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Polizei im Kongo tötet 55 Menschen bei Einsätzen gegen Sekte

Polizei im Kongo tötet 55 Menschen bei Einsätzen gegen Sekte

19.05.2020, 10:5019.05.2020, 10:50

Bei Polizeirazzien gegen eine Sekte im Kongo sind laut Menschenrechtlern mindestens 55 Menschen getötet worden. Etliche andere seien verletzt worden, teilte Human Rights Watch (HRW) am Dienstag mit.

Die Polizei ging demnach im April gegen Mitglieder der Bewegung Bundu dia Kongo in mehreren Orten in der Provinz Zentralkongo im Westen des Landes sowie in der Hauptstadt Kinshasa vor.

HRW sprach nach eigenen Angaben mit mehr als 50 Opfern der Einsätze sowie Augenzeugen, Mitgliedern der Sekte, Mitarbeitern von Krankenhäusern, UN-Mitarbeitern und Aktivisten.

Kongos Innenminister hatte sich Ende April zu dem Einsatz gegen Sektenführer Ne Muanda Nsemi in Kinshasa geäussert. Dabei sei es zu acht Toten, 35 Verletzten und mehr als 200 Festnahmen gekommen, darunter Nsemi selbst.

Die ethnozentrierte religiöse Bewegung Bundu dia Kongo («Königreich Kongo») ist seit Jahren vor allem in Zentralkongo aktiv. Sie will das vorkoloniale Königreich Kongo wieder errichten, das Gebiete im heutigen Kongo, Kongo-Brazzaville, Angola und Gabun umfasst.

Die Polizeieinsätze im April waren HRW zufolge eine Reaktion auf einen Aufruf Nsemis, alle Menschen, die einer anderen Ethnie als Bakongo angehören, zu «verjagen». Es sei die Pflicht der kongolesischen Behörden gewesen, darauf zu reagieren, sagte Lewis Mudge, der HRW-Leiter für Zentralafrika. Allerdings habe die Reaktion der Regierung gegen internationale Standards der Gewaltanwendung verstossen und ein «Blutbad» angerichtet, kritisierte er. Laut HRW sagte der Innenminister der Menschenrechtsorganisation, dass die Einsätze in Zentralkongo untersucht würden. (aeg/sda/dpa)

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