International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Was macht die AfD eigentlich, wenn Merkel weg ist?



epa06766304 A man wear a shirt reading 'Merkel must go' during a gathering of the 'Alternative for Germany' (AfD) party hold flags in Berlin, Germany, 27 May 2018. The AfD has called for a large demonstration under the motto 'Future Germany' (Zukunft Deutschland) to which they expect more than 5,000 participants. Various alliances of parties, cultural workers and civil society have organized counter-demonstrations and rallies, which are also expected to attract more than 10,000 participants.  EPA/ALEXANDER BECHER

Bild: EPA/EPA

«Merkel muss weg» ist seit Jahren der kleinste gemeinsame Nenner der AfD. Ein Slogan, hinter dem sich Asyl-Gegner, Wirtschaftsliberale, Anti-Windpark-Aktivisten und Rechtsnationale in Deutschland versammelt haben. Jetzt ist das Ende der Ära Merkel absehbar.

Wie geht die AfD mit dem Verlust ihres Lieblingsfeindbildes um? Brechen jetzt die inneren Konflikte auf? Und wie soll die AfD künftig Protest-Wähler mobilisieren, wenn die Erneuerung plötzlich aus der Mitte der CDU kommt?

Offiziell reagiert die AfD-Spitze auf den angekündigten Rückzug der CDU-Chefin cool – so cool wie Angela Merkel selbst. Diese erklärte am Montag in ihrer gewohnt nüchternen Art, warum sie im Dezember den Parteivorsitz und zur nächsten Wahl dann auch den Platz im Kanzleramt räumen wird.

Merkel legt CDU-Vorsitz nieder – bleibt Kanzlerin bis 2021

abspielen

Video: srf

«Merkel war unsere beste Wahlkampfhelferin», sagt AfD-Chef Jörg Meuthen. Dass der Stern der Bundeskanzlerin nun langsam sinke, bringe seine Partei aber nicht in Bedrängnis, betont er. «Wir kommen trotzdem gut klar und fürchten die Konkurrenz nicht.»

Merz als Bedrohung für AfD

Doch ganz so einfach, wie die AfD vorgibt, ist es dann vielleicht doch nicht. Vor allem Friedrich Merz, der seine Kandidatur am Dienstag offiziell bekanntgab, könnte für die Rechtspopulisten zum Problem werden.

Der 62-jährige Jurist gilt als Merkel-Kritiker und steht für wirtschaftsliberale Positionen. Im Oktober 2000 stiess er eine breite öffentliche Debatte an, als er im Bundestag forderte, Zuwanderer, die auf Dauer in Deutschland leben wollen, müssten sich einer «deutschen Leitkultur» anpassen.

«Uns gibt es ja, weil die CDU viele konservative Positionen geräumt hat», sagt der AfD-Bundestagsabgeordnete Roland Hartwig . Dass diese Entwicklung von den Christdemokraten jetzt rückgängig gemacht werde, könne er sich nicht vorstellen, erklärt er.

Hartwig stammt wie Merz aus Nordrhein-Westfalen und war früher Chefjurist eines Pharmakonzerns. Hartwig ist überzeugt: «Das System Merkel ist in der CDU jetzt fest etabliert.»

Vorerst keine Strategieänderung

Siegbert Droese, Bundestagsabgeordneter und Landesvize der sächsischen AfD, sieht deshalb auch keinen Grund, die Strategie für die nächstes Jahr anstehenden Landtagswahlkämpfe in Thüringen, Brandenburg und Sachsen jetzt neu zu justieren.

Bayernwahl: Die Grünen sind die neue zweitstärkste Kraft

abspielen

Video: srf

Er sagt, für die AfD werde sich nichts ändern, wenn die CDU Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer oder NRW-Ministerpräsident Armin Laschet an die Spitze wählen sollte. Auch der in Zuwanderungsfragen etwas skeptischere Gesundheitsminister Jens Spahn ist aus Sicht von Droese «gross geworden an der Seite von Frau Merkel».

Dass Merz das Rennen machen wird, hält man in der AfD für unwahrscheinlich. Sollte es aber dazu kommen, könnte es laut Droese vielleicht doch nötig werden, die AfD-Wahlprogramme für 2019 noch einmal «neu zu überdenken».

Feindbild Merkel fällt weg

Der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke sagt: «Die Fixierung der AfD auf das Feindbild Merkel ist für sie ein Dilemma. Sie müssen sich jetzt etwas Neues einfallen lassen.» Merz habe zwar nur eine «Aussenseiter-Chance». Er wäre für die AfD aber nach Ansicht von Funke der schwierigste Gegenspieler.

Funke glaubt: «Eine generelle Abkehr vom Mitte-Kurs der CDU wäre zwar auch mit einem Vorsitzenden Merz nicht zu erwarten, eine leichte Verschiebung nach rechts aber schon.» (aeg/sda/dpa)

Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin, das ist ihr Werdegang

abspielen

Video: srf

Die AfD im Bundestag

«Die AfD plant den Staatsstreich» – eine Aussteigerin packt aus

Link zum Artikel

Alice Weidel sorgt für Eklat im deutschen Bundestag 

Link zum Artikel

Grünen-Politikerin on fire 🔥 – Hasselmann demontiert im Bundestag die AfD

Link zum Artikel

AfD-Abgeordneter zündelt im Bundestag – bis diesem Grünen-Politiker der Kragen platzt

Link zum Artikel

Nach AfD-Hetze im Bundestag: Hier lupft es Cem Özdemir den Deckel – aber so richtig

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

24
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sophia 01.11.2018 17:41
    Highlight Highlight Sie wird ebenso verschwinden, wie die Piratenpartei! Falls der Merz die CDU führen wird, will von dieser Schmuddelpartei , die ja lediglich zum Protest dient, niemand mehr etwas wissen.
    • rodolofo 02.11.2018 15:26
      Highlight Highlight Den Blitz gebe ich Dir nicht wegen der Schmuddelpartei, sondern wegen Merz, dem Kurz-Imitator.
  • Beat Galli 01.11.2018 06:05
    Highlight Highlight Angenommender Afd würde das selbe passieren wie schon vielen Parteien vorher, welche ungeliebte, aber leider doch vorhandene Menschenströme vertritt.
    Sprich sie wird vom Verfassungsschutz verboten! Nur so teoretisch.

    Was würden die anderen den tun?
    Weiter erfolgreich Sachpolitik betreiben?

    Ob für ider gegen die Afd, dass dind über zehn Prozent der Bevölkerung.

    Sollte in Deutschland nicht eventuell Politik gemacht werden, welche verhindert, dass die Leute sich gewissen Neigungen hinzubegeben?
    • Fabio74 01.11.2018 07:09
      Highlight Highlight Und das heisst was? 87% wählen nicht braun. Verhindern kann man Faschismus nicht.
      Weil offenbar Bildung und Geschichte versagen
  • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 31.10.2018 19:37
    Highlight Highlight Ist doch ganz einfach.
    Dann muss das nächste Feindbild her, dass man hassen und zerstören kann.
    Aber anständige Arbeit und reale Sachpolitik.......
    Darauf können wir warten bis wir schwarz werden.
  • Cpt. Jeppesen 31.10.2018 18:48
    Highlight Highlight Was macht die AfD eigentlich, wenn Merkel weg ist?

    Ich hoffe die AfD nimmt den gleichen Weg wie die Republikaner.

    (Die Republikaner, eine rechtsextreme Partei in D-Land in den 1980ern, welche kurzfristig Erfolge verbuchen konnte um dann in die politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Republikaner
  • leu84 31.10.2018 18:47
    Highlight Highlight Dann war es die Alternative für Deutschland.
  • dmark 31.10.2018 18:37
    Highlight Highlight >>Was macht die AfD, wenn Merkel weg ist?<<

    Party?
    Mission completed...
  • ChiliForever 31.10.2018 17:42
    Highlight Highlight Was macht die AfD, wenn Merkel weg ist?

    Eine gute Frage, mit der sich neben Muslimen auch Juden intensiv beschäftigen sollten ...

    Ein klares Feindbild braucht die AfD halt, sonst funktioniert sie nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Typ 31.10.2018 16:53
    Highlight Highlight Merkel ist das Feindbild Nummer 1 in Deutschland. All diese Jahre hat man Ihr alles in die Schuhe geschoben. Sobald sie weg ist, werden die Deutschen auf die Welt kommen. Dann werden sie merken, wie gut Merkel wirklich war. Vielleicht müsste man mal über die Bücher gehen. In einer Demokratie bestimmt nicht nur der einzelne. Liebes Deutschland, du wirst noch richtig richtig auf die Welt kommen!
    • leu84 31.10.2018 18:55
      Highlight Highlight Die andere Frage ist, weshalb ihre Partei bzw. Frau Merkel immer wieder wiedergewählt wurde. Auch die Oppositionen waren immer schwach. Auch wenn ich nicht immer ihrer Meinung war, hat sie gut gearbeitet. Beim Thema "Wir schaffen das" hat sie CDUmässig gehandelt. Man soll sie nicht alleine darauf reduzieren.
    • Klaus07 31.10.2018 20:31
      Highlight Highlight Merkels Politik war verwalten. 18 Jahre wurden keine grossen Reformen durchgebracht, die Deutsche Infrastruktur ist teilweise in einem bedenklichen Zustand. Viele Menschen können nur mit zwei Jobs überleben. Die Altersarmut nimmt immer mehr zu. Der Erfolg der Wirtschaft kommt unten nicht an. Von allen EU Staaten hat Deutschland die tiefste Lohnsteigerung in den letzten 25 Jahren. Deutschland würgt mit ihrem billigexport anderen EU Länder die Wirtschaftsleistung ab. Nennen Sie das eine gute Politik? Merkel war für Deutschland Rückschritt statt Fortschritt.
    • rodolofo 31.10.2018 21:31
      Highlight Highlight Meistens ist nichts tun besser, als überhastet dreinfahren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dosenbier macht Schlau 31.10.2018 16:05
    Highlight Highlight Ich denke das schlimmste für die AFD ist, wenn die AFD regieren würde, da sie ausschliesslich Contra geben kann und, soweit ich weiss, keine Strategie, ernsthafte Vorschläge oder etwas ähnliches bieten kann. Mit dem können sie jetzt aber auch nicht mehr anfangen, da diese Absenz von ihren Anhängern durch ihre eigenen, persönlichen, Ideen gefüllt werden. Diese wären masslos enttäuscht wenn eine ernsthaft Parteistrategie, ausser "die anderen machens' schlecht", kommen würde, da diese garantiert in vielen Bereichen abweichen würde.
    • leu84 31.10.2018 18:57
      Highlight Highlight Diese Vorgehensweise hat man bei Farage von der Ukip gesehen. Die Brexit-Abstimmung war kaum vorbei, als er Tschüss sagte, anstatt dem "Establishment" zeigen, wie man es richtig macht.
    • rodolofo 02.11.2018 15:25
      Highlight Highlight Wir wollen das aber trotzdem nicht so genau wissen, wie das ist mit der AfD an der Regierung, oder?
  • Clife 31.10.2018 15:41
    Highlight Highlight Lieber eine schlechte Merkel als eine gute AfD. Da kann mir jeder sagen was er will

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Die umstrittene deutsche AfD-Politikerin lebt mit ihrer Partnerin in der Zentralschweiz – und hofft, dass es nicht wie in Biel endet.

Plötzlich schlug ihr in der Schweiz Feindseligkeit entgegen. Weil Alice Weidel, die Politikerin der Alternative für Deutschland (AfD), angeblich nicht in eine links geprägte Stadt wie Biel passe.

Weil Alice Weidel, die im Deutschen Bundestag sitzt, Sätze von sich gibt wie: «Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.» Gleichzeitig knüpfte sie aber in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel