98 Prozent E-Autos: In Norwegen sind Benzin-Autos død
In Norwegen sind im vergangenen Jahr fast nur noch reine Elektroautos neu zugelassen worden. Der Anteil an batteriebetriebenen Autos stieg 2025 auf 96 Prozent von 89 Prozent im Vorjahr, wie Daten des norwegischen Strassenverbands OFV zeigen. Im Dezember lag der Stromer-Anteil sogar bei fast 98 Prozent.
Der Anteil der neuen Diesel-Pkw lag demnach bei einem Prozent, Benziner machten nur 0,3 Prozent der Neuzulassungen aus. Die restlichen neu zugelassenen Pkw waren Hybridautos.
Der Siegeszug des E-Autos in Norwegen
Käufer schlugen zuletzt vermehrt bei E-Autos zu, da die Regierung im Oktober für Januar 2026 Steuererhöhungen für Stromer angekündigt hatte. Die Kunden wollten also noch von Steuerrabatten profitieren. Nur E-Autos für unter 300'000 norwegische Kronen (rund 24'000 Franken) bleiben auch 2026 von der Mehrwertsteuer befreit.
Auch die Hersteller lieferten vermehrt E-Autos nach Norwegen, um die Nachfrage zu decken. «Wir haben sehr schnell eine Reihe von Autos, die ursprünglich nicht für Norwegen bestimmt waren, umgeleitet, um sie schneller hierher zu bekommen», sagte der Geschäftsführer von Ford Norwegen, Per Gunnar Berg, der Nachrichtenagentur Reuters.
Tesla war das fünfte Jahr in Folge die meistverkaufte Automarke in Norwegen mit einem Marktanteil von 19,1 Prozent. Es folgten Volkswagen mit 13,3 Prozent und Volvo mit 7,8 Prozent. Zudem stieg der Marktanteil von in China produzierten Autos auf 13,7 Prozent von 10,4 Prozent im Jahr davor. An der Spitze stand der Autobauer BYD, der die Zahl seiner in dem skandinavischen Land verkauften Autos mehr als verdoppelte.
Erstmals fahren mehr Autos mit Strom als mit Diesel
2025 war auch das Jahr, in dem der Anteil der E-Autos am gesamten Pkw-Bestand in Norwegen erstmals den der Dieselautos übertraf. Personenwagen mit E-Antrieb machten mit 33 Prozent den grössten Anteil auf den norwegischen Strassen aus, während rund 31 Prozent mit Diesel- und gut 23 Prozent mit Benzinmotor fuhren. Den Rest machten Hybridmodelle aus
So hat Norwegen das Verbrenner-Aus geschafft
Der schnelle Umstieg des Ölförderlandes Norwegen auf batteriebetriebene Fahrzeuge hat mehrere Gründe: Der Wandel wird durch ein System aus Anreizen und Belastungen vorangetrieben. Bereits 1990 wurden Elektroautos in Norwegen von der Importsteuer befreit, diese Erleichterung galt bis 2023. Seitdem gilt immer noch ein reduzierter Steuersatz auf E-Autos. Ab 2001 wurden Stromer von der Mehrwertsteuer befreit, was den Kaufpreis massiv drückte.
Weitere Anreize sind die Befreiung von der Maut ab 1997, die Nutzung von Busfahrspuren und die Befreiung von Zusatzkosten auf Fähren. Auch die Ladeinfrastruktur wurde kontinuierlich ausgebaut: Seit 2017 haben Mietende zum Beispiel ein Recht auf eine Ladesäule vor ihrem Wohngebäude.
Christina Bu, Leiterin des norwegischen E-Auto-Verbands, erklärte, es gehe nicht nur um Steuererleichterungen, sondern auch um die «Peitsche». Verbrenner würden durch hohe Abgaben aus dem Geschäft gedrängt.
Das nächste Ziel der Norweger lautet: Bis 2030 sollen auch Schwerlastverkehrsfahrzeuge emissionsfrei sein. Neben Elektro-Lkw sind auch Biogasfahrzeuge denkbar.
Andere Länder folgen Norwegen
Als nächstes Land dürfte Dänemark den vollständigen Wandel zur E-Auto-Nation vollziehen. 2025 waren 86,1 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge (Privatkäufe) vollelektrische E-Autos. Gegen Jahresende stieg der Stromer-Anteil auf über 90 Prozent.
In der Schweiz waren 2025 erst 22,8 Prozent aller Neuzulassungen E-Autos.

