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China droht der EU – weil diese die Netzwerk-Sicherheit erhöhen will

epa07475953 A man walks trough the Huawei factory in Dongguan, Guangdong Province, China, 28 March 2019 (issued 31 March 2019). EPA/ALEKSANDAR PLAVEVSKI
Wegen Huawei und weiteren staatsnahen chinesischen Unternehmen bestehen Sicherheitsbedenken.Bild: EPA

China droht der EU – weil diese die Netzwerk-Sicherheit erhöhen will

Das chinesische Regime hat die Pläne der Europäischen Union, umstrittene Anbieter von Netzwerktechnik in EU-Staaten verbieten zu können, scharf kritisiert und mit Konsequenzen gedroht.
21.01.2026, 13:0521.01.2026, 15:36

Ohne Beweise Unternehmen davon abzuhalten, am Markt teilzunehmen, verletze die Regeln des fairen Wettbewerbs und sei offensichtlicher Protektionismus, sagte Chinas Aussenamtssprecher Guo Jiakun in Peking. Brüssel ignoriere, dass chinesische Firmen sichere und qualitativ hochwertige Produkte anböten.

Die Volksrepublik sei ernsthaft besorgt, sagte Guo. China fordere die EU auf, den «falschen Weg des Protektionismus» nicht weiterzugehen. Sonst werde China notwendige Massnahmen ergreifen, um die Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen zu schützen, warnte er.

Wo ist das Problem?

Die EU-Kommission hatte am Vortag einen Gesetzesvorschlag veröffentlicht, der vorsieht, dass sie mit einer entsprechenden Rechtsgrundlage in letzter Instanz untersagen kann, Technik besonders risikobehafteter ausländischer Unternehmen zu nutzen.

In dem Entwurf der EU-Kommission werden weder konkrete Unternehmen noch Länder genannt. Zu den Betroffenen gehören aber Huawei und weitere chinesische Techkonzerne, die im Westen erfolgreich sind.

Seit Jahren empfiehlt Brüssel den Mitgliedstaaten, Hardware von Huawei und ZTE aus Sicherheitsgründen nicht in Mobilfunknetzen zu verwenden. Das von der EU-Kommission vorgeschlagene Gesetz würde sich damit auf das Geschäft dieser Firmen auswirken.

Jede Firma muss kooperieren

Ein chinesisches Geheimdienstgesetz verpflichtet chinesische Unternehmen, insgeheim mit den chinesischen Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten. Dies nährt Befürchtungen vor Spionage, weshalb die EU-Kommission im Januar 2026 erneut den Ausschluss von Huawei aus europäischen Netzwerken forderte.

2021 seien die Brüsseler Lobbyisten von Huawei noch optimistisch gewesen, «dass der Hunger Europas nach einer billigen und schnellen 5G-Installation über Sicherheitsbedenken siegen würde», hielt das Nachrichtenmagazin Politico 2022 fest. Doch dann seien die Chinesen bei der 5G-Aus- und Aufrüstung für europäische Mobilfunknetzbetreiber auf den dritten Platz zurückgefallen, deutlich hinter Ericsson und Nokia.

(dsc/sda/awp/dpa)

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13 Kommentare
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Der Micha
21.01.2026 14:31registriert Februar 2021
"In dem Entwurf der EU-Kommission werden weder konkrete Unternehmen noch Länder genannt."

Es ist eine gewisse Ironie dahinter, dass China sich dann angesprochen fühlt. Das wird dann ja einen Grund haben.
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Magnum
21.01.2026 13:41registriert Februar 2015
Seht her: Das ist China, der vermeintlich verlässliche und vernünftige Partner, im Unterschied zu den Vergeigten Staaten. Nein, ist es nicht. Und zeigt sich nur schon am erpresserischen Umgang mit Seltenen Erden. Und nun noch diese Drohungen. China ist einen feuchten Dreck besser als Trumpistan - und Russland steht als Terrorstaat nochmals eine Stufe darunter.
Europa kann sich nur auf sich selbst verlassen in einer Welt, in der wieder in Einflusssphären gedacht wird.
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Frank der Stein
21.01.2026 13:58registriert Juni 2022
Wen interessiert chinesischer Protest? Sie haben schon lange solche Regeln.
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Sie sehen futuristisch aus, sind aber ein Sicherheitsrisiko: elektrische Türgriffe, die in die Autotür abgesenkt werden können. Seit zwei Jahren warnt der deutsche Automobilclub ADAC vor den Designs, die Tesla, Mercedes, BMW und andere gerne nutzen. Jetzt könnte eine Entscheidung aus China allerdings dazu führen, dass es mit den futuristischen Griffen vorbei ist. Ab 2027 werden sie von Peking verboten.

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