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Analyse

Münchner Sicherheitskonferenz: Marco Rubio erntet Applaus mit Rede

U.S. Secretary of State Marco Rubio speaks at the Munich Security Conference in Munich, Germany, Saturday, Feb. 14, 2026. (AP Photo/Alex Brandon, Pool)
Marco Rubio
Lob für Mozart und Shakespeare, aber auch für Kolumbus: Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz.Bild: keystone
Analyse

Nach Rubios Rede könnten sich die Europäer in falscher Sicherheit wiegen

Hart in der Sache, sanft im Ton, so könnte man die Ansprache zusammenfassen, die der amerikanische Aussenminister auf der Münchner Sicherheitskonferenz gehalten hat. Überraschender als seine Rede ist deren Aufnahme durch die Zuhörer.
14.02.2026, 10:4414.02.2026, 10:44
Hansjörg Friedrich Müller, Berlin / ch media

Wie sehr Donald Trump und seine Regierung die Europäer eingeschüchtert haben, zeigte sich am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Von einem «erleichterten Seufzen», das durch die Reihen gegangen sei, sprach der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger, nachdem der amerikanische Aussenminister Marco Rubio seine Rede beendet hatte. Nachdem Vizepräsident J. D. Vance vor einem Jahr am selben Ort fast schon eine Kampfansage an die Europäer formuliert hatte, schien nun Erleichterung unter den Zuhörern zu herrschen.

Es war eine Art sozialverträglicher Trumpismus, den Rubio formulierte: freundlich im Ton, aber hart in der Sache.

Gelegentlich wirkte seine Rede, als sei er dabei, Abschied zu nehmen: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hätten Europäer und Amerikaner ein «historisches Bündnis» gebildet, das die Welt geschützt und verändert habe. Dann sei die Mauer, die Europa getrennt habe, gefallen.

Im Westen habe man sich daraufhin Illusionen von einem «Ende der Geschichte» hingegeben: Vom freien Handel, den man propagiert habe, hätten andere profitiert, während in Amerika und Europa eine Deindustrialisierung eingesetzt habe. Während sich der Westen dem «Klimakult» hingegeben habe, hätten seine Feinde weiterhin ungeniert Öl und Gas genutzt. Und durch die Öffnung ihrer Tore für Massenmigration hätten sich Europäer und Amerikaner selbst schwer geschadet.

Als er die europäischen Wurzeln seines Landes betonte, wirkte Rubio, als schätze er Europas Kultur und Geschichte mehr als die Europäer selbst dies tun: Nicht nur Mozart, Beethoven, Shakespeare und Dante lobte er, sondern auch Kolumbus, der das Christentum in die Neue Welt gebracht habe. Jene Selbstkritik, die das Geschichtsbild europäischer Eliten (und auch mancher Amerikaner) prägt, scheint ihm fremd zu sein.

Amerika, so Rubio weiter, wolle die westliche Allianz wiederbeleben, doch dafür brauche es starke Verbündete, die sich selbst verteidigen könnten. Nationale Grenzen müssten wieder geschützt werden, und der Westen müsse endlich wieder «Herr über seine Lieferketten» werden.

Überraschend an der Rede des Amerikaners war eigentlich nichts. Überraschend war eher, wie sie von seinen Zuhörern im Hotel Bayerischer Hof aufgenommen wurde. Gelegentlich gab es sogar Applaus, etwa, als er sagte, die USA würden sich nicht von Europa abwenden.

Womöglich beruht die Erleichterung, von der Ischinger und andere hinterher sprachen, auf einer Illusion. Rubios Ansprache liesse sich folgendermassen zusammenfassen: Nachdem Europäer und Amerikaner gemeinsam einen langen Weg gegangen sind, sind die Europäer nun dabei, falsch abzubiegen. Noch lebt der Westen aus Sicht Rubios, doch sollten sich die Europäer nicht rasch eines Besseren besinnen, werden die Amerikaner ihren Weg allein fortsetzen.

Es mag paradox klingen, doch womöglich war Vances Philippika dem transatlantischen Verhältnis zuträglicher als Rubios vergleichsweise sanftmütige Ansprache: Den Europäern scheint jeder Anlass recht zu sein, sich in falscher Sicherheit zu wiegen; ihre Handlungsfähigkeit wird dadurch gelähmt. Dass er seine (und Trumps) Position nicht klargemacht hätte, kann man Rubio allerdings nicht vorwerfen; das Problem liegt bei seinen europäischen Zuhörern. (aargauerzeitung.ch)

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61 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Poly Tick
14.02.2026 11:04registriert Oktober 2023
Aus meiner Sicht nichts anderes als Sirenengesänge... Absolut kein Grund als Europa darauf zu verzichten, sich Wirtschaftlich und Militärisch fest und sicher auf eigene Beine zu stellen.

By the way: Die standing ovations des Publikums nach der Rede lassen mich eteas ratlos zurück...
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Rannen
14.02.2026 11:55registriert Januar 2018
Den Amis kann man nicht mehr Vertrauen die Lügen in allen Situationen und haben jegliche Glaubwürdigkeit verloren
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rhynevalley
14.02.2026 11:43registriert August 2021
Die Europäer sollten sich hierdurch auf keinen Fall einlullen lassen. Die moderateren Töne von Rubio bedeuten in keiner Weise eine Änderung der US-Haltung. Fakt ist: die USA sind in keiner Weise ein zuverlässiger Partner und was heute gesagt wird gilt schon morgen nicht mehr.
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