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Fragwürdiger Gazprom-Tweet zu Nord Stream 2 sorgt für Aufregung

Nord Stream Gas pipeline under water
Der russische Staatskonzern Gazprom signalisiert, er könnte einen Strang von Nord Stream 2 betriebsbereit machen.Bild: watson / Shutterstock

Dieser fragwürdige Gazprom-Tweet zu Nord Stream 2 lässt tief blicken

Die durch Explosionen verursachten Lecks an der Gaspipeline Nord Stream 2 sind noch nicht vollständig geschlossen, da lässt ein Tweet des russischen Konzerns Gazprom tief blicken.
04.10.2022, 10:0604.10.2022, 10:21
Ein Artikel von
t-online

Der russische Gaskonzern Gazprom wirft mit einem am Montag veröffentlichten Tweet Fragen auf.

Der Tweet

Bild
screenshot: twitter

Sollte entschieden werden, Gaslieferungen durch die bisher nicht in Betrieb genommene Pipeline Nord Stream 2 aufzunehmen, sei es aus technischer Sicht möglich, Gas durch diese Pipeline zu transportieren, heisst es im Tweet sinngemäss.

Damit scheint der russische Staatskonzern anzubieten, nun einen Strang von Nord Stream 2 betriebsbereit zu machen. Was mit den zwei beschädigten Strängen von Nord Stream 1 passiert, gibt Gazprom hingegen nicht an.

Die Reaktionen

Im Netz sorgte der Tweet am Montag für Verwirrung und Empörung: Auf Twitter spekulierten viele Userinnen und User, dass Gazprom Deutschland mit dieser Vorgehensweise zwingen wolle, Nord Stream 2 entgegen der eigentlichen Planung doch in Betrieb zu nehmen.

Einige sehen in dem Tweet des russischen Staatskonzerns auch ein indirektes Geständnis Russlands, für die Schäden an den Gaspipelines verantwortlich zu sein.

Gazprom teilte zudem mit, dass sich der Druck in den beiden beschädigten Pipelines stabilisiert hat. Es ströme kein Gas mehr aus, heisst es in dem Tweet.

Nach Angaben der schwedischen Küstenwache ist der Austritt von Gas allerdings noch nicht vollständig gestoppt. Nach einem Überflug sei zu erkennen gewesen, dass aus Nord Stream 1 zwar inzwischen kein Gas mehr austrete. Dagegen ströme aus Nord Stream 2 aber weiterhin Gas aus.

Schwedens Küstenwache beginnt mit Absperrung

Im Zuge der Untersuchung der Lecks an den Nord-Stream-Gaspipelines hat die schwedische Küstenwache mit der Absperrung der betroffenen Zone begonnen. In einem Radius von fünf Seemeilen (9.26 Kilometern) rund um die Lecks sei Schiffen die Durchfahrt sowie das Ankerlassen verboten, teilte die Küstenwache am Montag mit. Ausserdem seien dort die Fischerei, der Betrieb von Unterwasserfahrzeugen sowie geophysische Erkundungen bis auf Weiteres untersagt.

Die Küstenwache folgte mit der Absperrung einer Anordnung der schwedischen Staatsanwaltschaft. Die Sperrzone werde eingerichtet, um eine «Tatort-Untersuchung» zu ermöglichen, erklärten die Strafverfolger. Sie gehen dem Verdacht nach, dass die Lecks an den Leitungen für russisches Gas durch Sabotage entstanden sind.

«Tatort-Untersuchungen» in frühem Stadium

Staatsanwalt Mats Ljungqvist betonte zugleich, dass die Untersuchung zwar «intensiv» geführt werde, sich aber noch in einem frühen Stadium befinde. Er könne deshalb keine Details dazu veröffentlichen, welche Methoden bei der Untersuchung angewendet würden.

In der vergangenen Woche waren insgesamt vier Lecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 entdeckt worden, die von Russland durch die Ostsee nach Deutschland führen. Alle Lecks befinden sich nahe der dänischen Insel Bornholm, zwei davon in der Wirtschaftszone Dänemarks und die beiden anderen in der Wirtschaftszone Schwedens. Die Leitungen sind zwar nicht in Betrieb, waren aber aus technischen Gründen mit Gas gefüllt.

Quellen

(dsc/t-online)

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63 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Frank N. N. Stein
04.10.2022 10:37registriert August 2022
Europa hängt am russischen Gas wie ein Junkie an der Nadel. Nun gibt es halt den kalten Entzug, und die Suche nach neuen Dealern. Aber ich denke, nur ein Idiot würde Putin jetzt noch irgendetwas abkaufen. Wer kauft schon gerne beim Faschisten um die Ecke?
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MartinZH
04.10.2022 10:46registriert Mai 2019
Hoffentlich wachen alle, die gemeint haben, dass nicht Russland hinter diesem Anschlag steckt, sondern die Ukraine oder gar die USA, langsam auf.

Russlands Plan war von Beginn weg klar. Alle Verschwörungstheorien, die eine andere Urheberschaft vermuten, schiessen nur ins Kraut.

Die «Nord Stream»-Piplines erfüllten für Russland nie einen kommerziellen Zweck, es war immer klar, dass sie eine langfristig wirksame «strategische Waffe» darstellen.

Während die baltischen Länder, Polen, etc. immer davor warnten, wollte man andernorts nicht hören, denn das billige Gas war für sie viel wichtiger. 🤑
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Dirty Sanchez
04.10.2022 10:16registriert Mai 2019
War ja wohl klar. Natürlich stecken die Russen hinter der Sabotage! "Zufällig" ist Nord Stream 2 nicht ganz kaputt und könnte jederzeit Gas liefern. Welch glücklicher Umstand, hä?
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