluminium-Barren kauft Apple von Elysis.bild: apple
«Dies ist das erste Mal, dass handelsübliches Aluminium ohne Treibhausgasemissionen und in industriellem Massstab hergestellt worden ist.»
Vincent Christ, CEO von Elysis

Produziert wird das klimafreundliche, bzw. weniger klimaschädliche, Aluminium von der kanadischen Firma Elysis, einem Gemeinschaftsunternehmen der Metall-Giganten Alcoa und Rio Tinto. Ursprünglich war eine Herstellung in industriellem Massstab für 2024 angepeilt worden.

Das Leichtmetall ist laut Apple-Mitteilung in einem industriellen Forschungs- und Entwicklungszentrum in Quebec mithilfe von Wasserkraft hergestellt worden.

Die erste Charge Aluminium hatte Apple laut eigenen Angaben schon im Jahr 2019 von Elysis gekauft und sie für die Produktion des 16-Zoll-MacBook-Pro verwendet.

Was steckt dahinter?

Apple hat die Entwicklung des umweltfreundlichen Aluminium-Herstellungsprozesses über seine insgesamt 4.7 Milliarden Dollar schweren Green-Bond-Anleihen mitfinanziert.

Seit 2016 hat das US-Unternehmen drei Green Bonds ausgegeben, das sind Anleihen, die ausschliesslich in nachhaltige Projekte investieren (siehe Box).

Was sind Green Bonds?
Green Bonds sind – wie der Name vermuten lässt – grüne Anleihen. Eine Anleihe ist ein Privatkredit, den man einem Staat oder Unternehmen (= Emittent) gewährt.

Dafür, dass man dem Emittenten der Anleihe Geld leiht, erhält man einen Zins. Mit dem Geld können Firmen etwa neue Maschinen kaufen oder in die Forschung investieren. Das Geld aus grünen Anleihen wird gezielt für Umwelt- und Klimaschutz-Massnahmen verwendet. Deshalb ist auch von Klimaanleihen oder Climate Bonds die Rede.

Erklärtes Ziel von Apple ist es, die gesamte Lieferkette bis 2030 auf «klimaneutral» umzustellen.

«Unsere Investitionen fördern die wegweisenden Technologien, die notwendig sind, um den CO2-Fussabdruck der von uns verwendeten Materialien zu reduzieren. Gleichzeitig gehen wir dazu über, für unsere Produkte ausschliesslich recycelbare und erneuerbare Materialien zu verwenden, um die endlichen Ressourcen des Planeten zu schonen.»
Lisa Jackson, Umweltchefin bei Apple

Was ist mit rezykliertem Aluminium?

Apple strebt seit Jahren an, immer mehr Recycling-Aluminium für seine neue Hardware zu verbauen. Allerdings muss der Konzern dabei für die Langlebigkeit der Gehäuse Reinheitsvorgaben einhalten, sodass die Produktion von frischem Aluminium weiter notwendig bleibt.

Alle derzeitigen iPad-Modelle, einschliesslich des neuen iPad Air, sowie das neueste MacBook Pro, MacBook Air, der Mac Mini und die Apple Watch, seien mit einem Gehäuse aus 100 Prozent recyceltem Aluminium hergestellt.

Quellen

(dsc/sda/awp/dpa)

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