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Tesla-Auslieferungen fallen – Musk sieht Zukunft woanders

Tesla vehicles line a parking area at the company's Fremont, Calif., factory on Tuesday, Aug. 5, 2025. (AP Photo/Noah Berger)
Trump Tariffs
Das Jahr 2025 lief für Tesla holperig. Bild: keystone

Tesla-Auslieferungen fallen – Musk sieht Zukunft woanders

Der E-Auto-Markt wuchs 2025 kräftig. Nicht davon profitieren kann Tesla. Elon Musks Autokonzern ist daher erstmals seit vielen Jahren nicht mehr der grösste E-Auto-Hersteller.
05.01.2026, 12:2005.01.2026, 12:38

Für Tesla brachte das Jahresende eine bittere Erkenntnis: Ohne Subventionen verkaufen sich auch die Autos des Elektro-Vorreiters nicht so gut. Ende September liess Präsident Donald Trump die US-Steuervergünstigung von 7500 Dollar auslaufen. In den drei Monaten danach fielen die weltweiten Auslieferungen von Tesla kräftig um 15,6 Prozent auf 418'227 Fahrzeuge.

Damit verbuchte Tesla im gesamten Jahr 2025 den zweiten Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge.

2025 gingen die weltweiten Tesla-Auslieferungen im zweiten Jahr in Folge zurück.
2025 gingen die weltweiten Tesla-Auslieferungen im zweiten Jahr in Folge zurück.bild: Troy Teslike

Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht. Seit 2024 sinken Teslas Auslieferungen, obwohl Elektroautos weltweit weiter auf dem Vormarsch sind.

Tesla-Auslieferungen 2017 bis 2025: Die Jahre des schnellen Wachstums sind vorerst vorbei.
Tesla-Auslieferungen 2017 bis 2025: Die Jahre des schnellen Wachstums sind vorerst vorbei.bild: @piloly

Während Tesla in den USA und China den Einbruch im Rahmen halten konnte, haben sich die Auslieferungen in mehreren europäischen Ländern nahezu halbiert.

Dem jüngsten Rückschlag in den USA ging ein Schub dank Torschlusspanik voraus. Im dritten Quartal waren die Tesla-Auslieferungen noch um 7,4 Prozent auf 497'099 Wagen hochgeschnellt, weil viele Interessenten in den USA noch die Prämie mitnehmen wollten.

Der amerikanische Investor und Analyst Gene Munster verwies nach Veröffentlichung der Zahlen darauf, dass allein im Oktober die Verkäufe von Elektroautos in den USA branchenweit um rund 30 Prozent gefallen seien. Für das laufende Jahr prognostiziert er eine Erholung der Tesla-Auslieferungen um etwa fünf Prozent. Andere Analysten sehen für 2026 eine Stagnation bei Tesla oder einen weiteren Rückgang, da die Konkurrenz stärker wird und Tesla weiterhin kein günstiges E-Auto anbieten kann.

Musk: Robotaxis und Roboter sind ohnehin die Zukunft

Firmenchef Elon Musk spielt allerdings die Bedeutung des Autoverkaufs für Tesla herunter und behauptet, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern liegen werde. In beiden Bereichen steht Tesla erst am Anfang und trifft auf starke Konkurrenz.

So hat Tesla bisher nur ein paar Dutzend Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz, die zumeist von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet werden. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und kommt auf 450'000 autonome Fahrten pro Woche – Tendenz schnell steigend. Waymo ist zudem auf Expansionskurs in Europa und Asien.

A rider boards a driverless Tesla robotaxi, a ride-booking service, Sunday, June 22, 2025, in Austin, Texas. (AP Photo/Eric Gay)
Musk Self Driving Promises
Elon Musk setzt ganz auf die Karte Robotaxi.Bild: keystone

Zusätzlich spannend macht die Rivalität, dass Musk bei selbstfahrenden Autos auf Kollisionskurs zum überwiegenden Grossteil der Branche ist. Er behauptet felsenfest, dass Teslas allein mit Kameras autonom fahren können. Waymo und andere Hersteller setzen dagegen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem LiDAR, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil und könnte wie von ihm verkündet den Robotaxi-Markt aufrollen. Aber Konkurrenten und Experten haben Zweifel an Verlässlichkeit und Sicherheit einer solchen Lösung. Zudem werden auch LiDAR-Systeme laufend günstiger.

An humanoiden Robotern unterdessen forschen viele chinesische Unternehmen und US-Firmen wie Agility Robotics und Figure AI. Sie arbeiten bereits daran, die Maschinen in der Industrie einzusetzen. Solange der Tesla-Absatz einigermassen stabil bleibt, werde die Börse Musk Freiraum für die Zukunftsprojekte geben, glaubt Munster. Die Tesla-Aktie lag nach den Auslieferungs-Zahlen leicht im Plus.

Musks Politik und Cybertruck-Flop

Das Jahr 2025 lief für Tesla holperig. In den ersten Monaten war Musk in Washington als Trumps Kostensenker im Regierungsapparat aktiv. Dabei ging er rabiat vor und brüstete sich unter anderem damit, die Entwicklungshilfe-Behörde «in den Holzhäcksler» geworfen zu haben.

Musk und Trump gingen im Frühsommer im Streit auseinander, was der Präsident mit der Abschaffung der Elektroauto-Prämie erklärte. Musk bestritt das. Inzwischen vertragen sich die beiden wieder. Wegen Musks Auftreten und seiner politischen Ansichten wandte sich ein Teil der potenziellen Tesla-Käufer ab. Zu Jahresbeginn wurde Tesla zudem vom Modellwechsel beim Bestseller Model Y gebremst. Teslas futuristisch aussehender Elektro-Pickup Cybertruck entpuppte sich als Flop.

In den USA griffen Autokäufer im vergangenen Jahr unterdessen verstärkt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben – und in Europa waren im Elektroauto-Markt andere Hersteller auf dem Vormarsch. Insbesondere VW und weitere Volkswagen-Marken wie Skoda dominieren inzwischen den E-Auto-Markt in Europa.

Elektroauto

BYD fährt Tesla davon

Hart bleibt die Konkurrenz durch chinesische Autobauer. So erreichte der Wettbewerber BYD 2025 das eigene Absatzziel und liegt damit nun als weltweit grösster E-Autobauer vor Tesla. BYD lieferte im vergangenen Jahr mit rund 4,6 Millionen Autos knapp acht Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahr aus, darunter 2,3 Millionen reine E-Autos. BYD lieferte auch fast 700'000 E-Autos mehr als Tesla aus. Die Zahl der abgesetzten E-Autos zog damit dem Unternehmen zufolge um 28 Prozent an, während der gesamte E-Auto-Markt weltweit um rund 20 Prozent zulegte und Tesla um knapp 10 Prozent schrumpfte.

(sda/dpa/oli)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Big Picture
05.01.2026 12:35registriert November 2023
Der Reichste Mensch der Welt wird in die Geschichtsbücher eingehen, dass er zusammen mit Trump durch die Streichungen der USAID Gelder bis ins Jahr 2030 für den Tod von 14 Millionen Menschen, davon 4.5 Millionen Kinder, verantwortlich sein wird. Was für zwei erbärmliche Menschen. Gut, dass Tesla dies jetzt endlich beim Absatz zu spüren bekommt.
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Pantoffelheld
05.01.2026 12:48registriert September 2025
Ich freue mich darauf zu sehen, wie Murks auch mit den Robotaxis und Robotern so auf die Schnauze fällt wie beim Cybertruck und beim autonom fahrenden Auto.
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D.Enk-Zettel
05.01.2026 13:12registriert Oktober 2021
Musk dürfte es schlussendlich auch nur um die Befriedigung seines Egos gehen. Wieviele Existenzen er damit ruiniert, interessiert ihn nicht.
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