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Eine Aufnahme von Bondi Beach in Sydney am 30. August 2020. Die australische Zeitung «Herald Sun» steht wegen eines anderen Strandbildes in der Kritik, das die Realität verzerre.
Eine Aufnahme von Bondi Beach in Sydney am 30. August 2020. Die australische Zeitung «Herald Sun» steht wegen eines anderen Strandbildes in der Kritik, das die Realität verzerre. Bild: EPA AAP

Corona-Strandfoto zeigt viele Leute auf wenig Fläche – doch die Realität ist anders

Eine unabhängige australische Fotografin prangert einen möglichen Manipulationsversuch der grössten Tageszeitung des Landes an.
31.08.2020, 12:3331.08.2020, 14:57

Die australische Künstlerin Sarah Walker hat am Sonntag bei Twitter eine spezielle Medienkritik veröffentlicht. Sie prangert die Veröffentlichung eines Strandbildes durch die grösste Tageszeitung des Landes an. Und sie versucht, die Leute aufzuklären, wie solche Aufnahmen entstehen.

«Die ‹Herald Sun› hat gestern dieses Bild des Strandes von Ocean Grove gebracht. Sieht wahnsinnig voll aus, oder? Erschreckend. Nun, Zeit für eine Lektion über die Wirkung von Objektiven auf ein Foto.»

Dumm gelaufen für die «Herald Sun», dass Walker selber am Strand war und den Fotografen beobachtete.

«Ich habe den Fotografen gesehen, der diese Bilder aufgenommen hat. Es ist schwer zu übersehen, wenn ein Mann ein Einbeinstativ und ein Objektiv (Lens) von der Grösse eines Kleinkindes trägt.»
quelle: twitter

Das riesige Tele-Objektiv (gemäss Walkers Schätzung 400 Millimeter) komprimiere den Abstand zwischen den fotografierten Objekten massiv. Durch die Aufnahme am Strand lasse es die Menschen sehr, sehr nah beieinander aussehen.

Ocean Grove sei am Samstag überfüllt gewesen. Aber die Menschen hätten in den meisten Fällen «einen sehr beeindruckenden Job gemacht», um auf Distanz zu bleiben. Die Polizei sei vor Ort gewesen, um alles im Auge zu behalten.

screenshot: twitter

Sarah Walker kommentiert, dass der Fotograf wohl mit einem klaren Auftrag an den Strand geschickt wurde:

«Aufnahmen (Shots) wie die in der ‹Herald Sun› passieren nicht zufällig. Niemand geht mit einem so grossen Objektiv zum Fotografieren raus, es sei denn, der Fotoredakteur hat ausdrücklich um eine Aufnahme gebeten, die die Leute aufregt. Die Leute sagen, dass die Kamera nicht lügt. Das ist aber nicht wahr.»
Sarah Walker, Jahrgang 1988, beschreibt sich <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.sarahwalker.work/">auf ihrer Website</a> als eine in Melbourne lebende Schriftstellerin, Künstlerin und Fotografin.
Sarah Walker, Jahrgang 1988, beschreibt sich auf ihrer Website als eine in Melbourne lebende Schriftstellerin, Künstlerin und Fotografin.bild: sarahwalker.work

Die «Herald Sun» gilt als auflagenstärkste Zeitung und gehört zum Imperium des 89-jährigen Medienmagnaten Rupert Murdoch, ein US-Amerikaner australischer Herkunft.

Sarah Walkers Tweet erreichten bis Montag über 10'000 Interaktionen und ein Twitter-User rief ein bekanntes Zitat des US-Fotografen Lewis Hine (1874-1940) in Erinnerung: «While photographs may not lie, liars may photograph» (Während Fotos nicht lügen dürften, dürfen Lügner fotografieren).

(dsc, via Twitter)

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Cirrum
31.08.2020 12:56registriert August 2019
Man kann keinem Text und keinem Bild mehr vetrauen, weil alles so dargestellt wird, damit es die beste Schlagzeile erzeugt.. Wahrheit ist nebensächlich.. So sind wir Menschen.. man dichtet auch gerne was dazu, damit die Geschichte interessanter wirkt..
Und auf diesen "Fakten" bilden sich die Menschen eine Meinung und sind überzeugt, dass sie die Wahrheit kennen:-) hahaha.. schon lustig... wir wissen im Prinzip gar nichts!! Das Leben ist eine riesen Theaterbühne, die man sich irgendwie interessant gestalten muss...
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bernd
31.08.2020 13:21registriert Februar 2014
Das ist alles andere als ein Einzelfall. Praktisch alle Bilder, die jeweils dokumentieren sollen, wie an Ort XY der Abstand nicht eingehalten wurde, werden mit langen bis sehr langen Brennweiten aufgenommen. Man muss sich ein bisschen mit Kameras beschäftigt haben, um das einigermassen einordnen zu können. Diese Bilder erfüllen damit ihren Zweck leider meistens sehr gut.
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Dave1974
31.08.2020 12:45registriert April 2020
Auch sowas, das nur ganz wenige Leute verstehen wollen.

Und das wäre etwas, von dem man sich selbst ein Bild machen könnte.
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