International
Afghanistan

Afghanistan: Präsident Aschraf Ghani bleibt trotz Mörserangriff cool

Security personnel inspect a damaged vehicle which was firing rockets in Kabul, Afghanistan, Tuesday, July 20, 2021. At least three rockets hit near the presidential palace on Tuesday shortly before A ...
Afghanische Sicherheitskräfte inspizieren ein Fahrzeug nach einem Mörserangriff in Afghanistans Hauptstadt Kabul. Bild: keystone

Wenn Mörser nahe dem Präsidentenpalast einschlagen – aber nur einer reagiert

20.07.2021, 11:3120.07.2021, 13:44

In der Nähe des Präsidentenpalastes in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind während des islamischen Opferfests Eid al-Adha am Dienstag mindestens drei Mörsergranaten eingeschlagen. Dies teilte das Innenministerium am Dienstag mit.

Die Geschosse gingen im Stadtzentrum nieder, unweit einer Zeremonie, an der Afghanistans Präsident Aschraf Ghani teilnahm. In einem Video des Senders ToloNews war zu sehen, wie Ghani, Vizepräsident Amrullah Saleh und weitere hochrangige Politiker trotz des Mörserangriffs weiter beteten. Beim ersten Knall zuckten einige zusammen, nur einer wurde sichtlich aus der Fassung gebracht.

Eine Mörsergranate habe ein nur wenige Meter vom Präsidentenpalast entferntes Regierungsgebäude getroffen, hiess es. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht, auch bekannte sich zunächst niemand zu dem Angriff.

Präsident Ghani machte die militant-islamistischen Taliban für den Anschlag verantwortlich. Die Islamisten hätten weder den Willen noch die Absicht, die anhaltenden Konflikte politisch beizulegen, sagte er. Man könne das Land nicht mit Raketen erobern, sondern nur, indem man die Herzen der Menschen für sich gewinne.

Die Taliban reklamierten die Attacke allerdings nicht für sich. Stattdessen übernahm die Jihadisten-Miliz «Islamischer Staat» (beziehungsweise dessen Ableger ISKP) die Verantwortung für den Angriff.

Taliban kontrollieren knapp die Hälfte Afghanistans

Die Taliban hatten mit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen Anfang Mai mehrere Offensiven gestartet und dabei grosse Gebietsgewinne erzielt. Mittlerweile kontrollieren sie knapp über die Hälfte aller Bezirke des Landes.

Am vergangenen Wochenende kamen die Islamisten mit Vertretern der afghanischen Regierung in Doha im Golf-Emirat Katar zu Gesprächen zusammen. Die Seiten erklärten am Sonntag jedoch lediglich, sie planten weitere derartige Treffen. (jaw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Drogenernte in Afghanistan
1 / 14
Drogenernte in Afghanistan
Ein afghanisches Mädchen erntet rohes Opium in Jalalabad, Afghanistan.
quelle: x02750 / parwiz
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Es ist nicht richtig, die Leute in die Hölle zu schicken!»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Schweizer verschicken viel weniger Pakete in die EU – wegen neuer Anti-China-Gebühr
Die EU-Zollpauschale für Pakete aus Drittstaaten, die die Eindämmung von Billig-China-Importen zum Ziel hat, hat sich laut Konzernchef Pascal Grieder auf die Post ausgewirkt.
Die Zahl der verschickten Pakete in die EU brach im «mittleren zweistelligen Prozentbereich» ein, wie Grieder der CH-Media-Zeitung Schweiz am Wochenende sagte.
Zur Story