Seit dem 5. November kann man den Zustand der politischen Welt in einem kurzen Satz zusammenfassen: Warten auf Donald Trump. Das Schicksal der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, aber auch die Zukunft der Weltwirtschaft und der Weltordnung scheinen von den nicht voraussehbaren Launen des Mannes abhängig zu sein, der in einer Woche wieder ins Weisse Haus einziehen wird.
Kleinere Störmanöver wie aktuell der Bericht des Sonderermittlers Jack Smith oder die Verkündung des Strafmasses im Schweigegeld-Urteil können daran nichts ändern. Trump wischt sie weg wie lästige Fliegen, denn fast alles scheint sich derzeit zu seinen Gunsten zu entwickeln:
Nichts scheint also derzeit den Trump-Zug zum Entgleisen bringen zu können. Betriebsunfälle zeichnen sich allerdings bereits ab. Einige seiner im Wahlkampf ausgesprochenen Versprechen schwächt der wieder gewählte Präsident bereits wieder ab. So gibt er sich neuerdings ein halbes Jahr Zeit, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, obwohl er einst damit geprahlt hat, dieses Ziel an seinem ersten Amtstag zu erreichen. Auch was die Bekämpfung der Inflation betrifft, will sich Trump offenbar mehr Zeit lassen.
Die Mitglieder der Grand Old Party folgen Trump zwar wie gut erzogene Hunde. «Wenn Trump sagt, wir sollen einen Meter in die Luft springen und uns dabei am Kopf kratzen, dann tun wir genau das», wie es ein Abgeordneter aus Texas formulierte. Trotzdem kommt es gelegentlich zu Pannen. So konnte der wieder gewählte Präsident das Abgeordnetenhaus nicht davon überzeugen, die Schuldenobergrenze aufzuheben. Zudem hat er die Wahlen nicht erdrutschartig gewonnen, die Mehrheitsverhältnisse im Kongress sind äusserst knapp.
Als Zeitbombe könnte sich auch der Konflikt zwischen Elon Musk und Steve Bannon erweisen. Dabei geht es um Folgendes: Musk will mit einem speziellen Visum im grossen Stil Software-Ingenieure aus Asien einreisen lassen. Bannon ist strikt dagegen. Der Konflikt der beiden hat sich in den letzten Tagen zugespitzt.
Bannon hat Musk in einem Interview mit der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» aufgefordert, doch bitte nach Südafrika zurückzukehren und ihn als «wirklich üblen Typ» beschimpft. Musk antwortet derweil auf seiner Plattform X mit Posts wie «F… dich. Ich werde in dieser Angelegenheit einen Krieg anzetteln, wie du ihn dir nicht vorstellen kannst».
In den letzten vier Jahren war Trump in der Opposition und konnte – wie es einst Präsident Lyndon Johnson vulgär formulierte – von draussen ins Regierungszelt pissen. In einer Woche ändert sich das schlagartig. Jetzt muss er selbst die Verantwortung übernehmen, und er wird an seinen vollmundigen Versprechen gemessen werden.
Joe Biden hat Trump zwar eine intakte Wirtschaft hinterlassen. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass sich dies bald ändern könnte:
Auch aussenpolitisch muss Trump mit Gegenwind rechnen. Seine flapsige Bemerkung, Grönland, Panama und Kanada notfalls militärisch in die Knie zu zwingen, ist auf der internationalen Bühne gar nicht gut angekommen. «Selbst wenn Trump diese Drohungen nicht umsetzen wird, hat er damit bereits grossen Schaden für das amerikanische Ansehen rund um die Welt und bei seinen Alliierten angerichtet», stellt Gideon Rachman in der «Financial Times» fest. «Und dabei ist er noch nicht einmal im Amt.»
Und natürlich sind dann die Linken schuld.
In der Schweiz wollen uns SVP/FDP in den gleichen Wahnsinn stürzen mit irrsinnigen Steuersenkungen.
"Wenn ein Narr in einen Palast einzieht, so wird er nicht zum König - aber der Palast wird zum Narrenhaus !"
Das ist wie, wenn du deinen Kleinkredit nicht bezahlen kannst, nimmst du einen Neuen auf. Jedes Jahr. Topanleger sind übrigens China & Japan. Trump will nun die Schulden massiv erhöhen, damit er seinen Trade-war gegen China führen kann. Ähm...