Das sind die Tesla-Verkäufe aus Europa für 2025 – es ist ein Fiasko
Tesla fährt in Europa gegen eine Wand. Während die anderen Autohersteller 2025 im Schnitt rund 20 Prozent mehr vollelektrische E-Autos (BEV) absetzen konnten, brach Tesla um 27,8 Prozent ein. In der Schweiz liegen die Tesla-Verkäufe ebenfalls exakt 27,8 Prozent hinter dem Vorjahr. In Deutschland, dem grössten Absatzmarkt Europas und Sitz der einzigen europäischen Tesla-Fabrik, haben sich die Verkäufe zum Vorjahr halbiert.
Am schlimmsten ist der Absturz in Schweden. Dort lagen die Tesla-Verkäufe 66,9 Prozent hinter dem Vorjahr. Nur in Norwegen konnte sich Tesla steigern (+ 41,3 %).
Warum?
Norwegen hat ab Januar 2026 die E-Auto-Förderung weiter reduziert, da inzwischen 96 Prozent aller Auto-Neuzulassungen E-Autos sind. Das führte im Herbst zu E-Auto-Rekordverkäufen, wovon Tesla besonders stark profitierte. Diese vorgezogenen Käufe dürften Tesla Anfang 2026 allerdings fehlen.
Norwegen ist der einzige grössere Markt in Europa, in dem Tesla 2025 Marktanteile gewinnen konnte. In allen anderen relevanten Märkten verlor Tesla Anteile an die europäischen und chinesischen Rivalen.
Klarer Marktführer in Europa im E-Auto-Segment ist der Volkswagen-Konzern. Nebst der Kernmarke VW mit den ID-Modellen werden primär Stromer von Skoda laufend beliebter. Chinesische Anbieter wie BYD, MG und Leapmotor haben 2025 ebenfalls Anteile auf Kosten von Tesla gewonnen.
2025 endet für Tesla, wie das Jahr begonnen hat …
Auch der Dezember verlief für Tesla enttäuschend, von drei Ländern abgesehen, wie die folgende Grafik illustriert.
Das extrem starke Plus für Tesla in Norwegen lässt sich wie erwähnt mit der Reduktion von Steuerrabatten für E-Autos ab 2026 erklären. Dies führte im Dezember zu einem Verkaufsrekord im hohen Norden. Zudem lieferte Tesla im letzten Monat auf einen Schlag sehr viele Fahrzeuge in die Schweiz. Dies sollte nicht mit einer nachhaltigen Erholung verwechselt werden. Anfang 2026 dürften die Tesla-Verkäufe auch bei uns wieder auf ein weit tieferes Niveau fallen.
Tesla schrumpft in Europa schon seit 2024, da sich der Wettbewerb verschärft hat, Teslas Produktpalette klein bleibt und Elon Musks politische Aktivitäten und Lob für ultrarechte Politiker öffentliche Proteste ausgelöst haben.
Es zeigt sich zudem: Die Konkurrenz hat technisch aufgeholt und ist in einigen Bereichen Tesla enteilt. Auch unbestreitbare Vorteile wie das Supercharger-Netzwerk verlieren an Bedeutung, da es mittlerweile genug andere Ladeanbieter gibt.
Tesla schrumpft weltweit
Und trotzdem: Weltweit verlief 2025 für Tesla weit weniger katastrophal als in Europa. Die globalen Verkäufe gingen insgesamt um knapp 10 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge zurück. In den wichtigen Märkten USA und China profitiert Tesla weiterhin von seinem Early-Mover-Vorteil. So konnte Tesla in China den Verkaufsrückgang auf rund 7 Prozent begrenzen. Viele andere westliche Autohersteller wären froh, sie würden in China nur so wenig verlieren.
Tesla gelang es teils auch, die fehlende Nachfrage in Europa mit Lieferungen in andere Regionen wie Südkorea, Taiwan oder der Türkei, wo E-Autos ebenfalls Fahrt aufnehmen, zu kompensieren.
Wie geht es weiter?
Der Analayst Troy Teslike schreibt: «Nach einem Rückgang von 1,1 % im Jahr 2024 sanken die weltweiten Tesla-Auslieferungen im Jahr 2025 um 8,6 %. Ich erwarte einen noch stärkeren Rückgang im Jahr 2026.» Die entscheidende Frage sei, ob es Tesla gelinge, mit seinem Robotaxidienst Gewinne zu erzielen, bevor die Autoverkäufe weiter fallen. Teslas Aktie lebe vom Hype, den niemand besser als Elon Musk anheizen könne, aber mehrere künftige Quartale mit Verlust könnten zum «Hype-Killer» werden.
Analysten sind sich bezüglich Teslas Aussichten für 2026 uneins. Die Prognosen schwanken zwischen leichtem Wachstum bis noch stärkerem Einbruch. Bei uns könnte die Talsohle erreicht sein, allerdings fehlt Tesla weiterhin ein kleines und günstiges E-Auto für Europa. Europäische und chinesische Autohersteller werden den US-Autobauer daher weiter in die Zange nehmen.
In den USA wird es für alle Hersteller mit dem von Donald Trump beschlossenen Ende der E-Auto-Förderung ein schwieriges Jahr.
Die Hoffnung liegt daher einmal mehr auf China. Dort setzen sich Elektroautos schneller als in Europa und viel schneller als in Nordamerika durch. Davon profitiert Tesla, auch wenn der extrem intensive Preiswettbewerb mit den chinesischen Autoherstellern weiter Marktanteile kosten dürfte.
Zudem haben die Autogiganten Toyota und Volkswagen China noch längst nicht abgeschrieben. Sie werden mit neuen E-Auto-Modellen, die spezifisch auf chinesische Kunden zugeschnitten sind, den Wettbewerb weiter verschärfen.
