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Donald und Ivanka Trump bei einem Fabrik-Besuch mit Apple-Chef Tim Cook im vergangenen November. Wird die Datensicherheit der Apple-Kunden massiv beeinträchtigt?
Donald und Ivanka Trump bei einem Fabrik-Besuch mit Apple-Chef Tim Cook im vergangenen November. Wird die Datensicherheit der Apple-Kunden massiv beeinträchtigt?
Bild: AP

Für Apple wirds eng – Trump erhöht Druck wegen iPhone-Hintertüren

15.01.2020, 06:5315.01.2020, 14:37

Im Streit über Zugriffsmöglichkeiten für Ermittlungsbehörden erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf Apple. Trump twitterte in der Nacht auf Mittwoch, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen «die ganze Zeit». Dennoch weigere sich der Konzern, den Behörden einen Zugang zu verschlüsselten Handys zu ermöglichen, «die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen» benutzt würden.

Trumps Forderung an die Verantwortlichen des Unternehmens: «Sie müssen sich jetzt der Herausforderung stellen und unserem grossartigen Land helfen!»

screenshot: twitter

Zuvor hatte Apple in dem wiederaufgeflammten Streit die Kritik von US-Justizminister William Barr zurückgewiesen. Barr hatte am Montag gesagt, Apple habe «keine substanzielle Hilfe» bei der Aufklärung des Angriffs eines saudischen Offiziers auf einem Marinefliegerstützpunkt in Florida im Dezember geleistet. Er drängt den Konzern dazu, den Passwort-Schutz von zwei iPhones des Attentäters auszuhebeln.

Wie verteidigt sich Apple?

Apple lehnt es kategorisch ab, Strafverfolgern solche und andere Hintertüren zu öffnen, damit sie Zugriff auf möglicherweise ermittlungsrelevante User-Daten bekommen. Der Konzern argumentiert in Übereinstimmung mit unabhängigen IT-Sicherheitsexperten, solche Hintertüren würde die Datensicherheit für alle Nutzer verschlechtern.

Barr stufte den Angriff, bei dem drei US-Soldaten getötet wurden, als Terrorattacke ein und erhöhte damit den Druck auf Apple. «Es ist sehr wichtig zu wissen, mit wem und über was der Schütze kommuniziert hat, bevor er starb», liess der US-Minister verlauten.

Apple entgegnete, man habe binnen Stunden nach der ersten FBI-Anfrage am 6. Dezember «eine breite Auswahl an Informationen» bereitgestellt. In den Tagen danach habe Apple unter anderem im Speicherdienst iCloud gespeicherte Backups sowie Kommunikationsdaten zu mehreren Accounts geliefert.

Während der Zugang zu einem verschlüsselten iPhone nur mit der vom Besitzer festgelegten Geheimzahl (PIN) bzw. Passwort möglich ist, wird der Schlüssel für in der Cloud gespeicherte iPhone-Backups ebenfalls dort gelagert. Damit können die auf den Apple-Servern gespeicherten User-Daten für Behörden entschlüsselt werden. Besonders sensible Informationen wie Gesundheitsdaten, Passwörter oder Zahlungsdaten werden allerdings auch in Apples Cloud Ende-zu-Ende verschlüsselt gespeichert und sind nur für die Nutzer zugänglich.

Apple betont, man sei erst einen Monat nach der Bluttat auf dem Militärstützpunkt, am 6. Januar, durch das FBI von der Existenz eines zweiten iPhones in Kenntnis gesetzt worden. In eines der Geräte wurde laut Berichten geschossen.

Apple-Chef Tim Cook liess sich im November 2019 zu einem Public-Relations-Auftritt mit Trump bewegen. Die beiden traten in einer Fabrik gemeinsam auf, in der Apple-Geräte zusammengebaut werden, so auch den im Dezember lancierten Profi-Rechner Mac Pro. In Ausin, Texas, lässt Apple zudem einen neuen Campus für 5000 Angestellte errichten.

Apple lässt unter anderem sein erfolgreichstes Produkt, das iPhone, in Asien zusammenbauen und ist im Handelskrieg der USA gegen China zwischen die Fronten geraten.

(dsc/sda/dpa)

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Wie Apple Geschichte schrieb

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