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Signal-App erhält praktische «Face Blur»-Funktion gegen Überwachung

A protester confronts a line of police in riot gear near midnight Wednesday night, June 3, 2020, in Kansas City, Mo., after a unity march to protest against police brutality following the death of Geo ...
Die Proteste gegen US-Polizeibrutalität werden auch über die Signal-App organisiert. Nun erhalten die Nutzer ein Werkzeug, das vor Bespitzelung schützen soll.Bild: AP / signal

Diese neue Funktion macht die WhatsApp-Alternative Signal noch besser

Die Entwickler des abhörsicheren Smartphone-Messengers unterstützen die Bürgerproteste in Amerika und spendieren der Smartphone-App ein Verpixelungs-Feature.
04.06.2020, 12:5804.06.2020, 17:52

Der unabhängige Smartphone-Messenger Signal erhält eine neue Funktion, die es ermöglicht, die Gesichter von auf Fotos abgebildeten Personen unkenntlich zu machen. Das «Face Blurring»-Feature ist mit dem neusten Update für iPhones (iOS) und für Android-Mobilgeräte verfügbar.

Die Ankündigung erfolgte am 3. Juni über den Signal-Blog. Der kostenlose Messenger-Dienst wird von einer gemeinnützigen Stiftung entwickelt und betrieben, zu deren Gründern und Financiers gehört der WhatsApp-Co-Gründer Brian Acton. Die treibende Kraft hinter Signal ist der unabhängige Software-Entwickler und IT-Sicherheitsexperte Matthew Rosenfeld, besser bekannt unter seinem Alias Moxie Marlinspike.

Zu den Beweggründen schreiben die Signal-Anbieter:

«Gegenwärtig demonstrieren und protestieren Menschen auf der ganzen Welt gegen Rassismus und Polizeibrutalität, empört über die jüngsten Polizistenmorde an George Floyd und Breonna Taylor. Wir von Signal unterstützen die Menschen, die auf die Strasse gegangen sind, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Wir glauben, dass sich in Amerika etwas ändern muss, und auch wenn wir nicht genau wissen, wie, unterstützen wir die Menschen, die sich im ganzen Land selbst organisieren, und vertrauen darauf, dass sie es herausfinden.»
quelle: signal.org

Viele Leute, die gegen Polizeibrutalität protestieren und für einen gesellschaftlichen Wandel kämpfen, organisieren sich laut der Signal-Stiftung über den Messenger-Dienst. Man arbeite hart daran, den zunehmenden Datenverkehr zu bewältigen. Und man habe nach zusätzlichen Wegen gesucht, um die Protestierenden auf der Strasse zu unterstützen.

«2020 ist ein ziemlich gutes Jahr, um das Gesicht zu verdecken.»
Moxie Marlinspike, Signal

Die Unschärfe-Funktion steht über die in die Signal-App integrierte Bildbearbeitung zur Verfügung. Nachdem man das Werkzeug aktiviert, werden erkannte Gesichter automatisch unkenntlich gemacht. Man kann aber auch manuell nachbessern und über gewünschte Stellen wischen.

Es lassen sich alle gewünschten Bereiche auf einem Digitalfoto unkenntlich machen.
Es lassen sich alle gewünschten Bereiche auf einem Digitalfoto unkenntlich machen. bild. watson

Signal ist ein freier Messenger, der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet und darum als relativ abhörsicher gilt. Der werbefreie Dienst gilt als sinnvolle Alternative zu WhatsApp, Facebook Messenger und anderen US-Diensten. Er wird von unabhängigen Sicherheitsexperten und Datenschutzorganisationen empfohlen, und vom in Russland lebenden NSA-Whistleblower und Internet-Aktivisten Edward Snowden.

Über die neue App-Funktion hinaus will die Signal-Stiftung den Protestierenden mit Schutzmasken helfen.

«Wir haben daran gearbeitet, einen Hersteller zu finden, der in der Lage ist, unter den derzeitigen globalen Bedingungen grosse Mengen an Gesichtsbedeckungen zu produzieren. Wir sind dabei, einige verbleibende Details zu klären, und werden in Kürze weitere Informationen bereitstellen.»

(dsc, via The Verge)

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