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Zuerst ist nun «SBB Preview» dran, im Herbst soll das Update für die SBB-Mobile-App folgen.
Zuerst ist nun «SBB Preview» dran, im Herbst soll das Update für die SBB-Mobile-App folgen.bild: watson
Review

Die SBB-App erhält ein (geniales) Redesign – das musst du wissen

Die Schweizerischen Bundesbahnen gestalten ihre wichtigste App neu und machen sie noch benutzerfreundlicher. watson konnte die «SBB Preview»-Version vor dem offiziellen Update ausprobieren.
14.06.2022, 12:0414.06.2022, 14:41

Die Neugestaltung der SBB-App ist sicher nicht so heikel wie eine Operation am offenen Herzen. Aber eine wichtige, potenziell lebenswichtige Angelegenheit ist sie schon.

Stell dir nur mal vor, du kommst zu spät zum Bewerbungsgespräch für deinen Traumjob, weil du in den falschen Zug eingestiegen bist. Oder du lernst dabei zufällig die Liebe deines Lebens kennen.

Aber bleiben wir bei den Fakten.

Es gibt eine neue SBB-App. Diesen Herbst wird sie auf Millionen Android-Smartphones und iPhones installiert.

Noch ist es nicht ganz so weit. Doch bietet die neue Version der «SBB Preview»-App, die nun veröffentlicht wird, einen Vorgeschmack. Dieser Beitrag gibt exklusive Einblicke und beantwortet die wichtigsten Fragen zum Update.

Was ist passiert?

watson konnte die neue SBB-Preview-App bereits ausprobieren. Das hat wohl nicht zuletzt damit zu tun, dass sich der hier schreibende Redaktor 2016 als «treuer Fan» der damals völlig neuen SBB-App geoutet hatte. Du erinnerst dich vermutlich an das Fahrplan-Kachel-Konzept, das die SBB vom Software-Partner Ubique übernehmen konnten.

Seither hat sich einiges getan, wie die rund 3,5 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzer wissen, die die SBB-App mindestens einmal im Monat starten.

Nun kommt die neue Preview-Version in die App-Stores. Das heisst, Interessierte können mit der eigens zu Testzwecken lancierten «SBB Preview»-App die neue Benutzeroberfläche ausprobieren. Im Herbst soll dann der Rollout auf «SBB Mobile» – also der Haupt-App – erfolgen.

Vor dem «Launch» des «Redesigns», wie es die Entwickler nennen, muss die überarbeitete Anwendung auf Herz und Nieren getestet werden. Zum einen durch interne Tests, ausgeführt von Fachleuten. Zum andern durch alle Interessierten, die «SBB Preview» installieren. Aktuell sind das rund 250'000 Personen, wie SBB-Sprecherin Jeannine Egi sagt.

Bevor wir zu meinen persönlichen Eindrücken kommen, eine Warnung: Dieser Beitrag enthält Spoiler/Screenshots. Solltest du Hardcore-ÖV-Fan sein und dir unbedingt einen eigenen ersten Eindruck von der neugestalteten SBB-App verschaffen wollen, dann hör jetzt auf zu scrollen! 😉

Wie sieht die neue Benutzeroberfläche aus?

Surprise
Ich bin ein sehr grosser Fan des Dark Mode (Dunkelmodus). Diese Darstellung schont die Augen und den Akku.

Die optisch grösste Änderung sind die vom SBB-Designteam stammenden Illustrationen, die zum Kontext passen und eine willkommene Auflockerung der Reise-Fakten bieten.

Surprise

Auch in der herkömmlichen, hellen Ausführung kann sich die neue Benutzeroberfläche sehen lassen.

Surprise

Hatte ich schon erwähnt, dass der Dark Mode genial ist? (Yep, würde auch der watson-App gut stehen 😅)

Was sind die wichtigsten Änderungen?

Die neue Haupt-Navigation liegt nun im untersten Bereich des Smartphone-Screens. Dort finden sich folgende Tabs (wie sie viele User von ihrem Webbrowser kennen):

  • Planen (Touch-Fahrplan, Billettkauf etc.)
  • Reisen (hier werden Informationen zur aktuellen Reise angezeigt)
  • EasyRide (automatisches Check-in)
  • Billette & Abos
  • Profil (Einstellungen)

Die Entwickler verfolgten drei Ziele, wie Sayanthan Jeyakumar, Leiter SBB Mobile, gegenüber watson erklärt:

  • Das Redesign soll die App übersichtlicher und einfacher bedienbar machen.
  • Zudem wollte man «Optimierungspotential nutzen», wie zum Beispiel eine verbesserte Hilfe im Störungsfall oder vereinfachtes Navigieren innerhalb der App.
  • Die Nutzerinnen und Nutzer sollen «mit proaktiven, auf die persönliche Strecke zugeschnittenen Informationen noch besser auf ihrer Reise begleitet werden».
Sayanthan Jeyakumar, Leiter SBB Mobile.
Sayanthan Jeyakumar, Leiter SBB Mobile.Bild: SBB

Mit dem Redesign wollen die SBB zudem die technologische Basis schaffen, um die App «modular nach den Kundenbedürfnissen weiterzuentwickeln», verrät der SBB-Mann gegenüber watson (dazu weiter unten mehr).

Wie benutzerfreundlich ist die neue App?

Der erste Eindruck ist positiv. Die Navigation über die Tabs im untersten Touch-Screen-Bereich ermöglicht eine einhändige Bedienung, wobei man mit kurzen Fingern und/oder XL-Smartphones wie dem iPhone 13 Pro Max (unser Testgerät) trotzdem lieber mit beiden Händen hantiert.

Die von den SBB-Verantwortlichen (oben) genannten Ziele werden erreicht, wie der Einsatz im Alltag zeigt. Wobei einschränkend zu erwähnen ist, dass ich im Testzeitraum keine wirklich grossen Zugreisen unternehmen konnte.

Von watson darauf angesprochen, was ihm persönlich am besten an der neuen App gefällt, gerät der SBB-Mobile-Chef ins Schwärmen:

Zu sehen, mit wie viel Herzblut und Liebe zum Detail das ganze Team am Redesign gearbeitet hat, ist beeindruckend und zeigt sich zum Beispiel an den Übergängen beim Wechsel in der Tab-Navigation, wie der Zug in der EasyRide-Animation langsam aus dem Bahnhof rausfährt oder wie die SwissPass-Karte (unter Abos & Billette) langsam einklappt und abgerundet wird.
Sayanthan Jeyakumar

Im folgenden SBB-Video gibt's die (oben erwähnte) EasyRide-Animation zu sehen:

Video: extern / rest

Und dieses SBB-Video zeigt, wie Umsteigeinfos nach einem Billettkauf eingeblendet werden:

Video: extern / rest

Was waren die grössten Herausforderungen beim Redesign?

Dazu Sayanthan Jeyakumar:

«Der Erfolg der letzten Jahre hat die App zu einem grossen Kosmos mit vielen Schnittstellen und Abhängigkeiten zu anderen Services anwachsen lassen, so bieten wir zum Beispiel zehn verschiedene Zahlungsmitteloptionen für den Billettkauf an. Zudem ist die Codebasis mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, weshalb auch Refactoring-Arbeiten [Quellcode-Verbesserungen, Anmerkung der Red.] nötig waren.»

Interessant zu wissen: Hinter den Kulissen hat ein Team von rund 25 Leuten intensiv am Redesign gearbeitet. Darunter Software-Entwickler, Fachleute für die User Experience (UX) sowie Testmanagerinnen und -manager.

Der SBB-Mobile-Chef fügt an:

«Wenn man die Zeit von der ersten Marktstudie über den Prototypen-Bau bis hin zur Entwicklung anschaut, waren es intensive 2 Jahre.»

Wie ausgereift ist die neue App?

Wie schon erwähnt, mussten die Entwickler nicht das Rad neu erfinden. Vielmehr konzentrierten sie sich darauf, die Benutzerfreundlichkeit und Optik der App zu verbessern. Dies ist ihnen mit viel Liebe zum Detail auch gelungen.

Wie sich die App im ÖV-Alltag mit Millionen von Pendlerinnen und Pendlern bewährt, wird sich zeigen.

Die Verantwortlichen betonen:

«Wir sind gespannt auf die ersten Kundenrückmeldungen bei der SBB-Preview-App. Diese werden direkt in die Weiterentwicklung für den Launch des Redesigns von SBB Mobile einfliessen.»

Was ist mit neuen App-Features?

Es soll einiges in Vorbereitung sein, die Verantwortlichen lassen sich allerdings noch nicht in die Karten schauen.

Mit dem Redesign von SBB Mobile wolle man sich für die Zukunft neu aufstellen. Zum einen gehe es darum, die Kundeninformation noch einfacher und persönlicher zu gestalten, damit sich die ÖV-User stets gut informiert fühlen. Zum anderen schaffe man Platz für bekannte und neue Kundenbedürfnisse, wie etwa Zugreisen ins Ausland oder die Integration ergänzender Mobilitätsangebote (Parking und Sharing etc.).

«Es sind noch nicht alle Kernfunktionen von SBB Mobile auf SBB Preview fertiggestellt, diese kommen noch dazu.

Zudem arbeiten wir schon intensiv an einer neuen Funktion für die Pendlerinnen und Pendler. Mehr dazu verraten wir dann beim Launch im Herbst.»

Warum gibt's überhaupt eine Preview-App?

Zunächst ist zu betonen, dass die Preview-App auf die gleichen ÖV-Informationen (Datenbanken) zugreift wie die SBB-Mobile-App. Man kann also beide verwenden, um zuverlässig von A (über B und C) nach D zu kommen.

Die Preview-App wurde vor 6 Jahren vor dem Launch der heutigen SBB-Mobile-App quasi als Betaversion entwickelt. Die Erfahrungen, die man damals dank der freiwilligen Community sammeln konnte, seien sehr wertvoll für die App-Entwicklung gewesen, halten die Verantwortlichen fest. Daher habe man sich entschieden, diesen Kanal beizubehalten.

SBB-Sprecherin Jeannine Egi:

«So können wir grössere Neuerungen oder neue Funktionen vorgängig in einer kleinen Nutzergruppe testen, bevor sie für die breite Masse ausgerollt werden. Gute Beispiele sind EasyRide (wurde ein Jahr auf der Preview-App getestet und optimiert) oder die digitale SwissPass-Karte.»

Es gebe aber auch Funktionen, die von der Preview nie auf SBB Mobile portiert wurden, weil der Mehrwert zu klein war.

Wie sieht die Zwischenbilanz zu SBB Mobile aus?

Dazu sagt SBB-Sprecherin Jeannine Egi:

«Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel in SBB Mobile investiert, um unseren Kundinnen und Kunden den Zugang in die digitale Welt zu vereinfachen. Mit innovativen Funktionen wie dem Touch-Fahrplan oder der Einführung von EasyRide und einer einfachen Bedienung ist uns dies gut gelungen.»

Mittlerweile würden 70 Prozent der SBB-Billettverkäufe über die App gemacht, betont die Sprecherin. Nebst dem Billettkauf sei die App auch ein wichtiger Informationskanal für die Planung und Gestaltung von Reisen mit dem ÖV.

SBB Mobile habe in den letzten Jahren laufend an Beliebtheit gewonnen. «Pro Tag werden rund 2 Millionen Fahrplanabfragen getätigt und eine Viertelmillion Billette verkauft.»

Apropos Corona: Auch die Pandemie habe das Absatzwachstum kaum gebremst. Gegenüber 2020 seien 2021 rund 44 Prozent mehr Billette via SBB Mobile verkauft worden.

Wo bekommt man «SBB Preview»?

In den App-Stores von Apple und Google.

Und jetzt du!

Was hältst du von der SBB-Mobile-App? Nutzt du die offizielle Anwendung für ÖV-Reisende oder die Preview-Version? Welche Verbesserungen und/oder zusätzlichen Funktionen sollten die Verantwortlichen unbedingt ins Auge fassen?

Schreib uns via Kommentarfunktion!

Quellen

  • sbb.ch: SBB Community (hier können Interessierte konkrete Fragen stellen und Feedback zur App übermitteln)
  • sbb.ch: SBB Preview (offizielle Seite)

Die SBB-App «in Dunkel»? Gibts schon lange (im Gegensatz zu watson 😌)

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189 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Coffee2Go
14.06.2022 12:50registriert Februar 2014
„Ein grosser Fan des Darkmode“. Wie ca. 90% der Watson-Leser. Und trotzdem bringt ihr etwas so Einfaches für eure App nicht zustande… *Kopfschüttel*
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fireboltfrog
14.06.2022 12:41registriert Januar 2018
Sieht ja ganz hübsch aus, aber kann man denn jetzt auch endlich Tickets nach Österreich und Deutschland kaufen? Und Velo-Reservationen für alle Züge, die das verlangen? Die App und der Online-Shop müssen endlich harmonisiert werden, es ist mühsam, wenn man nicht alles an einem Ort machen kann.
2102
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Heimwerkerkönig
14.06.2022 12:35registriert September 2016
Ich hoffe, dass nebem dem neuen Design es nun auch möglich wird, die Junior-Karte der Kinder auf den eigenen SwissPass zu laden.
Ich weiss, 3 Kinder zu haben ist ökologisch schon verwerflich. Darum fahren wir mit dem ÖV. Aber dass ich die drei Karten auch noch im Portemonnaie mitführen muss, ist in meinen Augen völlig hirnrissig.
Vorher komme ich auch mit dem alten Design zurecht.
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