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Auch zum Ende des Ramadans: Kein Ende der Kämpfe im Sudan in Sicht

Auch zum Ende des Ramadans: Kein Ende der Kämpfe im Sudan in Sicht

20.04.2023, 19:4821.04.2023, 06:41

Die Hoffnung auf eine Waffenruhe im Sudan zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan haben sich zunächst zerschlagen. In der Nacht zum Freitag waren laut einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur in der Hauptstadt Khartum weiterhin Explosionen und Raketenangriffe zu hören. Zuvor hatten UN-Generalsekretär António Guterres und die Arabische Liga dazu aufgerufen, die Feiertage für eine Waffenruhe zu nutzen.

Seit Samstag kämpft die Armee gegen die einst verbündete paramilitärische Einheit Rapid Support Forces (RSF) um die Macht in dem nordostafrikanischen Land. Die Zahl der Toten stieg nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf rund 330, 3200 Menschen wurden bislang verletzt.

Residential buildings damaged in fighting are seen in Khartoum, Sudan, Thursday, April 20, 2023. The latest attempt at a cease-fire between the rival Sudanese forces faltered as gunfire rattled the ca ...
Ein zerstörtes Gebäude nach den Kämpfen in Khartum.Bild: keystone

Auch die US-Regierung rief erneut zu einem Ende der Gewalt in dem Land auf. US-Aussenminister Antony Blinken tauschte sich nach Angaben seines Ministeriums am Donnerstag getrennt mit De-facto-Präsident Abdel Fattah al-Burhan, der auch Oberbefehlshaber der Armee ist, und RSF-Anführer Mohammed Hamdan Daglo aus. Er habe in den Gesprächen beide zu einem Waffenstillstand aufgefordert.

US-Amerikaner gestorben

Derweil bestätigte die US-Regierung den Tod eines amerikanischen Staatsbürgers im Sudan. Das teilte das US-Aussenministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Anfrage mit. Man stehe in Kontakt mit der Familie. Weitere Details nannte das Ministerium nicht. Offen waren die Identität der Person und wie diese gestorben ist.

Das gold- und ölreiche Land mit rund 46 Millionen Einwohnern wird seit 2019 von einer militärischen Übergangsregierung regiert, die diesen Monat eigentlich einen Prozess zur Demokratisierung einleiten sollte. Aufgrund der immer wiederkehrenden Gewalt und zahlreicher Konflikte waren bereits vor Beginn der aktuellen Gefechte knapp 16 Millionen Menschen in dem Land nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Tausende Zivilisten sitzen fest

Seit Tagen sitzen Tausende Einwohner Khartums nach Angaben der Vereinten Nationen in ihren Häusern fest, viele von ihnen ohne Strom oder fliessendes Wasser. Nahrungsmittel, Benzin und Medikamente gingen aus. Nur wenige Läden hatten laut einer dpa-Reporterin am Donnerstag geöffnet, die Märkte der Stadt waren geschlossen. Zudem sei die Gesundheitsversorgung so gut wie zusammengebrochen, teilte das sudanesische Ärztekomitee mit. Augenzeugenberichten zufolge lagen Leichen auf den Strassen der Hauptstadt. Die Welthungerhilfe warnte vor «einer humanitären Tragödie».

Das Welternährungsprogramm (WFP) warnte am Donnerstagabend, dass Millionen weitere Sudanesen durch den aktuellen Konflikt in Not geraten könnten. Man habe seine Nahrungsmittel- und Bargeldhilfe vorübergehend eingestellt. Das Kinderhilfswerk Unicef teilte mit, die eskalierende Gewalt gefährde Millionen von Kindern. Mindestens neun Kinder wurden Berichten zufolge bei den Kämpfen getötet und mehr als 50 verletzt.

In den vergangenen Tagen hatten zudem die Übergriffe auf Hilfsorganisationen und Mitarbeiter internationaler Organisationen zugenommen. Besonders in der Region Darfur im Westen des Landes meldeten Nichtregierungsorganisationen, dass Büros und Lagerhäuser geplündert würden. Laut WFP seien in Süd-Darfur rund 4000 Tonnen Nahrungsmittel für hungernde Menschen gestohlen worden. (sda/dpa)

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