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Mangelware THAAD-Raketen: Strategie der USA entscheidend

This image provided by the U.S. Air Force shows the U.S. Army Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) launching station preparing to load onto a 4th Airlift Squadron C-17 Globemaster III at Fort B ...
Raketen-Abwehrsysteme sind weltweit eher Mangelware.Bild: AP U.S. Air Force

Gehen den USA bald die Abwehrraketen aus? Das sagen die Beteiligten und Experten

Mehrere Experten warnen, dass den USA bald die Abwehrraketen ausgehen. Ein Militärjournalist beschwichtigt nun.
05.03.2026, 13:4105.03.2026, 13:41

Ob THAAD-Raketen, Tomahawk-Marschflugkörper oder SM-3-Raketen: Die Bestände der US-Armee seien bedrohlich tief, warnen verschiedene Experten. General Dan Caine vom Verteidigungsministerium soll erklärt haben, dass die Abwehrraketen nach zwei Wochen Iran-Krieg aufgebraucht sein könnten.

Genaue Zahlen gibt es nicht, da sie geheim sind. Ist die Lage wirklich so prekär? Das glaubt Guido Schmidtke, Militärjournalist beim Sender «Welt», nicht, wie SRF schreibt. Entscheidend ist das Verhältnis. Und Schmidtke ist überzeugt, dass die Reserven der USA grösser sind als jene des Irans.

Auch US-Präsident Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth scheinen davon überzeugt. «Der Iran kann nicht länger durchhalten als wir», sagte letzterer kürzlich gegenüber Reportern.

Viele Konflikte fressen die Bestände auf

Weltweit sind Abwehrraketen Mangelware. Das liegt auch am Ukraine-Krieg und weiteren Konflikten. Gleichzeitig sei die Produktion von THAAD-Raketen teuer. Wichtig ist deshalb am Ende die richtige Strategie. Der Iran gehe wohl sorgfältig mit den Beständen um, da gewisse Raketen nicht abgefangen würden, so Schmidtke. Gleichzeitig soll die Abwehr der Gegner umgangen werden: «Wir sehen ja auch, dass iranische Raketen und Drohnen immer wieder erfolgreich einschlagen. Das ist ein Indiz dafür, dass die Iraner in der Lage sind, die Flugabwehr zu überlisten.» Und Drohnen hat der Iran laut Medienberichten reichlich.

Es gibt noch Reserven

Doch Abwehrraketen nützen nichts, wenn keine Abschussrampen vorhanden sind. Und darauf haben es die USA offenbar abgesehen. Ob sie jene des Irans zerstören können, bevor die eigenen Reserven erschöpft sind, sei jedoch ungewiss, erklärt Schmidtke. «Die USA und Israel werden nicht alles zerstören können.» Manche Lager- oder Produktionsstätten seien unterirdisch. Mobile Abschussrampen seien zudem schwer aufzuspüren aus der Luft.

epa12796798 People run for safety as smoke rises after an airstrike in central Tehran, Iran, 05 March 2026. A joint Israeli and US military operation continues to target multiple locations across Iran ...
Rauch über Teheran am 5. März: Israel und die USA haben es unter anderem auf die Abschussrampen des Irans abgesehen.Bild: keystone

Dennoch haben die USA Reserven, die sie im Notfall anzapfen könnten. Etwa jene Abwehrraketen, die eigentlich für die Ukraine gedacht sind, oder jene, die in Asien stationiert sind. Da sie jedoch im Falle eines Konflikts mit China oder Nordkorea entscheidend sein könnten, zügeln die USA sie nicht gerne ab, berichtet Al Jazeera.

Die Experten schwenken um

Und schliesslich sagte auch General Caine, der vor dem Engpass gewarnt hatte, kürzlich, dass die USA über ausreichend Munition verfüge. Näher wollte er aus strategischen Gründen nicht auf die Diskussion eingehen.

Auch Kelly Grieco, die ebenfalls auf die tiefen Bestände hingewiesen hatte, erklärt jetzt, dass die Rechnung für die USA womöglich doch aufgehen könnte. Dies jedoch nur, wenn der Iran in den kommenden Tagen weniger Raketen abfeuern kann als bisher. Wenn diese Zahlen sinken, weil die USA und Israel die Abschussrampen oder ihre Lagerstätten zerstören, dann könnten wir diese Strategie möglicherweise fortsetzen, sagte sie laut ABC News. (vro)

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Iran-Krieg in Bildern
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Iran-Krieg in Bildern

Der Krieg im Iran hat zur Folge, dass die Ölpreise weltweit steigen.

quelle: keystone / altaf qadri
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84 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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pontian
05.03.2026 14:02registriert Januar 2016
Die Zahl der abgefeuerten iranischen Raketen geht laufend zurück - wohl weil die relativ grossen Startgeräte nach und nach zwrstört werden.

Momentan sind aber Drohnen das dringender werdende Problem. Eine kleine, 20’000 Dollar teure Shahed mit einer millionenteurern Patriot-Rakete zu bekämpfen, ist nicht nachhaltig.

Und die Iraner können diese Drohnen weiter abfeuern, solang es mit internen Revolten und Aufständen nichts wird.

Wohl darum haben die Amerikaner und die Emirate die Ukrainer um Hilfe gebeten - ein sehr erstaunlicher Vorgang, der eine gewisse Not ausdrückt.
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Snowy
05.03.2026 14:51registriert April 2016
Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.

(Gilt auch im Jahr 2026 uneingeschränkt)

Selbstverständlich und logischerweise sagt ein Kriegsminister bezüglich Waffenbeständen nicht öffentlich die Wahrheit.
Man kann Pete Hegseth nun wirklich viel schlechtes vorwerfen - aber dies hätte jeder andere in seiner Position genau gleich getan.
(Weil siehe oben).
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Donnerherz
05.03.2026 15:19registriert November 2020
Vielleicht sollte man die Bestände checken, BEVOR man einen Krieg beginnt, den man nicht unter Kontrolle hat.
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Liebe Manosphere-Männer, ihr habt Recht, aber ...
Nach dem Anschauen der «Inside the Manosphere»-Doku habe ich gemerkt, was ich wirklich für die Männer darin empfinde. Und was wir dagegen unternehmen können.
«Meine Frau nenne ich meine Spülmaschine», «Ich f*cke so viele Frauen, wie ich will, aber meine Ehefrau berührt keinen anderen Mann» oder «Ich bestimme, wann ich meinen Sch*anz in sie stecke»: Das sind Aussagen, die Manosphere-Influencer mit einem Millionenpublikum in der neuen Dokumentation «Inside the Manosphere» von Louis Theroux gemacht haben. Die Dok sorgt gerade weltweit für Entsetzen und zeigt Theroux beim Versuch, die Welt der «Red Piller» besser zu verstehen. Bei mir hat die Dokumentation aber ein ganz unerwartetes Gefühl ausgelöst.
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