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Revolut-Konto gehackt? Schweizer verliert 30'000 Franken

Revolut will das Online-Banking revolutionieren. Doch nun haben Kriminelle einen Schweizer Kunden um 30'000 Franken erleichtert. Die britische Online-Bank untersucht den Vorfall.
21.08.2019, 10:0721.08.2019, 12:17

Im Minutentakt buchen Unbekannte einem Schweizer Revolut-Nutzer jeweils 5'000 Franken von seinem Konto ab. Nach wenigen Minuten sind so 30'000 Franken verloren. Das Konto bei der Online-Finanzdienstleisterin sei gehackt worden, schreibt der «Tages-Anzeiger» (Artikel kostenpflichtig). Die Kriminellen verschafften sich demnach Zugang zu seinem Revolut-Konto, das mit einer Visa-Kreditkarte der UBS hinterlegt ist.

Laut Bericht luden die Unbekannten «die Revolut-Prepaid-Karte mit 5'000er-Beträgen auf, die von der Visa-Kreditkarte abgebucht wurden». In einem zweiten Schritt wechselten sie mit dem gekaperten Konto die Schweizer Franken in Dirham um, die Währung der Vereinigten Arabischen Emirate. Danach soll das Geld auf ein fremdes Konto geflossen sein.

Laut Zeitungsbericht konnten die Kriminellen innert Minuten 30'000 Franken erbeuten, obwohl die Limite der Revolut-Karte des Opfers bei 15'000 Franken lag. Ihre Abbuchungen wurden erst gestoppt, als der Kunde sein Konto sperrte. Unklar sei, warum Revolut die ungewöhnlichen Abbuchungen – innert weniger Minuten sechs Mal 5000 Franken – nicht selbst stoppte. Der Schweizer habe zudem keine fachkundige Hilfe per Telefon erhalten, obwohl er für einen besseren Kundendienst eine etwas höhere Gebühr zahlt.

Die britische Online-Bank, die dank günstiger Konditionen ein starkes Wachstum erlebt, wollte sich laut «Tages-Anzeiger» zum konkreten Vorfall nicht äussern. Ob es ­weitere vergleichbare Fälle gibt, bleibt somit offen. Revolut betont laut Bericht, es gebe keine Lücken in den «robusten Sicherheitskontrollen». Die Online-Bank will den Vorfall nun untersuchen.

Der Raubzug erinnert an die Probleme der deutschen Online-Bank N26. Betrüger erbeuteten im März 80'000 Euro von einem deutschen Kunden. Im Kunden-Chat bekam das Opfer tagelang keine Antwort. Das Start-up sei zu schnell gewachsen und habe es versäumt, seinen Kundenservice in der gleichen Geschwindigkeit auszubauen, monieren Kritiker.

Solche Probleme scheinen bei Fintech-Start-ups, die um jeden Preis schneller als die Konkurrenz wachsen wollen, verbreitet zu sein.

Wachstum mit Schattenseiten

Auch bei Revolut ist offenbar nicht alles Gold, was glänzt.
Auch bei Revolut ist offenbar nicht alles Gold, was glänzt.
screenshot: twitter

Revolut erlebt wie andere Online-Banken ein rasantes Wachstum, was auch seine Schattenseiten hat: Das Fintech-Start-up ist wegen Problemen mit Geldwäscherei in die Schlagzeilen geraten. Das Geschäftsmodell sieht Wachstum auf Teufel komm raus vor, Mitarbeiter sollen unter ungeheurem Erfolgsdruck stehen – mit entsprechenden Nebenwirkungen.

Laut dem renommierten «Wired»-Magazin hat Revolut intern massive Probleme, ehemalige Mitarbeiter erzählten, dass das rasante Wachstum mit hohen Personalkosten verbunden sei – mit unbezahlter Arbeit, unerreichbaren Zielen und vielen Job-Wechseln. Das alles erinnert an Tech-Konzerne wie Amazon und Uber, die Wachstum über alles stellen. (oli)

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