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So reagiert Apple auf die 1,84-Milliarden-Strafe der EU

epa05514932 (FILE) A file picture dated 28 June 2004 shows Apple Computer's CEO Steve Jobs standing off stage watching guests demonstrate new applications for Mac's OSX, during his keynote a ...
Musik-Abos in Europa sind künftig ausserhalb des App Stores möglich.Bild: EPA/EPA FILE

So reagiert Apple auf die 1,84-Milliarden-Strafe der EU

08.04.2024, 08:3708.04.2024, 14:04
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Musik-Streaming-Anbieter dürfen ihre Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum künftig zwar zu einem Abo-Abschluss ausserhalb des App Stores von Apple leiten. Der iPhone-Konzern will dafür aber eine Gebühr von bis zu 27 Prozent vom Kaufpreis kassieren.

Das US-Unternehmen führte die neue Möglichkeit rund einen Monat nach einer milliardenschweren Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission ein, die von einer Beschwerde des Rivalen Spotify ausgelöst worden war.

Apple betonte am Wochenende zugleich, dass die Entscheidung der Kommission den Konzern nicht darin einschränke, Abgaben für die Nutzung von Technologien und Diensten des Konzerns zu verlangen. Bei Abo-Abschlüssen innerhalb des hauseigenen App Stores nimmt Apple eine Gebühr von 30 Prozent im ersten Jahr. Danach – sowie für kleinere Unternehmen von Anfang an – beträgt die Abgabe 15 Prozent.

Die neue Gebühr für Links aus Musik-Apps zu externen Abo-Abschlüssen orientiert sich daran: Die Abgabe sinkt nach einem Jahr auf zwölf Prozent. Apple nimmt die Gebühren nur, wenn die Links von Nutzern binnen einer Woche zum Abo-Abschluss genutzt werden.

Apple erwägt Berufung

Spotify hatte sich unzufrieden damit gezeigt, dass der Dienst Nutzer in seiner App nicht darauf hinweisen durfte, wo das Abo ausserhalb von Apples Download-Plattform im Web abgeschlossen werden konnte. In diesem Fall bekommt Apple keine Abgabe – das Abo-Angebot kann nach der Anmeldung aber in der App genutzt werden. Genauso wie zum Beispiel Netflix hörte Spotify schon vor Jahren auf, eine teurere Möglichkeit zum Abo-Abschluss innerhalb der App überhaupt anzubieten.

1,84-Milliarden-Strafe «zur Abschreckung»

Die EU-Kommission verhängte Anfang März eine Strafe von 1,84 Milliarden Euro gegen Apple und forderte den Konzern auf, Möglichkeiten zur Weiterleitung von Nutzern zum externen Abo-Abschluss zu schaffen.

Das US-Unternehmen habe seine marktbeherrschende Stellung für den Vertrieb von Musik-Streaming-Apps an iPhone- und iPad-Nutzer über seinen App Store missbraucht, argumentierte die EU. Die jahrelange Untersuchung bezog sich ausschliesslich auf den Wettbewerb bei Musik-Streaming-Apps – und die Entscheidung gilt entsprechend nur für diesen Markt. Von der Strafe bezogen sich lediglich 40 Millionen Euro auf tatsächliche wirtschaftliche Nachteile für Spotify, die restlichen 1,8 Milliarden Euro sind nach Angaben der Kommission «zur Abschreckung» gedacht. Die Geldbusse falle auch so hoch aus, weil der Konzern unrichtige Angaben gemacht habe.

Apple kündigte an, in Berufung zu gehen, muss die Vorgaben der Kommission aber trotzdem umsetzen.

(oli/sda/dpa)

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ueli der Knecht
08.04.2024 09:15registriert April 2017
Diese Mega-Konzerne glauben doch sowieso, dass sie über dem Gesetz stünden. (Mark Zuckerbergs Credo: Move fast and break things) Ausserdem sind Amerikaner generell der Meinung, dass für sie auf der Welt nur amerikanisches Recht gelte und sie sich um fremdes Recht nicht scheren müssen.
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ELMatador
08.04.2024 09:08registriert Februar 2020
Diese Strafe wurde von Apple vorausgesehen und einkalkuliert.
Sie versuchen, die Regulierungen so weit wie möglich zu dehnen, wie es geht. Diese Oligopole müssen zwingend zerschlagen werden.

Dazu gehören (Liste ist aber nicht abschliessend); Luxottica, LVHM, Amazon, Microsoft, Apple, Disney, Xiaomi, Huawei, Nestlé, Unilever, Walmart, VW, BYD etc
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