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Blick auf das neue Amazon-Verteilzentrum in Tijuana.
Blick auf das neue Amazon-Verteilzentrum in Tijuana.
Screenshot: Twitter

Dieses (dreckige) Geheimnis steckt hinter Amazons Warenlager in Mexiko

Mithilfe eines neuen Verteilzentrums trickst Amazon die von Donald Trump verhängten Zölle aus. Waren aus China werden hinter der US-Grenze zerlegt – und kommen so zollfrei in die USA.
09.09.2021, 18:40

Eindrückliche Bilder eines neuen Amazon-Warenlagers in Tijuana, Mexiko, verbreiten sich im Internet. Mitten aus einem Slum mit Bretterbuden ragt ein viereckiger Riesenbau aus Stahlblech. Von weitem erkennbar ist das Logo.

Die Geschichte hinter den «Das ist Kapitalismus»-Bildern sei noch viel eindrücklicher, erklärte die kalifornische Wirtschaftsprofessorin Charmaine Chua bei Twitter. Dazu müsse man die Lieferkette des Online-Händlers anschauen.

Kurzfassung: Wegen des vom früheren US-Präsidenten Donald Trump gestarteten Wirtschaftskrieges gegen China vermeidet Amazon Zollgebühren, indem es für die USA gedachte Produkte in Mexiko in kleinere Portionen zerlegt.

Dazu muss man wissen, dass Waren aus Mexiko bis zu einem Wert von 800 US-Dollar zollfrei eingeführt werden dürfen.

Amazon verschifft also die Waren aus China weiterhin zollfrei nach Mexiko. Im neuen Warenlager in Tijuana, wo der Mindestlohn acht US-Dollar pro Tag beträgt, werden die Produkte, wenn nötig, zerlegt und in Tragtaschen per Lastwagen über die US-Grenze gekarrt. Im ebenfalls neu gebauten, nur 24 Minuten entfernt liegenden Verteilzentrum in Otay Mesa, bei San Diego, werden sie daraufhin wieder zusammengesetzt, um dann innerhalb der USA ausgeliefert zu werden.

Das Fazit der Wirtschaftswissenschaftlerin Charmaine Chua fällt unmissverständlich aus: Eines der reichsten Unternehmen der Welt, dessen Eigentümer zum Spass ins Weltall geflogen sei, betreibe in einem Slum in Mexiko ein Warenlager, beute dort Billigarbeitskräfte aus und nutze ein juristisches Schlupfloch, um Waren steuerfrei einzuführen.

Dies alles passiere, damit Amazon sein Einzelhandelsmonopol ausweiten könne, während die Arbeitnehmer 60-Stunden-Wochen und obligatorische Überstunden leisteten.

«Amazon wird von den Befürwortern für die Schaffung von Arbeitsplätzen gelobt, wird aber mehr stabile Arbeitsplätze vernichten, als es jemals schaffen könnte? Das ist Kapitalismus, alles klar.»

(dsc)

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So sieht's im Amazon-Verteilzentrum aus

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So sieht's im Amazon-Verteilzentrum aus
quelle: epa/epa / friedemann vogel
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