Gender
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Was trägt sie drunter? Eine Fotografin gibt die ultimative Antwort



«Was trägt sie drunter?» Wenn ein Mann (sich) diese Frage stellt, ist zumeist Begehrlichkeit im Spiel. Wenn Amy Herrman hingegen das gleiche tut, hat sie alles andere als Lust im Kopf. Die Fotografin hat eine Überzeugung: «Darunter» steckt immer eine Frau mit einer Geschichte.

Bild

Fotografin Herrmann will via Crowdfunding finanzieren. bild: instagram

Um das zu illustrieren, will die Australierin das Fotobuch «Underneath We Are Women» herausbringen. «100 Porträts gegen die Standardisierung von Schönheit» lautet der Zusatz. Die Stossrichtung ist damit klar und vorgegeben: Was ansehnlich ist, kann kein Bodymass-Index und kein Dessous-Hersteller definieren. Attraktivität zeigt sich vielmehr durch Persönlichkeit.

Die Geschichte hinter der Frau

Persönlich ist Herrmans Vorhaben, das kann niemand bestreiten: Die Fotografin hat 100 Fotos gemacht, auf denen ganz unterschiedliche Personen zu sehen sind, die mehr oder weniger Unterwäsche tragen. Viele entsprechen nicht dem gängigen Klischee eines Foto-Models: füllige Frauen sind darunter, ältere, unrasierte, gezeichnete, vernarbte, handicapierte.

«Underneath We Are Women»

Jede der Damen hat ein «Darunter bin ich ...»-Motto, und jede erzählt ihre eigene Geschichte. Das Buch, für das auf Kickstarter Geld gesammelt wird, bietet also «100 Frauen-Porträts mit 100 femininen Körpern und 100 Storys». Und was davon vorab veröffentlicht ist, kann sich wirklich sehen und lesen lassen.

Hinter die Fassade schauen

«Jeder von uns erfährt auf seiner eigenen, individuellen Reise diverse Dinge, die uns mental und physisch verwandeln, verbessern, herausfordern und ändern», erklärt Herrman auf Kickstarter. «Dieses Projekt soll die Vielfalt weiblicher Körper aufzeigen und die Geschichten teilen, durch die sie geformt wurden.»

So wie die Fotografin soll auch der Leser hinter die Fasse der Oberflächlichkeit gelangen: «Du musst dafür etwas genauer hinschauen, ein bisschen mehr lesen, seine Deckung fallen lassen und uns bis zum Ende zuhören. Zuerst das Aussehen zu beurteilen, ist nur menschlich. Was wir nach so einem ersten Gedanken tun, ist wichtig.»

Liebe dich selbst

Und dabei sollen wir uns nicht von den Stereotypen leiten lassen, die uns die Gesellschaft vorkaut, fordert die Australierin und nennt Beispiele: «Das fette Mädchen, das trainieren sollte. Das dünne Mädchen, das mehr essen sollte. Die Handicapierte, die Sympathien braucht. Das hübsche Mädchen, das stets glücklich ist. Es sind solche simpel programmierten Antworten, von uns und für uns gemacht, um diesem grösseren sozialen Ideal zu dienen, das festlegt, was akzeptabel und ‹normal› ist.»

Dabei greifen solche Kategorisierungen fast immer zu kurz. «Vielleicht erfährst du, dass das dicke Mädchen vier Mal pro Woche zum Training geht. Dass das dünne Mädchen Krebs im Endstadium hat. Dass das hübsche Mädchen Depressionen hat.» Doch was andere über die eigene Äusserlichkeit denken, sei ohnehin zweitrangig: Sich selbst zu akzeptieren, ist für Herrman das eigentliche Ziel.

«Diese Buch wurde geschaffen, um den Leuten zu zeigen, dass wir jetzt damit anfangen können, uns selbst zu lieben.»

(via uFunk)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Makaveli 30.08.2016 00:06
    Highlight Highlight Wieso müssen sich frauen immer zuerst ausziehen um ernst genommen zu werden?
    Können wir nicht die frauen respektieren, die angezogen für etwas aufstehen...?
    Oder können frauen nur halbnackt gegen eben diese klischees eintreten?
    Reduziert das eine frau dann nicht auch nur wieder auf ihren körper?

    Meine Meinung diese Australierin will etwas aufsehen erwecken, deshalb lichtet sie aufsehenserregende (weil nicht ins schönheitsbild passend) frauen ab, damit sie dafür nicht angefeindet wird knallt sie zu jeder ne berührende story rein und wird so zur nächsten
    Möchtegern feministin
    • Lekks 30.08.2016 03:10
      Highlight Highlight tatsache : Frauen werten Frauen. Und nicht wie die Damenwelt oft meint das wir Männer das machen. Und da Frau, Frau wertet, müssen sie a) beweissen das sie besser aussehen oder b) das es ihnen "ach-so-egal-ist" wie andere sie werten.
      : )
  • Toerpe Zwerg 29.08.2016 22:55
    Highlight Highlight Ähm ... falscher Film, oder?

    Profiliert euch angezogen, wenn ihr ernst genommen werden wollt.

    Ist ja nicht zum Aushalten.
  • Toerpe Zwerg 29.08.2016 22:51
    Highlight Highlight Achselhaare bleiben gewöhnungsbedürftig.

    Oder nein, besser nicht.
  • Lekks 29.08.2016 03:32
    Highlight Highlight mach jetzt auch ein Bilderbuch mit Männern die auch nicht dem "Channing-Tatum"-Idealen gerecht werden.
    Und dann setze ich den Timer, wie lange es geht bis Tumblr & Twitter dies als sexistisch deklariert.
    • Lekks 30.08.2016 03:07
      Highlight Highlight p.s alle die den Blitz klicken bezüglich meinem Post : ....zurück zu tumblr !
  • pamayer 28.08.2016 21:00
    Highlight Highlight G r e a t !
  • Peter (1) 28.08.2016 20:09
    Highlight Highlight wi(e)der wird die frau und ihrer wert auf ihren körper reduziert...
    • toobitz 28.08.2016 23:02
      Highlight Highlight Artikel überhaupt gelesen? Im Buch gibts zu jeder Frau eine Story.
    • sunnyboy51 29.08.2016 02:00
      Highlight Highlight @Peter (1) Da steht auch. Es kommt nicht auf den Körper an, sondern auf die Persönlichkeit. Sie haben absolut null begriffen...
    • dracului 29.08.2016 08:06
      Highlight Highlight @toobitz und @sunnyboy51 DIeser Artikel wurde auf heute massiv aufgewertet (Bravo, Watson!).
      Heute finde ich, dass die Aussagen differenzierter sind und das voyeurische Moment nicht so in den Hintergrund gerückt ist ...

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